• 27.08.2002, 09:09:38
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Kärntner Jägerschaft: Große Fortschritte in Richtung Selbstverwaltung

Umfassende Übertragung von Jagdagenden in die Selbstverwaltung der Jägerschaft geplant - LH Haider und LR Wurmitzer sehen darin große Chance für die Jägerschaft - LJM Gorton: Kärntens Jägerschaft ist österreichweit Vorreiter

Klagenfurt (LPD) - Kärntens Jägerschaft strebt die
Selbstverwaltung an und macht dabei große Fortschritte, wie dies auf
einer Enquete auf Schloss Mageregg/Klagenfurt am Montag abend
bekräftigt wurde. Die weitgehende "Auslagerung" der jagdlichen
Verwaltungsaufgaben vom Land in die Hände der Jägerschaft, ein
Angebot seitens der Politik im Zuge der Verwaltungsreform an die
Jäger, bezeichnete Landeshauptmann Jörg Haider als große Chance und
Herausforderung. Auch bei den Kärntner Feuerwehren habe sich das
Selbstverwaltungsmodell bestens bewährt, das er vor über zehn Jahren,
als er erstmals Landeshauptmann war,eingeführt hatte, so Haider.

Das jagdliche Leben und die jagdliche Kultur könnte
eigenverantwortlich gestaltet werden. Es sei eine große
Verantwortung, die die Jägerschaft damit übernehme, genauer gesagt,
würde damit diese Verantwortung von der Politik bzw. den Behörden
wieder an die Jägerschaft "zurückgegeben" werden, erklärte Haider.

Der Rückzug der Politik mache die Verwaltung schlanker, zeigte sich
der Landeshauptmann überzeugt, dass das präsentierte Strukturkonzept,
das die Landespolitik gemeinsam mit der Jägerschaft erarbeitet hatte,
eine gute Grundlage bildet und auch breite Akzeptanz finden wird.

Auch der für die Jagd zuständige Landesrat Georg Wurmitzer sagte,
dass die Jägerschaft ihre Aufgaben in Eigenverantwortung effizienter
und unbürokratischer bewältigen könne. Es sollte keine
Zwangsbeglückung geben. Eine gute Kooperation zwischen Jägern und
Grundeigentümern werde es immer brauchen. Kärntens Jagdwesen genieße
einen hohen gesellschaftlichen und ethischen Stellenwert, dieser
sollte fortgesetzt werden, appellierte Wurmitzer. Das hohe
Ausbildungsniveau, der gute Zusammenhalt und die Kooperation mit der
Landwirtschaft zeichne die Jägerschaft aus. Der Landesrat sprach im
Zusammenhang mit der Enquete sogar von einem "Lostag" für die
Kärntner Jägerschaft.

Landesjägermeister Ferdinand Gorton dankte den Landespolitikern,
insbesondere LH Haider, LR Wurmitzer und dem - ebenfalls anwesenden -
Landesfinanzreferenten LHStv. Karl Pfeifenberger. Seit über einem
Jahr beschäftige sich die Jägerschaft intensiv mit der
Verwaltungsreform, um mehr Selbstgestaltung und Gestaltungsfreiheit
zu erlangen. Kärnten sei damit ein Vorreiter, das Strukturpapier
diene auch den übrigen Bundesländern als Grundlage, so Gorton. Er
zeigte sich auch mit dem finanziellen Rahmen von über 900.000 Euro
zufrieden und ersuchte darum, die nötige Novellierung des
Jagdgesetzes rasch einzuleiten.

Das Strukturkonzept der Jägerschaft listet zahlreiche Punkte auf,
die künftig von der Jägerschaft allein wahrgenommen werden. Nur
Jagdfeststellung, Jagdverpachtung und Bestrafung sollen im
hoheitlichen Bereich verbleiben, hier will die Jägerschaft aber
technische Hilfe leisten. Auch die Landesjagdabgabe, die übrigens
nicht erhöht werden soll, soll künftig über die Jägerschaft laufen.
Auch heikle Aufgaben wie wildökologische Raumplanung, Abschussplanung
und -genehmigung sowie Fütterungsgenehmigung sollen im Sinne der
Reform von der Jägerschaft selbst durchgeführt werden. Eine
Aufwertung bzw. mehr Kompetenzen soll es künftig für die
Hegeringleiter und Bezirksjägermeister geben. Die Enquete in Mageregg
war überaus gut besucht, unter den vielen Gästen aus ganz Kärnten
befanden sich auch der jagdbegeisterte Landesamtsdirektor Reinhard
Sladko sowie Claudia Haider.(Schluss)

Rückfragehinweis: Kärntner Landesregierung
Landespressedienst
Tel.: (0463) 536-2852
http://www.ktn.gv.at/index.html

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