• 10.09.2002, 12:13:34
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  • OTS0091 OTW0091

Wien: 29 Mio. Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik

Territorialer Beschäftigungspakt 2002 von Landesregierung beschlossen

Wien (OTS) - "Wien stellt für den Territorialen Beschäftigungspakt
2002 14,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die gleiche Summe wird
nochmals vom AMS bereit gestellt. Damit stehen für aktive
Arbeitsmarktpolitik in Wien über die bisherigen Mittel hinaus
nochmals 29 Mio. Euro zur Verfügung", erklärte am Dienstag Wiens
Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Dr. Sepp Rieder im Rahmen des
Mediengespräches des Bürgermeisters.

Zu den zentralen Punkten des Territorialen Beschäftigungspaktes
Wien zählen unter anderem:

o Direkte Kooperation mit mindestens 1.700 Wiener Unternehmen im
Rahmen von Förderungen und Verbünden des Gesamtprogrammes zur
systematischen Weiterentwicklung der Qualifikation der Wiener
Arbeitskräfte.
o 55 Prozent der TeilnehmerInnen am Territorialen
Beschäftigungspakt sollen in eine weiterführende Beschäftigung
oder eine weiterführende Schulung integriert werden.
o Erreichung eines Frauenanteiles, der auf Finanzierungsebene den
Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit in Wien jedenfalls
übertrifft. Auf TeilnehmerInnenebene wird ein Frauenanteil von
zumindest 50% angestrebt.
o Direkte Erfassung von mindestens 4.050 Personen in spezifischen
Maßnahmen für Jugendliche (Erwerbspersonen unter 25 Jahre).
o Es ist geplant, mindestens 600 Menschen mit Behinderung in
Maßnahmen zu integrieren.****

Angesichts des wirtschaftlichen Strukturwandels, der technischen
und organisatorischen Veränderungen in der Arbeitswelt, des
zunehmenden Drucks durch den globalen Wettbewerb und die neuen
Herausforderungen im Zusammenhang mit der geplanten Erweiterung der
Europäischen Union müssen Maßnahmen zur Sicherung der
Wettbewerbsfähigkeit der Wiener Wirtschaft und zur Schaffung
zusätzlicher Beschäftigungschancen für Wiener ArbeitnehmerInnen einen
zentralen Stellenwert einnehmen.

Die Wiener Landesregierung hat daher - zuletzt in ihrer Sitzung
am 11. Dezember 2001 unter Pr.Z. 764/01 - beschlossen, dass sich das
Land Wien gemeinsam mit dem Bund und Arbeitsmarktservice an der
Finanzierung des "Aktionsprogramm - Territorialer Beschäftigungspakt
Wien" beteiligt.

Dieses Programm ist an der Laufzeit des Nationalen Aktionsplans
für Beschäftigung - Österreich (1998 - 2002) orientiert. Im Hinblick
auf den Territorialen Beschäftigungspakt Wien für 2001 kann
festgehalten werden, dass das Ziel der Einbeziehung von 9.500
Personen ebenso wie der geplante 55 %-Anteil an Frauen auf der
TeilnehmerInnenebene deutlich übertroffen wurde.

Weiters wurden im Jahr 2001 rd. 1000 Personen in spezifische
Maßnahmen für Ältere einbezogen.

Das Ziel der Einbindung von mindestens 400 Personen in
Schwerpunktsetzungen zu Gunsten Jugendlicher wurde ebenso deutlich
übertroffen (insgesamt wurde 640 Personen die Teilnahme ermöglicht)
wie die Zielgröße von 1.400 Unternehmenskooperationen. Insgesamt
wurde mit rund 2.600 Unternehmen direkte Kooperation im Rahmen von
Förderungen und Verbünden aufgenommen. Für Aussagen hinsichtlich der
Integration in Arbeitsverhältnisse bzw. weiterführende Schulungen ist
es zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch zu früh, da sich ein erheblicher
Teil des erfassten Personenkreises noch in den Maßnahmen befindet.

Aufbauend auf den positiven Ergebnissen des TBP 2001 soll der
Territoriale Beschäftigungspakt 2002 in den wesentlichen
Ausrichtungen - allerdings entsprechend den geänderten Anforderungen
des Arbeitsmarktes mit neuen Schwerpunktsetzungen - fortgesetzt
werden.

Ziele und Kurzbeschreibung
Qualitative Aspekte der Programmgestaltung

In Übereinstimmung mit den Säulen und Leitlinien des Nationalen
Aktionsplanes für Beschäftigung sowie den Zielsetzungen von Wiener
ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds, AMS Wien und Bundessozialamt für
Wien, Niederösterreich und Burgenland betrachten die beteiligten
Organisationen die folgenden Anliegen als qualitative Schwerpunkte im
TBP 2002 für Wien:

1. Zielgruppenpolitik

Wie schon in den vergangenen Jahren ist der traditionellen
Zielgruppenpolitik (Ältere, Jugendliche, Langzeitbeschäftigungslose,
Behinderte, Frauen) eine zentrale Bedeutung beizumessen. Weiters ist
die Wiedereingliederung von arbeitsmarktfernen Personen in das
Beschäftigungssystem eine wesentliche Zielsetzung des TBP 2002.

