- 18.09.2002, 12:22:55
- /
- OTS0113 OTW0113
Diakonie: Basisversorgung für Flüchtlinge als Grundrecht
Wien, (epdÖ) Das Grundrecht einer Basisversorgung für Flüchtlinge
fordert die
Diakonie Österreich und reagiert damit auf die ORF-Sendung "Am
Schauplatz" vom Dienstag, 17. September, die die fehlende
Basisversorgung von Flüchtlingen in Österreich erneut deutlich
gemacht habe. "Das Betreuungssystem weist große Lücken auf. Es
bedarf einer sofortigen Reform", fordert Michael Chalupka, Direktor
der Diakonie Österreich. Chalupka weiter: "Die Situation wie im
letzten Winter, wo MitarbeiterInnen der Flüchtlingsbetreuung der
Diakonie befürchten mussten, dass Flüchtlinge ohne Versorgung
erfrieren, darf sich nicht wiederholen. Sofortmaßnahmen sind
dringend notwendig."
Derzeit würden laut Diakonie nicht einmal die elementarsten
Grundrechte vieler AsylwerberInnen, wie etwa der Zugang zur
Gesundheitsversorgung, gewahrt. Besonders besorgniserregend sei die
fehlende Infrastruktur für psychisch erkrankte oder traumatisierte
AsylwerberInnen. Die Hilfsorganisationen verfügten zwar über
Notunterkünfte, könnten aber eine derartige Betreuung im Rahmen
ihrer angespannten Strukturen nicht bewerkstelligen. Auch die
arbeitsrechtliche Situation von AsylwerberInnen bedürfe dringend
einer Verbesserung. Asylsuchenden werde oft jahrelang der Zugang zum
Arbeitsmarkt verwehrt, andererseits seien sie von Sozialleistungen
ausgeschlossen.
Eine menschenrechtskonforme Behandlung, der sich Österreich
verpflichtet hat, schließe das Recht auf Unterkunft und Versorgung
mit ein, fordert die Diakonie. AsylwerberInnen müsse, zumindest nach
einer Wartefrist, das Recht auf Beschäftigung zugestanden werden.
Rückfragehinweis: epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:epd@evang.at
http://www.evang.at
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | EPD