AKNÖ-Konsumentenschützer schockiert über Freisprüche im Beldomo- Prozess!

Über 8,7 Millionen Euro der Anleger sind verloren.

Wien (AKNÖ) – Nach zweieinhalbjähriger Verfahrensdauer ist heute der Beldomo-Prozesse mit einem Knalleffekt zu Ende gegangen. Freisprüche für die Angeklagten. Eine Schädigungs- oder Bereicherungsabsicht durch Peter Wachsenegger sei nicht nachweisbar. Und Graf Rommée d’Harambure hätte selbst Geld in die Firma investiert, was er – so die Begründung – nicht getan hätte, wenn er Betrugsabsichten gewittert oder gehabt hätte. Auch Wirtschaftsprüfer Dkfm. Walter Türke wurde freigesprochen. Gegen ihn wurde Anklage als Beitragstäter erhoben. Aber ohne Schuldsprüche gibt es auch keinen Beitragstäter. Die Konsumentenschutzexperten der Niederösterreichischen Arbeiterkammer (AKNÖ) und die Vertreter der Privatbeteiligten sind entsetzt. Günther La Garde, AKNÖ-Konsumentenschützer: "Ich bin zutiefst betroffen. Besonders enttäuscht hat mich das Agieren der Staatsanwaltschaft. In seiner Urteilsverkündung hat der Richter Anton Baumgartner deutlich zu verstehen gegeben, dass wäre die Anklage zeitlich bis ins Jahr 2000 ausgedehnt worden, durchaus ein anderer Ausgang des Verfahrens wahrscheinlich gewesen wäre. Aus unerklärlichen Gründen hat es die Staatsanwaltschaft verabsäumt, die Anklage auf diesen Zeitraum auszudehnen, obwohl ein vom Gericht beauftragtes Ergänzungsgutachten für diesen Zeitraum vorlag." La Garde sieht in diesem Urteil einen Skandal, denn auf Grund der unentschuldbarer Versäumnisse der zuständigen Staatsanwältin wurden unnötig Steuergelder vergeudet. Und dass er mit dieser Ansicht nicht alleine dasteht, beweisen die Aussagen sowohl von Rechtsvertretern als auch von Vertretern der Staatsanwaltschaft, die mit einem derartigen Ausgang dieses Verfahrens nie und nimmer gerechnet hätten. Auf der Strecke bleiben wieder einmal die Kleinanleger, die die wahren Verlierer in dieser Causa sind.

Die AKNÖ hat über 500 Privatbeteiligte in diesem Prozess vertreten. Diesen wurde die Möglichkeit eingeräumt, ihre Ansprüche zivilrechtlich einzuklagen. Doch das hat, so die einhellige Meinung der Konsumentenschützer, wenig Aussichten auf Erfolg.

Ein kurzer Rückblick:

1991 wurde die Beldomo AG gegründet. Über Strukturvertriebe werden ihre Aktien am grauen Kapitalmarkt vertrieben.

1993 wurden die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) auf Grund zahlreicher Konsumentenanfragen auf die Methoden der Beldomo AG aufmerksam.

1995 wird der Beldomo-Skandal durch die Anzeige eines verärgerten Anlegers bei der Kriminalaußenstelle St. Pölten ins Rollen gebracht.

1996 werden die Vorstände der Immobilien Firma verhaftet. Der Verdacht lautet auf schweren gewerbsmäßigen Betrug. Es wurde vermutet, dass die Gelder der Anleger nicht zweckentsprechend verwendet wurden.

1999 Fast 3 Jahre dauerte es, bis die Geldflüsse in einem Gutachten nachgewiesen werden konnten. Für die Aktionäre haben sich damit die schlimmsten Befürchtungen bestätigt: lediglich ein Drittel der Anlegergelder wurden dem eigentlichen Verwendungszweck – dem Ankauf und der Revitalisierung von Immobilienobjekten – zugeführt. Auf Grund dieses Gutachtens hat die Staatsanwaltschaft Wien nicht nur gegen die ehemaligen Beldomo-Vorstände (Romée d’Harambure, Dr. Alfred Hintermüller und Peter Wachsenegger), sondern auch gegen den Wirtschaftsprüfer Dkfm. Walter Türke Anklage erhoben. Sie lautet auf "gewerbsmäßigen Betrug".

2000 –2002 Seit April 2002 wird mit Unterbrechungen verhandelt

26.09.2002 Freisprüche für die Angeklagten, diese sind aber noch nicht rechtskräftig.

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