Kärntner Jägerschaft: Große Fortschritte in Richtung Selbstverwaltung

Umfassende Übertragung von Jagdagenden in die Selbstverwaltung der Jägerschaft geplant - LH Haider und LR Wurmitzer sehen darin große Chance für die Jägerschaft - LJM Gorton: Kärntens Jägerschaft ist österreichweit Vorreiter

Klagenfurt (LPD) - Kärntens Jägerschaft strebt die Selbstverwaltung an und macht dabei große Fortschritte, wie dies auf einer Enquete auf Schloss Mageregg/Klagenfurt am Montag abend bekräftigt wurde. Die weitgehende "Auslagerung" der jagdlichen Verwaltungsaufgaben vom Land in die Hände der Jägerschaft, ein Angebot seitens der Politik im Zuge der Verwaltungsreform an die Jäger, bezeichnete Landeshauptmann Jörg Haider als große Chance und Herausforderung. Auch bei den Kärntner Feuerwehren habe sich das Selbstverwaltungsmodell bestens bewährt, das er vor über zehn Jahren, als er erstmals Landeshauptmann war,eingeführt hatte, so Haider.

Das jagdliche Leben und die jagdliche Kultur könnte eigenverantwortlich gestaltet werden. Es sei eine große Verantwortung, die die Jägerschaft damit übernehme, genauer gesagt, würde damit diese Verantwortung von der Politik bzw. den Behörden wieder an die Jägerschaft "zurückgegeben" werden, erklärte Haider.

Der Rückzug der Politik mache die Verwaltung schlanker, zeigte sich der Landeshauptmann überzeugt, dass das präsentierte Strukturkonzept, das die Landespolitik gemeinsam mit der Jägerschaft erarbeitet hatte, eine gute Grundlage bildet und auch breite Akzeptanz finden wird.

Auch der für die Jagd zuständige Landesrat Georg Wurmitzer sagte, dass die Jägerschaft ihre Aufgaben in Eigenverantwortung effizienter und unbürokratischer bewältigen könne. Es sollte keine Zwangsbeglückung geben. Eine gute Kooperation zwischen Jägern und Grundeigentümern werde es immer brauchen. Kärntens Jagdwesen genieße einen hohen gesellschaftlichen und ethischen Stellenwert, dieser sollte fortgesetzt werden, appellierte Wurmitzer. Das hohe Ausbildungsniveau, der gute Zusammenhalt und die Kooperation mit der Landwirtschaft zeichne die Jägerschaft aus. Der Landesrat sprach im Zusammenhang mit der Enquete sogar von einem "Lostag" für die Kärntner Jägerschaft.

Landesjägermeister Ferdinand Gorton dankte den Landespolitikern, insbesondere LH Haider, LR Wurmitzer und dem - ebenfalls anwesenden -Landesfinanzreferenten LHStv. Karl Pfeifenberger. Seit über einem Jahr beschäftige sich die Jägerschaft intensiv mit der Verwaltungsreform, um mehr Selbstgestaltung und Gestaltungsfreiheit zu erlangen. Kärnten sei damit ein Vorreiter, das Strukturpapier diene auch den übrigen Bundesländern als Grundlage, so Gorton. Er zeigte sich auch mit dem finanziellen Rahmen von über 900.000 Euro zufrieden und ersuchte darum, die nötige Novellierung des Jagdgesetzes rasch einzuleiten.

Das Strukturkonzept der Jägerschaft listet zahlreiche Punkte auf, die künftig von der Jägerschaft allein wahrgenommen werden. Nur Jagdfeststellung, Jagdverpachtung und Bestrafung sollen im hoheitlichen Bereich verbleiben, hier will die Jägerschaft aber technische Hilfe leisten. Auch die Landesjagdabgabe, die übrigens nicht erhöht werden soll, soll künftig über die Jägerschaft laufen. Auch heikle Aufgaben wie wildökologische Raumplanung, Abschussplanung und -genehmigung sowie Fütterungsgenehmigung sollen im Sinne der Reform von der Jägerschaft selbst durchgeführt werden. Eine Aufwertung bzw. mehr Kompetenzen soll es künftig für die Hegeringleiter und Bezirksjägermeister geben. Die Enquete in Mageregg war überaus gut besucht, unter den vielen Gästen aus ganz Kärnten befanden sich auch der jagdbegeisterte Landesamtsdirektor Reinhard Sladko sowie Claudia Haider.(Schluss)

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