- 03.09.2002, 12:44:45
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Grüne/Vana: Wien und Bund versagen in der Arbeitsmarktpolitik
Soziale Spaltung für Grüne unhaltbarer Zustand
Grüne (Wien) - Völliges Versagen in der Arbeitsmarkt- und
Wirtschaftspolitik bescheinigt die Grüne arbeitsmarktpolitische
Sprecherin in Wien, Dr. Monika Vana, sowohl Bund als auch der Wiener
SPÖ Stadtregierung. "Rekordarbeitslosigkeit über viele Monate hinweg
ist nicht alleine mit schwacher Konjunktur entschuldbar, sondern
zeugt von massiven Versäumnissen adäquater Maßnahmen für den Wandel
der Arbeitswelt", kommentiert Vana die jüngsten Arbeitslosenzahlen.
"Wer bei ständig steigender Arbeitslosigkeit die Zahlen schön
redet, hat den Bezug zur dramatischen Realität von tausenden
Arbeitsuchenden völlig verloren. 8.451 Arbeitsplätze weniger in Wien
im August, 70.345 (+14,2%) gemeldete Arbeitslose", zeigt sich Vana
erschüttert. "Das schlimme ist, tatsächlich erwerbslos sind ja viel
mehr, aber viele Mensche haben es aufgegeben, sich arbeitslos zu
melden, weil sie weder einen adäquaten und existenzsichernden Job,
noch gute Beratung oder sinnvolle Ausbildungen beim AMS angeboten
bekommen. Es ist höchste Zeit, diesen vielen Menschen zu zeigen, dass
ihre Probleme ernst genommen werden."
Für Vana ist das ein deutlicher Auftrag an die Verantwortlichen im
AMS und Wiener ArbeiterInnenförderungsfonds (WAFF), viel mehr in die
Weiterbildung dieser Menschen zu investieren. Statt dessen,
kritisiert sie, wird es immer mehr zur Regel, nur jenen eine
Weiterbildung zu finanzieren, die eine sichere Jobzusage haben. "Es
entwickelt sich eine immer größere Kluft zwischen jenen, die eine
Arbeit haben und jenen, deren Chance auf Erwerbsarbeit immer mehr
schrumpft. "Diese soziale Spaltung ist für uns Grüne ein unhaltbarer
Zustand", so Vana energisch.
Besonders von Arbeitslosigkeit betroffen sind jene
Personengruppen, die entweder keine abgeschlossene Schulausbildung,
nur Pflichtschulabschluss oder eine Lehre haben. Viele Jugendliche
finden nicht einmal eine Lehrstelle, um überhaupt den Eintritt in den
Arbeitsmarkt zu schaffen. Immer mehr atypische Beschäftigungen, in
denen vor allem auch viele Frauen arbeiten, sind weder
existenzsichernd, noch bieten sie eine arbeits- und sozialrechtliche
Absicherung.
Die Grünen fordern dringlichst:
- Erhöhung der finanziellen Mittel des WAFF
- Ein arbeitsmarktpolitisches Sofortprogramm für Wien unter
besonderer Berücksichtigung von Frauen und Wiedereinsteigerinnen
- Recht auf Ausbildung junger Menschen
- Umstiegshilfen und Qualifizierungsmaßnahmen für atypisch
Beschäftigte
- Bindung der Wiener Wirtschaftsförderung an beschäftigungspolitische
Kriterien
- Ausweitung der Qualifikationsprogramme,
- Einrichtung von arbeitsmarktpolitischen Beratungsstellen
Rückfragehinweis: Pressereferat, Tel: 4000-81821
http://wien.gruene.at
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