Einem: "Was hat Minister Reichhold geleistet?"

Ein Blick auf den angeblichen Macher an der Spitze der FPÖ

Wien (SK)"Als Minister hat Reichhold (FPÖ) bisher wenig zustande gebracht. Das ist zwar nur zum Teil seine Schuld, zum anderen Teil ist es Schuld der FPÖ, die zuvor zwei für dieses Amt nicht qualifizierte Kandidaten (Schmid und Forstinger) nominiert hatte. Aber jetzt ist Reichhold als FPÖ-Vorsitzender und Spitzenkandidat der FPÖ bei den kommenden Wahlen auch dafür verantwortlich, was die FPÖ verabsäumt bzw. an falschen Akzenten gesetzt hat. Dafür kann und dafür muss ihm nun die Rechnung vorgelegt werden" erklärte der stellvertretende Klubobmann der SPÖ, Caspar Einem Sonntag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Im Bereich Forschung und Technologie hätten seine Vorgänger(in) lediglich auf jenen Programmen aufgebaut, die sie bereits vorgefunden hätten und diese fortgesetzt. Reichhold sei das zu wenig gewesen. Einem: "Er wollte noch seine Akzente setzen. Da man in der Forschungspolitik innerhalb der Zeit, die ihm verblieben wäre, kaum spürbare Akzente setzen kann, hat er es mit Organisationsvorschlägen versucht. Zentralisierung der Forschungsförderungsinstrumente und der im Infrastrukturministerium zusammengefassten Forschungsstätten lautete der Vorschlag. Er war nicht wirklich durchdacht und stieß auf heftigen Widerstand der Betroffenen. Im übrigen war er auch nicht einmal innerhalb der Regierung abgestimmt. Also Rückzug. Kein Denkmal für Reichhold."

"Aber wenigstens personell wollte er noch punkten. Daher der 'Coup' am letzten Freitag mit der überfallsartigen Ausschreibung der Geschäftsführerpositionen im ARC Seibersdorf. Vorbei am Aufsichtsrat. Machtpolitik des 51 prozentigen Eigentümers. Die Verträge des international ausgewiesenen wissenschaftlichen Leiters Professor Koch und des kaufmännischen Leiters, Herrn Pell, laufen zwar erst Ende April 2003 aus. Aber Reichhold möchte nun, da er sonst nichts zusammenbringt, wenigstens noch die ihm verbleibende Zeit nützen, um eigene Leute zu positionieren und um eine Neuorientierung von Seiberdorf zu erzwingen: Weg von der Orientierung an internationalen Maßstäben, keine internationalen Forschungsprojekte mehr bzw. Beteiligung an solchen, sondern Konzentration auf die Bundesländer und auf kleine und mittlere Unternehmen. Damit verspielt er den Qualitätsstandard, der Voraussetzung dafür ist, dass Seibersdorf Impulsgeber für österreichische KMU sein kann. Damit verspielt er die wissenschaftlich-technologische Reputation von Seibersdorf zugunsten von freiheitlichem Provinzialismus", so Einem.

"Das ist der neue 'Macher' der FPÖ. Das ist der, hinter dem Haider steht. Das ist der, der für einen wesentlichen Teil der österreichischen Forschungs- und Technologiepolitik steht. Österreich hat sich etwas Besseres verdient, nämlich klare Akzente, internationale Ausrichtung und keine Husch-Pfusch-Orgnisationslösungen, die Fortsetzung eines seriösen Weges schrittweise steigender Forschungsausgaben und eines bottom-up-Ansatzes in der Technologiepolitik, der das know how der in diesem Felde tätigen Spezialisten nützt und weiter entwickelt", schloss Einem. (Schluss) cs

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