- 20.09.2002, 13:02:02
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Klestil/Zhu Rongji/Österreich/China
Zusammenarbeit weiter verstärken
Bundespräsident und Chinas Premier einig über Nahen Osten - Exporte
Österreichs nach China sensationell gestiegen =
Heute mittags traf der chinesische Regierungschef Zhu Rongji mit
Bundespräsident Thomas Klestil in den Räumen der
Präsidentschaftskanzlei zusammen und überbrachte dem österreichischen
Staatsoberhaupt die herzlichen Grüße des chinesischen
Staatspräsidenten Jiang Zemin, der Österreich im Frühjahr 1999
besucht hatte; diese Arbeitsvisite hatte Thomas Klestil im Mai 2001
erwidert, als er mit einer großen österreichischen
Wirtschaftsdelegation die chinesische Hauptstadt Peking und die
aufstrebende Wirtschaftsmetropole Shanghai besuchte.
Bei dieser Gelegenheit waren im Beisein der beiden Präsidenten 28
Vertragswerke über Wirtschaftsprojekte unterschrieben worden,
darunter die Errichtung eines Leiterplattenwerkes von AT&S
Technologie und Systemtechnik in der Nähe von Shanghai, Lieferungen
im Kraftwerkssektor sowie Anlagen der Umwelttechnik.
In der Folge stiegen daher sensationellerweise die Exporte
Österreichs nach China (2001 gegenüber 2000) um mehr als 70 %. Im
ersten Halbjahr des Jahres 2002 wuchsen die österreichischen Exporte
neuerlich um bislang 24 Prozent - und mittlerweile haben zahlreiche
heimische Unternehmen im bevölkerungsstärksten Land der Welt auch
neue Niederlassungen begründet.
Der Bundespräsident dankte dem chinesischen Ministerpräsidenten und
der ihn begleitenden Delegation, der mehrere Minister angehören -
für die gute Zusammenarbeit. Was die weitere Kooperation zwischen
Österreich und China betrifft, verwies der Bundespräsident auch auf
die wünschenswerte Realisierung von Großprojekten, die in Verhandlung
stehen - so den Bau eines 60-Kilometer-Teilstücks in der Provinz
Zhejiang und die Lieferung von österreichischen Maschinen zur
Herstellung von Papier und Zellstoff.
Ein besonderes Anliegen Österreichs sei überdies der gesetzliche
Schutz des geistigen Eigentums vor Fälschungen.
Der chinesische Ministerpräsident sagte dem Bundespräsidenten die
sorgfältige Prüfung der österreichischen Angebote zu und betonte die
besondere Wertschätzung Chinas für die österreichische Wirtschaft.
Die politischen Inhalte der Gespräche zwischen Bundespräsident Thomas
Klestil und Premier Zhu Rongji drehten sich vor allem um die
Beurteilung der Situation im Nahen Osten, wobei die beiden
Gesprächspartner ihre Sorge über die Kriegsgefahr zum Ausdruck
brachten. Sowohl Klestil wie der chinesische Gast stimmten darin
überein, dass von den Vereinten Nationen wirksame Friedensinitiativen
ausgehen müssten. Die Gesprächspartner waren sich einig, dass eine
stärkere Rolle Europas in der Weltpolitik nicht nur im europäischen,
sondern auch im Interesse anderer Staaten liegt.
Der chinesische Premier überbrachte auch eine Einladung des
chinesischen Staatspräsidenten für einen weiteren Besuch des
Bundespräsidenten noch vor dem Ende der Amtsperiode von Thomas
Klestil im Jahr 2004.
Rückfragehinweis: Österreichische Präsidentschaftskanzlei
HR Dr. Hans Magenschab
Leiter des Presse- und Informationsdienstes
Tel.: (++43-1) 53422 230
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