- 01.10.2002, 17:41:05
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ÖGB: Arbeitslosigkeit bekämpft man nicht durch Abbau der sozialen Sicherheit
Leutner: "Weise Vorstoß der Wirtschaftskammer aufs Schärfste zurück"
Wien (ÖGB). "Es bringt keinen einzigen Arbeitsplatz mehr, wenn der
Kündigungsschutz für ältere ArbeitnehmerInnen aufgeweicht wird",
stellte der Leitende Sekretär im ÖGB, Dr. Richard Leutner, zu den
Forderungen der Wirtschaftskammer in Bezug auf ältere
ArbeitnehmerInnen klar. Dadurch werde nur die Unsicherheit der
ArbeitnehmerInnen in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit verstärkt, so
Leutner.++++
Auch die unter dem Deckmantel des "Beschäftigungsanreizes"
geplante Lohnnebenkostensenkung durch die Abschaffung des
Arbeitgeberbeitrages zur Arbeitslosenversicherung für ältere
ArbeitnehmerInnen wird vom ÖGB scharf zurückgewiesen. "Weitere
Leistungskürzungen in der Arbeitslosenversicherung und damit bei der
materiellen Absicherung sind vorprogrammiert. Sie würden ältere
ArbeitnehmerInnen besonders schwer treffen", erklärte Leutner.
"Die Altersteilzeit wurde als Ausgleich zur überfallsartigen
Anhebung des Pensionsalters beschlossen. Die ArbeitnehmerInnen
verlassen sich auf diese Möglichkeit, sie dürfen nicht weiter
verunsichert werden", betonte Leutner. Modelle der Kombination von
Pension und Arbeit seien im Gegenteil wirksame Rezepte gegen die hohe
Arbeitslosigkeit, so der Leitende Sekretär des ÖGB.
ÖGB: Arbeitslosigkeit wirksam bekämpfen!
Die enorm hohe Arbeitslosigkeit könne nicht mit dem Abbau sozialer
Sicherheit bekämpft werden, erklärte Leutner. Der ÖGB fordert
stattdessen echte Maßnahmen für mehr Beschäftigung älterer
ArbeitnehmerInnen:
- Die Ankurbelung der Wirtschaft durch verstärkte Investitionen in
die Infrastruktur
- Eine Steuerentlastung der kleinen und mittleren Einkommen
- Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, insbesondere eine
Qualifizierungsoffensive für beschäftigte ArbeitnehmerInnen ab dem
40. Lebensjahr. Dadurch könnten mit einem Aufwand von 167,1 Millionen
Euro rund 115.000 ArbeitnehmerInnen jährlich gefördert werden, was
ihre Chancen am Arbeitsmarkt stärken würde.
"Die Arbeitslosigkeit muss dringend bekämpft werden - ein Abbau
der sozialen Sicherheit würde jedoch kontraproduktiv wirken.
Abgesehen davon ist der Kündigungsschutz für ältere ArbeitnehmerInnen
bei weitem nicht so rigide, wie von der Wirtschaftskammer immer
wieder behauptet wird, ansonsten gäbe es nicht die hohe
Arbeitslosigkeit älterer ArbeitnehmerInnen", so Leutner
abschließend.(tb)
Rückfragehinweis: ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tina Brunauer
Tel. (++43-1) 534 44/357
Fax.: (++43-1) 533 52 93
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