- 17.09.2002, 14:23:14
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Das Kunsthistorisches Museum präsentiert die Großausstellung Guatemala im MUSEUM FÜR VÖLKERKUNDE in Wien - die ersten Objekte treffen bereits am 20. September in Wien ein!
GUATEMALA - Land des Quetzal. Von den Maya zur spanischen Welt 9. Oktober 2002 bis 13. Jänner 2003 im Museum für Völkerkunde, Neue Burg, 1010 Wien
Wien (OTS) - Pressekonferenz: Dienstag, 8. Oktober 2002 um 10.30
Uhr im Museum für Völkerkunde
Das Land des Quetzal, wie die metaphorische Bezeichnung für
Guatemala lautet, kann ab Oktober im Museum für Völkerkunde entdeckt
werden. Eine repräsentative Auswahl hochwertiger Exponate bezieht
sich sowohl auf das Guatemala der Maya als auch auf dasjenige der
Spanier. Der Quetzal, der kleine schillernde Vogel mit seiner
prächtigen Federschleppe, war schon in der Mayazeit Ausgangspunkt
verschiedener Mythen. Heute ist er das Nationalwahrzeichen Guatemalas
und sogar die Landeswährung wurde nach ihm benannt.
Mit dieser Ausstellung soll die hohe kulturelle Bedeutung
Guatemalas betont werden. Viele Objekte der Ausstellung können zum
ersten Mal außerhalb der guatemaltekischen Museen bewundert werden.
Weitere Leihgaben stammen aus Spanien und Mexiko.
Obwohl die präkolumbianische und die koloniale Kunst und
Geschichte ganz unterschiedlichen Charakter besitzen, trägt das
Wissen um die ursprüngliche Kultur doch sehr wesentlich zum
Verständnis der Entwicklung und Bedeutung des kulturellen Geschehens
in der darauffolgenden Epoche bei. Die Spanier stießen auf eine hoch
entwickelte Kultur; die Maya waren bereits an ein Leben in einer
komplexen Gesellschaft gewöhnt, in dem jeder eine bestimmte Position
einnahm und die entsprechenden Pflichten zu erfüllen hatte. Mit der
Einführung des Christentums wurde die Weltanschauung der Maya an eine
bis dahin fremde Religion angepaßt, woraus eine neue Mentalität
entstand, die auch dem heutigen Guatemala Gestalt gibt.
Während des 2. Jahrtausends v. Chr. befanden sich auf dem heutigen
Staatsgebiet Guatemalas viele kleine Dörfer, die sich allmählich zu
wichtigen Kulturzentren entwickelten. Nach und nach erbauten die Maya
im mittelamerikanischen Urwald Kultstätten, durch die sie ihre
Weltanschauung zum Ausdruck brachten. Kunst und Wissenschaft
florierten und erreichten einen Standard vergleichbar mit demjenigen
der herausragendsten Zivilisationen der alten Welt. Tempel, Paläste
und Stelen wurden bis in den Himmel errichtet, so als ob sie zu
verstehen geben wollten, daß eine ewige Verbindung zwischen den
Göttern und Menschen bestünde.
Die fundamentalen Aspekte der alten Zivilisation der Maya werden
durch Objekte aus unterschiedlichen Materialien, unter anderem aus
Keramik, Stein, Metall und Knochen, vorgestellt; diese Gegenstände
entstammen der Zeit von der Prä-Klassik bis zur Post-Klassik. Einen
Höhepunkt bilden unter anderem die prächtigen mosaicos de concha
(Schneckenmosaike), die erst kürzlich in Topoxté (Petén) und la Placa
de Nebaj (Quiché) entdeckt wurden. Besonderes Augenmerk gilt im
Bereich der Keramik der exquisiten Sammlung von Gefäßen aus dem Museo
Nacional de Arqueología y Etnología (Nationalmuseum für Archäologie
und Völkerkunde) und aus dem Museum Popol Vuh sowie den mehrfarbigen
Gefäßen aus der Mundo Perdido - der "Verlorenen Welt" (Tikal) und der
caja de Escuintla.
Der Übergang von der antiken Mayakultur zur spanischen
Gesellschaft wird anhand von bisher noch nie ausgestellten
Schriftstücken dokumentiert (Originalmanuskript der Relación de las
cosas von Yucatán von Bruder Diego de Landa; erster Teil des
Sprachschatzes cakchiquil, quiché und zuhutil von Bruder Francisco
Ximénez). Die Ankunft der Spanier in Guatemala bedeutete den Übergang
zu einer neuen Ordnung mit Institutionen, die bis heute in der Welt
der Maya unbekannt sind.
Die barocke Stadt Antigua (ehemals Santiago), aus der etliche
Objekte der Ausstellung stammen, besaß als drittwichtigste Stadt
Hispanoamerikas in der Kolonialzeit ab 1731 zahlreiche Kirchen,
Konvente, Einsiedeleien und eine Universität. Die sorgfältig
ausgewählten Objekte repräsentieren insbesondere den Glanz der
Kolonialzeit. Wie in anderen Teilen Amerikas auch läßt sich hier
feststellen, daß die lokale religiöse Skulptur und die aus Europa
stammenden Kultgegenstände nebeneinander existierten. Erstmals
außerhalb Guatemalas kann das Grabmonument für ein Kind aus der
Iglesia de la Merced in Guatemala Stadt besichtigt werden. Dabei
handelt es sich um das einzige erhaltene Exemplar dieses ehemals
verbreiteten Grabtypus. Das Objekt besteht aus mehrfarbigem Holz und
zeigt die Portraits der Eltern des Kindes in Betposition.
In der Kunst Guatemalas sind besonders die mehrfarbig bemalten
Skulpturen und die von Indianern, Mulatten und Mestizen geschaffenen
Werke der Silberschmiedekunst von Interesse. Daher ist der Teil der
Ausstellung, der sich mit der Kolonialzeit befaßt, in erster Linie
diesen beiden Bereichen gewidmet.
Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Rückfragehinweis:
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit und Presse
Mag. Annita Mader
Kunsthistorisches Museum
mit MVK und ÖTM
Burgring 5, 1010 Wien
Tel.: 52524/404
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