Neue Studie zeigt Desaster durch Anbau von Gentech-Pflanzen

Soil Association und Greenpeace präsentieren Report "Seeds of Doubt"

Wien/London (OTS) - Der Anbau gentechnisch manipulierter Pflanzen innerhalb der letzten sechs Jahre war in den USA und Kanada ein ökonomisches Desaster. Zu diesem Ergebnis kommt der heute von "Soil Association" in London präsentierte Report "Seeds of Doubt", der von Greenpeace mitfinanziert wurde. Weil die Erträge von Gentech-Pflanzen nicht steigen, die Saatgut-Kosten aber höher sind, sinkt der Profit für die Bauern. Auch die versprochene Einsparung von Pestiziden durch herbizidresistente Pflanzen ist nicht eingetreten. "Wenn keine Schutzmaßnahmen ergriffen werden, so könnten auch in Österreich bald Gentech-Pflanzen angebaut werden", warnt Thomas Fertl, Gentechnik-Experte von Greenpeace Österreich. "Während die zuständigen Minister Molterer und Haupt untätig blieben, haben sich bereits fünf Bundesländer zur Gentechnik-freien Zone erklärt. In Oberösterreich ist bereits ein Gentechnik-Verbots-Gesetz in Begutachtung", so Fertl, "Österreich als Gentechnik-freie Zone zu erhalten ist die einzig sinnvolle Lösung für Umwelt, Bauern und Konsumenten".

Gentech-Pflanzen haben sich bis heute nur in wenigen Ländern durchgesetzt, wobei etwa zwei Drittel in den USA und Kanada angebaut werden. Der nun vorliegende Report der britische Organisation "Soil Association" ist die umfassendste Evaluierung der bisher gesammelten Erfahrungen. Die wichtigsten Ergebnisse sind:

  • Gentech-Pflanzen verursachten großflächige Verunreinigungen und haben sogar Biobauern zur Aufgabe der Produktion bestimmter Kulturpflanzen gezwungen;
  • Die Lebensmittelproduktion ist immer wieder von kostspieligen Skandalen wie jenem um Verunreinigungen mit dem nicht zugelassenem Gentech-Mais "Starlink" konfrontiert;
  • Zwischen 1999 und 2001 haben Gentech-Pflanzen der US-Wirtschaft mindestens 12 Milliarden Euro gekostet, verursacht durch Förderungen, niedrigere Marktpreise, den Verlust von Exportmärkten und Produktrückrufe und ohne ökonomische Vorteile für die Bauern;
  • Herbizidresistente Pflanzen haben die Abhängigkeit der Bauern von Pestiziden weiter erhöht, während die versprochenen Einsparungen nicht zu bemerken sind. Als zusätzliches Problem sind mehrfach herbizidresistente Beikräuter entstanden;
  • Ertragssteigerung durch Gentech-Pflanzen konnten kaum nachgewiesen werden, während die Erträge von Gentech-Soja teilweise signifikant gesunken sind;
  • Gentech-Pflanzen sind vermehrt Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen über Patentschutz und Haftung;
  • Viele Bauern sind zunehmend von Gentech-Pflanzen abhängig, weil mittlerweile die Gentech-freie Alternative fehlt.

Weitere Informationen zur Soil Association sowie zum Report unter:
http://www.soilassociation.org/gm.

Rückfragen & Kontakt:

MMag Franko Petri
Pressesprecher Greenpeace
Tel.: 01/5454580-29 oder 0676-5147246.
Mag. Thomas Fertl, Gentechnik-Experte Greenpeace,
Tel.: 01/5454580-24 oder 0664/4904986.
Sue Flook, Soil Association Media Manager, London,
Tel.: 0044/7747 021 117
(Interviews mit betroffenen Farmern am Telefon nach der Pressekonferenz in London
nach 13 Uhr).

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0002