Das Bundessozialamt für Wien, Niederösterreich und Burgendland
beteiligt (EUR 5,028.000,-) sich erstmals am TBP 2002 für Wien.
Dadurch wird die Zielgruppe der Behinderten noch stärker
berücksichtigt. Die berufliche Integration und berufliche
Rehabilitation für behinderte Menschen soll die Teilnahme am
Arbeitsleben sicherstellen. Ziel ist, Widersprüche zwischen
Arbeitsleistung und Behinderung zu verringern, sowie
gesellschaftliche und betriebliche Einstellungen und Haltungen zu
verändern. Diese umfassende Aufgabenstellung braucht einen
ganzheitlichen Zugang, der sich vor allem auch an der Individualität
der betroffenen Menschen mit Behinderung orientieren muss.

2. Verbesserte Abstimmung von Angebot und Nachfrage

Vordringliche Aufgabe der proaktiven Arbeitsmarktpolitik wird
die frühzeitige Abfederung des wirtschaftlichen Strukturwandels auf
betrieblicher Ebene sein. Nach den spezifischen Möglichkeiten und
Instrumentarien der Partner AMS Wien, BSB und Wiener
ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds wird ein Teil ihrer Leistungen auf
die verbesserte Abstimmung von Angebot und Nachfrage abzielen, zum
Beispiel durch die Förderung von Qualifizierungsverbünden oder der
Förderung von Personalentwicklung in Klein- und Mittelbetrieben.

3. EQUAL - ein dem TBP assoziiertes Programm

Ziel von EQUAL ist die Integration von arbeitsmarktfernen
Personen in den Arbeitsmarkt. Die Innovation von EQUAL in Wien liegt
einerseits im Zusammenspiel mehrerer Partner auf regionaler und
transnationaler Ebene, wodurch für die jeweilige Zielgruppe ein
breites und aufeinander abgestimmtes Beratungs-, Betreuungs- und
Qualifizierungsangebot geschaffen werden kann. Innovativ sind auch
die methodischen Zugänge: So sind etwa im Themenfeld "Bekämpfung von
Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auf dem Arbeitsmarkt" Maßnahmen
zur Sensibilisierung in Betrieben geplant sowie neue Beratungsstellen
für MigrantInnen vorbereitet.

An den vom Beirat empfohlenen 9
Equal-Entwicklungspartnerschaften in Wien wird sich der Wiener
ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds als ein zentraler Vertragspartner
beteiligen. Er ist finanziell verantwortlicher Partner und vertritt
in den Entwicklungspartnerschaften die arbeitsmarktpolitische
Fachebene und ist somit auch an der inhaltlichen Mitarbeit beteiligt.

Erläuterungen zu den quantitativen Zielsetzungen des TBP 2002
Mit der Gesamtintegrationsquote wurde aufgrund der negativen
Arbeitsmarktentwicklung bzw. aufgrund der Prognosen zur
Arbeitsmarktentwicklung eine realistische quantitative Zielsetzung
von 60% auf 55% vereinbart.

Zielsetzung im TBP 2001 war, einen Frauenanteil von nicht
weniger als 60% auf Finanzierungs- und TeilnehmerInnenebene zu
erreichen. Durch die negative Beschäftigungsentwicklung bei den
Männern sehen sich die Partner veranlasst, einen immer noch
beachtlichen Frauenanteil von zumindest 50% auf der
TeilnehmerInnenebene zu vereinbaren. Auf der Finanzierungsebene ist
ein Frauenanteil geplant, welcher den Frauenanteil an der
Gesamtarbeitslosigkeit übersteigt.

Die Zielsetzung direkte Kooperation mit Unternehmen im Rahmen
von Förderungen und Verbünden des Gesamtprogrammes zur systematischen
Weiterentwicklung der Qualifikation der Wiener Arbeitskräfte wurde
von 1.400 auf 1.700 Unternehmen erhöht.

Die Zielsetzung des TBP 2001 war, mindestens 1.000 Personen in
spezifischen Maßnahmen für Ältere (+45) zu erfassen. Aufgrund der
Arbeitsmarktentwicklung (der verstärkten Probleme für Jugendliche)
ist im TBP 2002 geplant, mindestens 4.050 Personen in spezifischen
Maßnahmen für Jugendliche zu erfassen, ohne die Zielgruppe Ältere zu
vernachlässigen.

Die Zielsetzungen des TBP 2002 wurden mit dem Schwerpunkt
Behinderte noch weiter ausgebaut.

Für die Realisierung des "Territorialen Beschäftigungspaktes
Wien 2002" ist seitens des Landes Wien ein Beitrag in Höhe von EURO
14,534.566,83 (d.s. ATS 200,000.000) in Aussicht genommen, jedoch nur
unter der Voraussetzung, dass auch das Arbeitsmarktservice einen
zumindest gleich hohen Beitrag aufbringt. Gemäß einer Information des
Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds wurde die Beteiligung am
Territorialen Beschäftigungspakt Wien vom AMS beschlossen und wird
derzeit auch schon umgesetzt.

Seitens des Landes Wien ist beabsichtigt, den Anteil Wiens in
Höhe von EURO 14,534.566,83 als Beitrag dem Wiener ArbeitnehmerInnen
Förderungsfonds zur Verfügung zu stellen, diesbezüglich wurde im
Voranschlag der Gemeinde Wien für das Jahr 2002 Vorsorge getroffen.

Die Zurverfügungstellung der Landesmittel erfolgt zweckgebunden
für arbeitsmarktpolitische und strukturpolitische Interventionen; die
Entscheidung über den Einsatz der Mittel erfolgt auf Grundlage der
Satzung des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds. (Schluss) nk

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Norbert Kettner
Tel.: 4000/81 845
mailto:norbert.kettner@gfw.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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