- 16.09.2002, 12:25:04
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Gusenbauer: Bundesregierung hat Jugendarbeitslosigkeit mitzuverantworten
SPÖ fordert Einführung eines Lehrlingsfond
Wien (SK) "Die Bundesregierung hat in den letzten zwei Jahren
geschlafen und keine Mittel zur Verfügung gestellt. Sie hat daher
diese arbeitslosen Jugendlichen mitzuverantworten", betonte
SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Montag im Rahmen eines Besuches
des Arbeitsmarkservice für Jugendliche. 30.000 Jugendliche zwischen
15 und 25 Jahren seien derzeit arbeitslos, dies bedeute die "höchste
Jugendarbeitslosigkeit, die wir in Österreich je hatten". "Das
wichtigste ist, dass wir den Jugendlichen eine faire Chance geben",
unterstrich Gusenbauer. Deshalb habe die SPÖ ein 10-Punkte-Programm
für Lehrlinge entwickelt.****
"Wir haben im letzten Jahr zahlreiche Vorschläge zur Bekämpfung der
Arbeitslosigkeit eingebracht. Aber die Bundesregierung hat sich taub
gestellt", kritisierte Gusenbauer. Der Kernpunkt des SPÖ-Programms
sei die Einrichtung eines Lehrlingsfonds. Dieser Lehrlingsfonds sei
als Lastenausgleich zwischen jenen Betrieben, die junge Menschen
ausbilden und jenen Betrieben, die keine Lehrplätze anbieten,
gedacht. In Vorarlberg, dass bereits über ein vergleichbares Modell
verfüge, habe sich gezeigt, dass neben dem Lastenausgleich auch die
Anzahl der Lehrstellen gestiegen sei. Auch in Wien sei es gelungen
die Situation am Lehrstellenmarkt zu verbessern, weil die Stadt Wien,
zusammen mit dem AMS, rechtzeitig zehn Millionen Euro investiert
habe. Die Investitionen in Wien hätten gezeigt, dass sich diese
Mittelbereitstellung auch für die Allgemeinheit rechnen würde.
Allerdings sei bekannt, dass die Anzahl der Pflichtschulabgänger in
Wien in den nächsten Jahren wieder steige und daher der
Lehrstellenmarkt wieder stärker belastet werde.
Alfred Gusenbauer betonte, dass ihn die Gespräche mit den
Jugendlichen "berührt" hätten. "Die Arbeitsmarktsituation ist derzeit
so schwierig, dass selbst Jugendliche, die alles arbeiten wollen,
keine Arbeit finden", stellte der SPÖ-Vorsitzende fest. Die
unterschiedlichen Biographien der Jugendlichen würden zeigen, dass
eine intensive Beratungstätigkeit notwendig sei, und man "Jugendliche
nicht wie am Fließband abfertigen kann." Bei den Jugendlichen im
wichtigen Alter zwischen 15 und 20 werde jetzt die Entscheidung
getroffen, über welche Chancen sie im weiteren Leben verfügen.
Auf die Vorschläge von Wirtschaftsminister Bartenstein zur Bekämpfung
der Jugendarbeitslosigkeit angesprochen, bemerkte Gusenbauer, dass
sich dieser zwei Jahre nicht um die Jugendlichen gekümmert habe und
so wertvolle Zeit verstrichen sei. "Aber wenn Wahlen anstehen, dann
wird auch der Faule fleißig", so Gusenbauer. (Schluss) sw
Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
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