• 17.09.2002, 10:19:26
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OeNB: OeNB-Direktor Zöllner: Österreich ist höchst attraktiv für Auslandsinvestoren und Spitzenreiter bei den Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa

Wien (OTS) HIGHLIGHTS:

- Die UNCTAD bestätigt: Österreich hat ein hohes Potential als
Standort für ausländische Unternehmen. Österreich liegt weltweit an
23. Stelle.

- Das Direktinvestitionspotential ist aber bei weitem noch nicht
ausgeschöpft: Beim "Performance-Indikator" der UNCTAD liegt
Österreich nur an 75. Stelle. Die Angst vor einem übergroßen Einfluss
des Auslands in der heimischen Wirtschaft ist demnach unbegründet.

- Auch bei den Aktivitäten österreichischer Unternehmen im Ausland
besteht weiterhin Aufholbedarf: Bis Ende 2001 dürfte der Wert der
ausländischen Investitionen in Österreich rd. 39 Mrd. Euro erreicht
haben, jener der österreichischen Direktinvestitionen im Ausland
jedoch erst 30 Mrd. Euro.

- Töchter ausländischer Unternehmen in Österreich und österreichische
Auslandsinvestoren spielen eine wichtige Rolle für Österreichs
Exporte. Beinahe 60 % der österreichischen Exporte werden von
international verbundenen Unternehmen abgewickelt.

- Österreich ist Spitzenreiter bei den Direktinvestitionen in Mittel-
und Osteuropa. Rund 30 % der österreichischen Direktinvestitionen
entfallen auf diese Region, weltweit sind es nur 2 %. Die Tatsache,
dass Österreich sich weltweit am stärksten in Mittel- und Osteuropa
engagiert, unterstreicht die Wichtigkeit der Osterweiterung der EU
für Österreich.

Bei der Präsentation des 11. World-Investment-Reports der UNCTAD im
Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz der Oesterreichischen
Nationalbank und der UNCTAD in Wien berichtete OeNB-Direktor Dr.
Peter Zöllner, dass sich der Zuwachs weltweiter Firmenverflechtungen
(Direktinvestitionen - DI) im Gefolge der abgeschwächten
Wirtschaftsentwicklung und des Endes des Börsebooms 2001 gegenüber
2000 halbiert hat. In Österreich war die Abnahme mit - 30 % bei den
passiven und - 45 % bei den aktiven Direktinvestitionen weniger stark
ausgeprägt.

Österreich habe allerdings, so Zöllner, immer noch einen
Aufholbedarf, was Direktinvestitionen anlangt. Nach dem Boom der
späten neunziger Jahre betragen die Bestände an Direktinvestitionen
weltweit 21 % der Weltwirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt). Der
Wert für Österreich liegt jedoch trotz starken Wachstums, welches
seit der Ostöffnung und dem EU-Beitritt in den letzten Jahren zu
verzeichnen war, erst bei 19 % (passive DI) bzw. 14 % (aktive DI).

Der relative Rückstand Österreichs lässt sich auch an zwei neuen
"Indikatoren" ablesen, die die UNCTAD erstmals heuer für 140 Staaten
der Welt veröffentlicht. Gemessen am "Direktinvestitionspotential",
welches angibt wie attraktiv ein Land für Direktinvestitionen ist,
liegt Österreich weltweit an 23. Stelle. Beim
"DI-Performance-Indikator" der UNCTAD, welcher die DI-Flüsse in ein
bestimmtes Land der Wirtschaftsleistung (BIP) gegenüberstellt, liegt
Österreich nur an 75. Stelle. Die Angst vor einem übergroßen Einfluss
des Auslands in der heimischen Wirtschaft ist demnach unbegründet.

Österreich sei, so Zöllner weiters, traditionell ein
Netto-Empfängerland von ausländischen Direktinvestitionen. Ende 2000
waren die ausländischen Direktinvestitionen in Österreich mit rund
32,5 Mrd. Euro immer noch deutlich höher als der Wert
österreichischer Auslandsinvestitionen mit 26,5 Mrd. Euro (Prognose
2001: 39 Mrd. bzw. 30 Mrd. Euro).

Auffallend ist laut Zöllner auch die regionale Verteilung der
Direktinvestitionen Österreichs. Österreich ist Spitzenreiter bei den
Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa. Rund 30 % der
österreichischen Direktinvestitionen entfallen auf diese Region,
weltweit sind es nur 2 %. In Slowenien und Kroatien ist Österreich
sogar der mit Abstand absolut größte Auslandsinvestor. Die Tatsache,
dass Österreich sich weltweit am stärksten in Mittel- und Osteuropa
engagiert, unterstreicht die Wichtigkeit der Osterweiterung der EU
für Österreich. Bei den ausländischen Investitionen in Österreich
dominieren westeuropäische Investoren mit rund 80 %, mehr als die
Hälfte davon (47 %) kommt aus Deutschland.
Die Direktinvestitionen spielen, so Zöllner abschliessend, eine
wichtige Rolle für Österreichs Exporte. Beinahe 60 % der
österreichischen Exporte werden von international verbundenen
Unternehmen abgewickelt.

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ONB

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