- 01.10.2002, 14:00:30
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Kaiser-Franz-Josef-Spital präsentiert Studie
Komplementärmedizin als Begleitmaßnahme für Krebspatienten
Wien (OTS) - Am Dienstag wurden im Institut für Geschichte der
Medizin die Ergebnisse der Pflegestudie zum Projekt "Therapeutische
Berührung" vorgestellt. Das Projekt wurde zwischen Mai 2000 und April
2002 am Institut für Radioonkologie im Kaiser-Franz-Josef-Spital des
Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) durchgeführt. Dabei wurde der
Stellenwert der Energiearbeit als begleitende Maßnahme bei der
Behandlung von krebskranken Patienten untersucht. Die Resultate der
Studie waren durchwegs erfreulich.
Sinnvolle Ergänzung zur modernen Medizin
Vor allem krebskranke Menschen suchen nach ergänzenden
Möglichkeiten, die Unterstützung auf dem Weg zur Gesundheit geben und
die Lebensqualität verbessern. Oft besteht bei den Patienten der
Wunsch, alles zu tun und einen eigenen Beitrag zu leisten. Auf der
Suche nach optimaler Begleitung treffen Hilfesuchende manchmal auf
unseriöse Angebote, die wenig bis gar nicht helfen und noch dazu viel
Geld kosten. Aus diesem Wissen entstand der Ansatz, eine
komplementäre Behandlungsmethode ambulant und direkt im Krankenhaus
anzubieten. "Heilmethoden müssen einander nicht gegenseitig
ausschließen", so Gabriele Wiederkehr, Lehrerin für Gesundheits- und
Krankenpflege und Projektinitiatorin, "Es geht nicht um entweder -
oder, sondern um eine sinnvolle und wirksame Ergänzung zur modernen
Medizin."
Energiearbeit hat uralte Tradition
Mit dem Projekt "Therapeutische Berührung" ermöglichte das
Kaiser-Franz-Josef-Spital des KAV den Patienten der Radioonkologie
(Strahlentherapie) zusätzlich zur schulmedizinischen Therapie, ohne
finanziellen Aufwand eine ganzheitliche Begleitungsmethode in
Anspruch zu nehmen. Bei der "Therapeutischen Berührung" handelt es
sich um Energiearbeit durch Handauflegen. Das Konzept der
Lebensenergie hat uralte Tradition. Es ist überliefert und taucht in
den meisten Kulturen auf. Es besagt, dass Energie die Grundlage aller
Lebensvorgänge darstellt und Voraussetzung für das Funktionieren
aller Organismen ist. Störungen im Energiehaushalt können von
geschulten Therapeuten mit den Händen wahrgenommen werden. Durch
spezielle Techniken kann beispielsweise die Selbstheilungsfähigkeit
der Patientinnen und Patienten unterstützt oder angeregt werden. Oft
verhilft die Behandlung aber auch zu neuem Lebensmut und mehr
Selbstvertrauen.
Ergebnisse aus der Studie
Über einen zweijährigen Zeitraum wurden 158 PatientInnen
ambulant am Institut für Radioonkologie in mehr als 500
Einzelbehandlungen kostenlos betreut. Speziell Frauen mit Brustkrebs
erhielten neben der Strahlentherapie fünfmal - je einmal pro Woche -
die "Therapeutische Berührung". Durch die begleitende quantitative
psychologische und qualitative ethnomedizinische Forschung sollte die
Verbesserung von Befindlichkeit und Lebensqualität erhoben werden.
Weiters wurde durch einen umfassenden Fragebogen an das
Krankenhauspersonal des Institutes für Radioonkologie die Methode in
ihrer Integrierbarkeit getestet.
Die Ergebnisse der Patientinnenbefragung ergab, dass sich vor
allem Frauen mit zahlreichen negativen Lebensereignissen für diese
Begleitmaßnahme interessieren. 48 Prozent der Befragten erwarteten
sich mehr "Entspannung und innere Ruhe" und 45,5 Prozent sahen diese
Erwartungshaltung auch erfüllt. Weiters wurde "das Verspüren
vermehrter Kraft" und eine "positive Schmerzbeeinflussung" angegeben.
Erkennbar war, dass keine langfristige Besserung der Befindlichkeit
und allgemeinen Beschwerden festgestellt werden konnte. Der
überwiegende Teil der Befragten gab eine kurzfristige Besserung für
zwei bis drei Tage an. Auch das befragte Krankenhauspersonal
äußerste, eine deutliche Steigerung des Wohlbefindens aufgrund der
"Therapeutischen Berührung" bei den Patientinnen bemerkt zu haben.
92,3 Prozent des Personals sprachen sich für eine Weiterführung
dieser zusätzlichen Behandlungsform aus.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die regelmäßig
angewendete "Therapeutische Berührung" eine weitgehend positive
Wirkung im Sinne von "mehr innerer Ruhe, Entspannung, mehr Kraft und
Vitalität, weniger Schmerzen" bei Krebspatienten während der
Strahlentherapie bewirkt und sich demnach als kostengünstige,
ergänzende Möglichkeit in der Krebstherapie ihren Stellenwert
sichert. (Schluss) bw
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
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Wiener Krankenanstaltenverbund/Public Relations
Birgit Wachet
Tel.: 53114/60103
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