Klestil/Zhu Rongji/Österreich/China

Zusammenarbeit weiter verstärken
Bundespräsident und Chinas Premier einig über Nahen Osten - Exporte Österreichs nach China sensationell gestiegen =

Heute mittags traf der chinesische Regierungschef Zhu Rongji mit Bundespräsident Thomas Klestil in den Räumen der Präsidentschaftskanzlei zusammen und überbrachte dem österreichischen Staatsoberhaupt die herzlichen Grüße des chinesischen Staatspräsidenten Jiang Zemin, der Österreich im Frühjahr 1999 besucht hatte; diese Arbeitsvisite hatte Thomas Klestil im Mai 2001 erwidert, als er mit einer großen österreichischen Wirtschaftsdelegation die chinesische Hauptstadt Peking und die aufstrebende Wirtschaftsmetropole Shanghai besuchte.

Bei dieser Gelegenheit waren im Beisein der beiden Präsidenten 28 Vertragswerke über Wirtschaftsprojekte unterschrieben worden, darunter die Errichtung eines Leiterplattenwerkes von AT&S Technologie und Systemtechnik in der Nähe von Shanghai, Lieferungen im Kraftwerkssektor sowie Anlagen der Umwelttechnik.
In der Folge stiegen daher sensationellerweise die Exporte Österreichs nach China (2001 gegenüber 2000) um mehr als 70 %. Im ersten Halbjahr des Jahres 2002 wuchsen die österreichischen Exporte neuerlich um bislang 24 Prozent - und mittlerweile haben zahlreiche heimische Unternehmen im bevölkerungsstärksten Land der Welt auch neue Niederlassungen begründet.
Der Bundespräsident dankte dem chinesischen Ministerpräsidenten und der ihn begleitenden Delegation, der mehrere Minister angehören -für die gute Zusammenarbeit. Was die weitere Kooperation zwischen Österreich und China betrifft, verwies der Bundespräsident auch auf die wünschenswerte Realisierung von Großprojekten, die in Verhandlung stehen - so den Bau eines 60-Kilometer-Teilstücks in der Provinz Zhejiang und die Lieferung von österreichischen Maschinen zur Herstellung von Papier und Zellstoff.
Ein besonderes Anliegen Österreichs sei überdies der gesetzliche Schutz des geistigen Eigentums vor Fälschungen.

Der chinesische Ministerpräsident sagte dem Bundespräsidenten die sorgfältige Prüfung der österreichischen Angebote zu und betonte die besondere Wertschätzung Chinas für die österreichische Wirtschaft.

Die politischen Inhalte der Gespräche zwischen Bundespräsident Thomas Klestil und Premier Zhu Rongji drehten sich vor allem um die Beurteilung der Situation im Nahen Osten, wobei die beiden Gesprächspartner ihre Sorge über die Kriegsgefahr zum Ausdruck brachten. Sowohl Klestil wie der chinesische Gast stimmten darin überein, dass von den Vereinten Nationen wirksame Friedensinitiativen ausgehen müssten. Die Gesprächspartner waren sich einig, dass eine stärkere Rolle Europas in der Weltpolitik nicht nur im europäischen, sondern auch im Interesse anderer Staaten liegt.

Der chinesische Premier überbrachte auch eine Einladung des chinesischen Staatspräsidenten für einen weiteren Besuch des Bundespräsidenten noch vor dem Ende der Amtsperiode von Thomas Klestil im Jahr 2004.

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