Kaiser-Franz-Josef-Spital präsentiert Studie

Komplementärmedizin als Begleitmaßnahme für Krebspatienten

Wien (OTS) - Am Dienstag wurden im Institut für Geschichte der Medizin die Ergebnisse der Pflegestudie zum Projekt "Therapeutische Berührung" vorgestellt. Das Projekt wurde zwischen Mai 2000 und April 2002 am Institut für Radioonkologie im Kaiser-Franz-Josef-Spital des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) durchgeführt. Dabei wurde der Stellenwert der Energiearbeit als begleitende Maßnahme bei der Behandlung von krebskranken Patienten untersucht. Die Resultate der Studie waren durchwegs erfreulich.

Sinnvolle Ergänzung zur modernen Medizin

Vor allem krebskranke Menschen suchen nach ergänzenden Möglichkeiten, die Unterstützung auf dem Weg zur Gesundheit geben und die Lebensqualität verbessern. Oft besteht bei den Patienten der Wunsch, alles zu tun und einen eigenen Beitrag zu leisten. Auf der Suche nach optimaler Begleitung treffen Hilfesuchende manchmal auf unseriöse Angebote, die wenig bis gar nicht helfen und noch dazu viel Geld kosten. Aus diesem Wissen entstand der Ansatz, eine komplementäre Behandlungsmethode ambulant und direkt im Krankenhaus anzubieten. "Heilmethoden müssen einander nicht gegenseitig ausschließen", so Gabriele Wiederkehr, Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege und Projektinitiatorin, "Es geht nicht um entweder -oder, sondern um eine sinnvolle und wirksame Ergänzung zur modernen Medizin."

Energiearbeit hat uralte Tradition

Mit dem Projekt "Therapeutische Berührung" ermöglichte das Kaiser-Franz-Josef-Spital des KAV den Patienten der Radioonkologie (Strahlentherapie) zusätzlich zur schulmedizinischen Therapie, ohne finanziellen Aufwand eine ganzheitliche Begleitungsmethode in Anspruch zu nehmen. Bei der "Therapeutischen Berührung" handelt es sich um Energiearbeit durch Handauflegen. Das Konzept der Lebensenergie hat uralte Tradition. Es ist überliefert und taucht in den meisten Kulturen auf. Es besagt, dass Energie die Grundlage aller Lebensvorgänge darstellt und Voraussetzung für das Funktionieren aller Organismen ist. Störungen im Energiehaushalt können von geschulten Therapeuten mit den Händen wahrgenommen werden. Durch spezielle Techniken kann beispielsweise die Selbstheilungsfähigkeit der Patientinnen und Patienten unterstützt oder angeregt werden. Oft verhilft die Behandlung aber auch zu neuem Lebensmut und mehr Selbstvertrauen.

Ergebnisse aus der Studie

Über einen zweijährigen Zeitraum wurden 158 PatientInnen ambulant am Institut für Radioonkologie in mehr als 500 Einzelbehandlungen kostenlos betreut. Speziell Frauen mit Brustkrebs erhielten neben der Strahlentherapie fünfmal - je einmal pro Woche -die "Therapeutische Berührung". Durch die begleitende quantitative psychologische und qualitative ethnomedizinische Forschung sollte die Verbesserung von Befindlichkeit und Lebensqualität erhoben werden. Weiters wurde durch einen umfassenden Fragebogen an das Krankenhauspersonal des Institutes für Radioonkologie die Methode in ihrer Integrierbarkeit getestet.

Die Ergebnisse der Patientinnenbefragung ergab, dass sich vor allem Frauen mit zahlreichen negativen Lebensereignissen für diese Begleitmaßnahme interessieren. 48 Prozent der Befragten erwarteten sich mehr "Entspannung und innere Ruhe" und 45,5 Prozent sahen diese Erwartungshaltung auch erfüllt. Weiters wurde "das Verspüren vermehrter Kraft" und eine "positive Schmerzbeeinflussung" angegeben. Erkennbar war, dass keine langfristige Besserung der Befindlichkeit und allgemeinen Beschwerden festgestellt werden konnte. Der überwiegende Teil der Befragten gab eine kurzfristige Besserung für zwei bis drei Tage an. Auch das befragte Krankenhauspersonal äußerste, eine deutliche Steigerung des Wohlbefindens aufgrund der "Therapeutischen Berührung" bei den Patientinnen bemerkt zu haben. 92,3 Prozent des Personals sprachen sich für eine Weiterführung dieser zusätzlichen Behandlungsform aus.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die regelmäßig angewendete "Therapeutische Berührung" eine weitgehend positive Wirkung im Sinne von "mehr innerer Ruhe, Entspannung, mehr Kraft und Vitalität, weniger Schmerzen" bei Krebspatienten während der Strahlentherapie bewirkt und sich demnach als kostengünstige, ergänzende Möglichkeit in der Krebstherapie ihren Stellenwert sichert. (Schluss) bw

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Wiener Krankenanstaltenverbund/Public Relations
Birgit Wachet
Tel.: 53114/60103
birgit.wachet@kav.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0022