• 27.08.2002, 13:01:16
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OeNB - OeNB Vize-Gouverneurin Tumpel-Gugerell: Die Bank der Zukunft muss ihr Risikomanagement verbessern S P E R R F R I S T 15:00 UHR

Wien (OTS) - "Die richtige Umsetzung von Basel II durch den
Finanzsektor und die stete Kontrolle von Seiten der Aufsicht
wird zu einer merklichen Abnahme der konjunkturellen
Schwankungen im Kreditvergabeprozess führen. Damit wird ein
wertvoller Beitrag zu einer Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen
Stabilität geleistet", stellte die Vize-Gouverneurin der
Oesterreichischen Nationalbank, Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell,
den Bankenvertretern im Rahmen des diesjährigen Alpbacher
Bankenseminars in Aussicht. Der Finanzsektor spüre die
Auswirkungen der geringen Wirtschaftsdynamik und müsse erhöhte
Risikovorsorgen treffen. Angesichts der internationalen
Finanzskandale sei die Verlässlichkeit von Informationen ein
wichtiger Faktor für die Stärkung des Vertrauens in die
Finanzmärkte. In Österreich haben sich im ersten Halbjahr 2002
das Einlagen- und Kreditwachstum deutlich reduziert und auch
die Bilanzsummen der wichtigsten Banken entwickelten sich in
diesem Zeitraum leicht rückläufig.

Gerade für schwierige Situationen wie diese sei es wichtig,
rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Tumpel-Gugerell rief die
Bankenvertreter deshalb dazu auf, im Rahmen der Vorbereitungen
auf die neuen Eigenmittelbestimmungen von Basel II an einer
Verbesserung ihres Risikomanagements zu arbeiten: Die Bonität
eines Unternehmens muss im Rahmen des Kreditvergabeprozesses
aus langfristiger Perspektive über einen Konjunkturzyklus
hinweg betrachtet werden, sodass in wirtschaftlich schwierigen
Zeiten keine unerwarteten Risiken schlagend würden.

In Bezugnahme auf den Titel ihres Referats "Anforderungen an
die Bank der Zukunft aus Sicht der Systemstabilität"
identifizierte Tumpel-Gugerell vor allem drei Bereiche, die in
diesem Zusammenhang für die Bank der Zukunft von Relevanz
seien:

1. Die Bank der Zukunft muss ausreichend Eigenmittel halten.
Die Risiken, die eine Bank im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit
eingehe, müssen durch eine adäqute Unterlegung mit Eigenkapital
abgesichert sein. Österreichische Banken müssten vor allem
darauf achten, dass ihre dynamische Geschäftsentwicklung in den
Mittel- und Osteuropäischen Staaten auch von einem
entsprechenden Zuwachs beim Eigenkapital begleitet werde.

2. Die zunehmende internationale Konkurrenz und der
Ertragsdruck der Banken muss zu einer kritischen Durchleuchtung
der aktuellen Kostensituation der Banken führen. Das
Kosten/Ertragsverhältnis der österreichischen Banken sei im
internationalen Vergleich nach wie vor relativ hoch und müsse
im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden.

3. Die österreichische Bank der Zukunft müsse bestehende
Geschäftsfelder auf Ertragsfähigkeit überprüfen und Strategien
entwickeln, neue Märkte zu erschließen. Dabei wird insbesondere
auch angedacht werden müssen, inwieweit eine bessere
Zielerreichung im Rahmen der jeweiligen Geschäftsstrategie
durch eine engere Kooperation oder Verflechtung mit anderen
Finanzinstituten möglich ist.

Rückfragehinweis: Oesterreichische Nationalbank
Sekretariat des Direktoriums/
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43-1-404 20-6666
http://www.oenb.at

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