OeNB: OeNB-Direktor Zöllner: Österreich ist höchst attraktiv für Auslandsinvestoren und Spitzenreiter bei den Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa

Wien (OTS) HIGHLIGHTS:

- Die UNCTAD bestätigt: Österreich hat ein hohes Potential als Standort für ausländische Unternehmen. Österreich liegt weltweit an 23. Stelle.

- Das Direktinvestitionspotential ist aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft: Beim "Performance-Indikator" der UNCTAD liegt Österreich nur an 75. Stelle. Die Angst vor einem übergroßen Einfluss des Auslands in der heimischen Wirtschaft ist demnach unbegründet.

- Auch bei den Aktivitäten österreichischer Unternehmen im Ausland besteht weiterhin Aufholbedarf: Bis Ende 2001 dürfte der Wert der ausländischen Investitionen in Österreich rd. 39 Mrd. Euro erreicht haben, jener der österreichischen Direktinvestitionen im Ausland jedoch erst 30 Mrd. Euro.

- Töchter ausländischer Unternehmen in Österreich und österreichische Auslandsinvestoren spielen eine wichtige Rolle für Österreichs Exporte. Beinahe 60 % der österreichischen Exporte werden von international verbundenen Unternehmen abgewickelt.

- Österreich ist Spitzenreiter bei den Direktinvestitionen in Mittel-und Osteuropa. Rund 30 % der österreichischen Direktinvestitionen entfallen auf diese Region, weltweit sind es nur 2 %. Die Tatsache, dass Österreich sich weltweit am stärksten in Mittel- und Osteuropa engagiert, unterstreicht die Wichtigkeit der Osterweiterung der EU für Österreich.

Bei der Präsentation des 11. World-Investment-Reports der UNCTAD im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz der Oesterreichischen Nationalbank und der UNCTAD in Wien berichtete OeNB-Direktor Dr. Peter Zöllner, dass sich der Zuwachs weltweiter Firmenverflechtungen (Direktinvestitionen - DI) im Gefolge der abgeschwächten Wirtschaftsentwicklung und des Endes des Börsebooms 2001 gegenüber 2000 halbiert hat. In Österreich war die Abnahme mit - 30 % bei den passiven und - 45 % bei den aktiven Direktinvestitionen weniger stark ausgeprägt.

Österreich habe allerdings, so Zöllner, immer noch einen Aufholbedarf, was Direktinvestitionen anlangt. Nach dem Boom der späten neunziger Jahre betragen die Bestände an Direktinvestitionen weltweit 21 % der Weltwirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt). Der Wert für Österreich liegt jedoch trotz starken Wachstums, welches seit der Ostöffnung und dem EU-Beitritt in den letzten Jahren zu verzeichnen war, erst bei 19 % (passive DI) bzw. 14 % (aktive DI).

Der relative Rückstand Österreichs lässt sich auch an zwei neuen "Indikatoren" ablesen, die die UNCTAD erstmals heuer für 140 Staaten der Welt veröffentlicht. Gemessen am "Direktinvestitionspotential", welches angibt wie attraktiv ein Land für Direktinvestitionen ist, liegt Österreich weltweit an 23. Stelle. Beim "DI-Performance-Indikator" der UNCTAD, welcher die DI-Flüsse in ein bestimmtes Land der Wirtschaftsleistung (BIP) gegenüberstellt, liegt Österreich nur an 75. Stelle. Die Angst vor einem übergroßen Einfluss des Auslands in der heimischen Wirtschaft ist demnach unbegründet.

Österreich sei, so Zöllner weiters, traditionell ein Netto-Empfängerland von ausländischen Direktinvestitionen. Ende 2000 waren die ausländischen Direktinvestitionen in Österreich mit rund 32,5 Mrd. Euro immer noch deutlich höher als der Wert österreichischer Auslandsinvestitionen mit 26,5 Mrd. Euro (Prognose 2001: 39 Mrd. bzw. 30 Mrd. Euro).

Auffallend ist laut Zöllner auch die regionale Verteilung der Direktinvestitionen Österreichs. Österreich ist Spitzenreiter bei den Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa. Rund 30 % der österreichischen Direktinvestitionen entfallen auf diese Region, weltweit sind es nur 2 %. In Slowenien und Kroatien ist Österreich sogar der mit Abstand absolut größte Auslandsinvestor. Die Tatsache, dass Österreich sich weltweit am stärksten in Mittel- und Osteuropa engagiert, unterstreicht die Wichtigkeit der Osterweiterung der EU für Österreich. Bei den ausländischen Investitionen in Österreich dominieren westeuropäische Investoren mit rund 80 %, mehr als die Hälfte davon (47 %) kommt aus Deutschland.
Die Direktinvestitionen spielen, so Zöllner abschliessend, eine wichtige Rolle für Österreichs Exporte. Beinahe 60 % der österreichischen Exporte werden von international verbundenen Unternehmen abgewickelt.

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