Portugal ist ein attraktiver Nischenmarkt für österreichische Produkte

Trotz Konjunktureinbruchs feiern heimische Unternehmen beachtliche Erfolge Wien (PWK637) "Österreichische Firmen, die in den letzten Jahren bestrebt waren nach Portugal zu exportieren, können mit einer sehr positiven Entwicklung ihrer Geschäftsbeziehungen aufwarten", berichtet Dietmar Fellner, Handelsdelegierter in Lissabon. Das Außenhandelsvolumen mit Portugal ist mit 750 Mio. € auf einem für die Größe des Marktes stabilen Niveau und deckt mittlerweile alle Branchen ab. Der Konjunktureinbruch traf allerdings auch die österreichischen Exporte im ersten Halbjahr 2002, die um 10% zurückgingen.

Doch auch in der derzeitigen Situation gibt es viele Unternehmen, die in ihrem Bereich beachtliche Erfolge vorzuweisen haben. So konnte beispielsweise die Wiener Firma Logotronic durch gezielte Marktbearbeitung ganz Portugal flächendeckend mit Wasserpegel-Messgeräten ausrüsten. Durch eine geringe Industrialisierung und Spezialisierung ist Portugal auf Produkte mit hohem Entwicklungsstand angewiesen. Eine im Juni d. J. durchgeführte Wirtschaftsmission am Umweltsektor bewies, dass trotz der konjunkturell schwierigen Situation durchaus Geschäftserfolge erzielt werden können. Die Firma Ring beispielsweise konnte unter 20 sehr interessierten Firmen einen Vertreter auswählen und ist für die weitere Geschäftsentwicklung sehr zuversichtlich. Weitere rezente Erfolge sind Rolltreppen für Flughäfen auf den Azoren oder Archivregale für die Bibliothek des Kulturzentrums in Belem/Lissabon.

Der Regierungswechsel im Frühjahr 2002 brachte einschneidende Reformen und einen strikten Sparkurs mit sich. Die Versäumnisse der strukturellen Anpassung der letzten Jahre müssen nun auch bedingt durch den "blauen Brief" aus Brüssel dringendst aufgearbeitet werden. Gleichzeitig hat sich Portugal von einem der dynamischsten Länder in der EU zum Schlusslicht bei Wachstum und Staatsverschuldung entwickelt. Die neue rechtsliberale Regierung setzt nun alles daran, das Land wieder auf den Wachstumspfad zurückzuführen. Der konjunkturelle Einbruch (prognostiziertes BIP-Wachstum 2002: 0 - 1%) und das weit über den Maastricht-Kriterien liegende Budgetdefizit (-4,1% für 2002) erfordern rasches Handeln und durchaus schmerzhafte Reformen in der staatlichen Verwaltung und bei den strukturellen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft.
"Österreich ist in Portugal hoch angesehen und genießt den Ruf eines Musterlandes mit qualitativ hochwertigen Produkten, für die man auch bereit ist mehr zu zahlen. Das Geheimnis für die Marktbearbeitung lautet Geduld", so Fellner. Ein Schwachpunkt ist, trotz einiger sehr erfolgreich exportierender österreichischer Unternehmen, der Konsumsektor. Die AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) plant daher für die Zeit vom 6. - 10.April 2003 eine Wirtschaftsmission mit dem Thema "Lebensmittel" nach Lissabon. Diese wird zeitgleich mit der größten Lebensmittelmesse des Landes (Alimentaria) stattfinden. (pt)

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