- 06.08.2002, 11:57:16
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Kubitschek zu Ausverkauf der ÖIAG: Grasser braucht jeden Groschen für Budget-Desaster
Wien (SK) "Die heute in der Presse dargelegte Idee von
ÖIAG-Vorstandsmitglied Reiner Wieltsch, Dividenden an den
Finanzminister auszuschütten und die Österreichische Bergbauholding
zu verkaufen, zeigt deutlich, dass Grasser offenbar jeden Groschen
für sein Budget-Desaster benötigt", erklärte am Dienstag Maria
Kubitschek gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Die
SPÖ-Wirtschaftssprecherin betonte, dass die ÖIAG als
industriepolitisches Instrument erhalten bleiben müsse. ****
"Wie wichtig es ist, dass bei großen Industriebetrieben, von
denen wichtige Impulse für den ganzen Standort ausgehen, nationale
Eigentumskerne bestehen bleiben, zeigt sich ganz dramatisch am
Beispiel Semperit", sagte Kubitschek. "Von Konzernzentralen gehen
wichtige Impulse für den Wirtschaftsstandort aus. Wandern sie ins
Ausland ab, weil das Unternehmen verkauft wird, dauert es nicht
lange, bis auch strategisch wichtige Unternehmensteile abwandern.
"Bei Semperit war es zuerst die Forschungsabteilung und letztendlich
die gesamte Produktion", so Kubitschek weiter. Und das sei nicht nur
für die unmittelbar betroffenen Beschäftigten eine Katastrophe,
sondern für den gesamten Standort, weil viele Zulieferfirmen von
Aufträgen großer Industriebetriebe abhängig sind.
In Österreich habe die ÖIAG bisher die industriepolitisch wichtige
Rolle des strategischen Eigentümers wahrgenommen, erklärte
Kubitschek und verwies auf ÖIAG-Vorstand Wieltsch, der ebenfalls die
Rolle des Staates als Kernaktionär verteidigt, wie einem Interview
in der Tageszeitung der "Standard" zu entnehmen ist.
"Industriepolitische Zielsetzungen sind für Finanzminister Grasser
allerdings kein Thema mehr", so Kubitschek weiter. "Er missbraucht
die ÖIAG dazu, um wenigstens ein paar Löcher seines aus allen Fugen
geratenen Budgets zu stopfen." Dass dieser Vorschlag nicht einmal
rechtlich gedeckt ist, zeige nur umso mehr, wie groß die Budgetlücke
tatsächlich ist, meinte Kubitschek abschließend. (Schluss) up
Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
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