• 22.09.2002, 13:11:48
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Einem: "Was hat Minister Reichhold geleistet?"

Ein Blick auf den angeblichen Macher an der Spitze der FPÖ

Wien (SK)"Als Minister hat Reichhold (FPÖ) bisher wenig zustande
gebracht. Das ist zwar nur zum Teil seine Schuld, zum anderen Teil
ist es Schuld der FPÖ, die zuvor zwei für dieses Amt nicht
qualifizierte Kandidaten (Schmid und Forstinger) nominiert hatte.
Aber jetzt ist Reichhold als FPÖ-Vorsitzender und Spitzenkandidat der
FPÖ bei den kommenden Wahlen auch dafür verantwortlich, was die FPÖ
verabsäumt bzw. an falschen Akzenten gesetzt hat. Dafür kann und
dafür muss ihm nun die Rechnung vorgelegt werden" erklärte der
stellvertretende Klubobmann der SPÖ, Caspar Einem Sonntag gegenüber
dem Pressedienst der SPÖ. ****

Im Bereich Forschung und Technologie hätten seine Vorgänger(in)
lediglich auf jenen Programmen aufgebaut, die sie bereits vorgefunden
hätten und diese fortgesetzt. Reichhold sei das zu wenig gewesen.
Einem: "Er wollte noch seine Akzente setzen. Da man in der
Forschungspolitik innerhalb der Zeit, die ihm verblieben wäre, kaum
spürbare Akzente setzen kann, hat er es mit Organisationsvorschlägen
versucht. Zentralisierung der Forschungsförderungsinstrumente und der
im Infrastrukturministerium zusammengefassten Forschungsstätten
lautete der Vorschlag. Er war nicht wirklich durchdacht und stieß auf
heftigen Widerstand der Betroffenen. Im übrigen war er auch nicht
einmal innerhalb der Regierung abgestimmt. Also Rückzug. Kein Denkmal
für Reichhold."

"Aber wenigstens personell wollte er noch punkten. Daher der 'Coup'
am letzten Freitag mit der überfallsartigen Ausschreibung der
Geschäftsführerpositionen im ARC Seibersdorf. Vorbei am Aufsichtsrat.
Machtpolitik des 51 prozentigen Eigentümers. Die Verträge des
international ausgewiesenen wissenschaftlichen Leiters Professor Koch
und des kaufmännischen Leiters, Herrn Pell, laufen zwar erst Ende
April 2003 aus. Aber Reichhold möchte nun, da er sonst nichts
zusammenbringt, wenigstens noch die ihm verbleibende Zeit nützen, um
eigene Leute zu positionieren und um eine Neuorientierung von
Seiberdorf zu erzwingen: Weg von der Orientierung an internationalen
Maßstäben, keine internationalen Forschungsprojekte mehr bzw.
Beteiligung an solchen, sondern Konzentration auf die Bundesländer
und auf kleine und mittlere Unternehmen. Damit verspielt er den
Qualitätsstandard, der Voraussetzung dafür ist, dass Seibersdorf
Impulsgeber für österreichische KMU sein kann. Damit verspielt er die
wissenschaftlich-technologische Reputation von Seibersdorf zugunsten
von freiheitlichem Provinzialismus", so Einem.

"Das ist der neue 'Macher' der FPÖ. Das ist der, hinter dem Haider
steht. Das ist der, der für einen wesentlichen Teil der
österreichischen Forschungs- und Technologiepolitik steht. Österreich
hat sich etwas Besseres verdient, nämlich klare Akzente,
internationale Ausrichtung und keine
Husch-Pfusch-Orgnisationslösungen, die Fortsetzung eines seriösen
Weges schrittweise steigender Forschungsausgaben und eines
bottom-up-Ansatzes in der Technologiepolitik, der das know how der in
diesem Felde tätigen Spezialisten nützt und weiter entwickelt",
schloss Einem. (Schluss) cs

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

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