• 05.08.2002, 18:57:51
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Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Freiheitliches Aufatmen (von Michael Kuscher

Ausgabe vom 6. Aug. 2002

Klagenfurt (OTS) - Gaugg war ein Steher wie kein Zweiter. Nichts
und niemand brachte ihn und seine Begierlichkeit zu Fall. Da konnte
er seinen blauen Weggefährten Haider noch so "nerven", Gaugg stand
unbeeindruckt im blauen Gegenwind. Umgefallen ist er erst, als er
blau war. Der Alk ist ein Schwein. Er wird als Tröster gesucht und
entpuppt sich als Killer.

Das Aufatmen quer durch die FPÖ-Stuben war unüberhörbar. Das
größte Problem der Freiheitlichen hat sich von selbst erledigt. Zwar
keineswegs substanziell, wohl aber optisch. Das Symbol des
Privilegien-Rittertums hat sich aus dem Spiel genommen. Die Sache kam
derart gelegen, dass an eine "Inszenierung" zu denken nicht abwegig
erschien. Nur, selbst wenn, saufen tut jeder selber.

Aufatmen dürfen auch die Roten. Dass Gusenbauer zuletzt gegen
großen Widerstand so konsequent in der Frage der politischen
Alkohol-Toleranz durchgegriffen hat, beschleunigte gestern nicht nur
den Rückzug Gauggs, sondern macht es der FPÖ gleichzeitig unmöglich,
so zu tun, als hätte sie den "Saubermann" gepachtet.

Vergessen sei hier aber auch nicht die menschliche Dimension.
Reinhart Gaugg hat sich eine Existenz nicht nur aus Maßlosigkeit
ruiniert, sondern aus jener Schwäche heraus, die sich auf Alkohol
stützt.

Rückfragehinweis:
Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
mailto:[email protected]

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