Swoboda zu Akulturation: Autochtone und zugewanderte Minderheiten in Österreich "schlecht behandelt"

"Sprachprüfung" für Immigranten falscher Weg - Swoboda für "Anreize"

Wien (SK) Bei einer Podiumsdiskussion am Freitag Abend zum Thema "Vielfalt innerhalb der Einheit" stellte SPÖ-EU-Delegationsleiter Hannes Swoboda den Begriff Akulturation in Zusammenhang mit Integration in Frage: "Inwieweit leistet Akulturation einen Beitrag zur Integration?" Es sei die Frage zu klären, ob "Fundamentalismus mit zu großer Akulturation zusammenhängt." Zum Thema "Unterschiedliche Behandlung von autochtonen und zugewanderten Minderheiten" sagte Swoboda: "In Österreich behandeln wir beide schlecht". Die weiteren Diskussionsteilnehmer waren die Sprachwissenschafterin Ruth Wodak, die Politikwissenschafterin Sonja Puntscher-Riekmann, Rainer Bauböck von der Akademie der Wissenschaften sowie Amitai Etzioni, Professor an der George Washington University in Washington D.C. und Herausgeber des teilweise umstrittenen Manifests "Diversity within Unitiy". ****

Swoboda machte im Zuge seines Diskussionsbeitrags auch die zuvor angesprochenen "Ängste vor der Flüchtligsproblematik" zum Thema und erinnerte daran, dass es vorrangig die ärmsten Länder seien, die die meisten Flüchtlinge aufnehmen: "Migration geht in erster Linie von arm zu arm." Angst vor Identitätsverlust sei insofern zu relativieren, als dass sie nicht nur Einwanderern, sondern auch Europa selbst gegenüber bestehe. Swoboda stellte in diesem Zusammenhang fest, dass man die europäische Einwanderungsproblematik nicht mit der bewältigten Immigrationspolitik Amerikas vergleichen könne, wie das in dem umstrittenen Manifest von Etzioni der Fall sei. Hierbei stellte Swoboda auch die Frage in den Raum, ob unterschiedliche Behandlung von autochtonen und zugewanderten Minderheiten gerechtfertigt sei.

Akulturation im Zusammenhang mit Staatsbürgerschaftserwerb bezeichnete Swoboda als problematisch. Akulturation werde oft mit Integrationsfähigkeit gleichgesetzt, an eine Umsetzbarkeit einer solchen Doktrin glaubt Swoboda nicht: "Ich habe Zweifel, wie man feststellt, ob jemand integrationsfähig oder ausreichend integriert ist, um die Staatsbürgerschaft zu bekommen." Eine "Überprüfung" könnte "problematisch und diskriminierend werden." So sei man etwa mit einer "Sprachprüfung" auf dem falschen Weg. Nicht prüfen, sondern anbieten und motivieren solle man: "Ich bin für Anreiz, nicht für Ausschluss. Im Bereich Integration haben wir in Österreich noch viel zu tun", betonte Swoboda abschließend. (Schluss) bm

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