• 06.08.2002, 12:25:28
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Gastgewerbe: Massive Vorwürfe völlig unseriös

Hinterleitner: Wo kommen nur diese Zahlen her? - Anzahl der Beschwerdefälle liegt im Promillebereich

Wien (PWK565) - "Man darf die Relationen nicht aus den Augen
verlieren. Das Gastgewerbe ist mit rund 60.000 Betrieben die
zahlenstärkste Branche in Österreich. Die Zahl der Euro-Beschwerden
liegt demgegenüber im Promillebereich", nimmt der Obmann des
Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich,
Komm.Rat Helmut Hinterleitner, zu den jüngsten aus Brüssel kommenden
Vorwürfen gegenüber dem österreichischen Gastgewerbe Stellung.

Die Vorwürfe seien im Detail nicht nachvollziehbar und in dieser Form
image- und geschäftsschädigend, kritisiert Hinterleitner scharf. Die
Branche sei nicht bereit, die Pauschalvorwürfe widerspruchslos
hinzunehmen und als Gegenstand für ein "Sommerthema" herzuhalten.

Die Faktenlage, so der Wirte-Sprecher, sieht folgendermaßen aus: Es
liegen 702 schriftliche Euro-Beschwerden aus allen Branchen vor, von
denen rund 580 Preissteigerungen betreffen. Wieviel davon konkret
auf das Gastgewerbe entfallen, geht aus dem Bericht der europäischen
Konsumentenschutzorganisation BEUC nicht hervor. Außerdem ist noch
lange nicht gesagt, dass es sich in diesen Fällen um gerechtfertigte
Beschwerden handelt.

"Die Art der Darstellung ist völlig unseriös. In der BEUC-Mitteilung
wird eine Steigerung der Beschwerden im Gastgewerbe gegenüber dem
Vorjahr um 12,3 Prozentpunkte genannt. Dabei wird nicht gesagt,
welche Bezugsgrößen herangezogen wurden. In absoluten Zahlen ist die
Zahl der Beschwerden gering. Dies bedeutet doch im Umkehrschluss,
dass die weitaus überwiegende Zahl der Wirte sauber kalkuliert und
keine ungerechtfertigten Preiserhöhungen vorgenommen hat." Auch sei
zu bedenken, dass gerade das Gastgewerbe zu den intensivst
kontrollierten Branchen gehört und schon allein deshalb mehr
Beschwerden vorliegen. Selbstverständlich gab es in Einzelfällen
Preisanpassungen, die aber in der Regel nicht Euro-bedingt waren.
Vielmehr wurde damit auf gestiegene Einstandspreise reagiert. Die
jüngste Preisanhebung der Produzenten bei alkoholfreien Getränken von
rund fünf Prozent wurde übrigens von den Gastwirten überwiegend
selbst getragen und nicht an die Konsumenten weitergegeben.

Tatsache ist weiters, dass es in Österreich laut den Erhebungen der
Euro-Preiskommission keine Euro-bedingten Preiserhöhungen gegeben
hat. Das Wirtschaftsministerium hat, um Vorwürfen entgegentreten zu
können, ein Euro-Barometer zur Preisbeobachtung eingerichtet. Dieses
sagt aus, dass es bei 92 bis 96 Prozent der Produkte aus dem
Warenkorb keine Preisänderungen gegeben hat. Bei durchschnittlich
zwei der Waren liegen sogar Preissenkungen vor.

Keine Euro-bedingten Preissteigerungen gab es im Handel, wie
Untersuchungen der Euro-Preiskommission und der Arbeiterkammer
ergaben. Die Teuerungsrate ist im ersten Halbjahr 2002 im
Einzelhandel auf 1,7 Prozent gefallen und stellt damit einen
ausgezeichneten Wert innerhalb der Euroländer dar. Der Handel hat
somit seine Ankündigung, die Preise im Zuge der Euro-Umstellung nicht
zu erhöhen, wahr gemacht. (hp)

Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
Presseabteilung
Tel.: (++43-1) 50105-4363
Fax: (++43-1) 50105-263
mailto:[email protected]
http://www.wko.at/Presse

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