- 04.08.2002, 10:00:01
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Tancsits: Wien Schlusslicht bei Vermittlung von Arbeitslosen
Beste Möglichkeiten werden nicht genutzt
Wien, 04. August 2002 (ÖAAB-PD) Wien ist anders. Diese
selbstgewählte Bezeichnung der Bundeshauptstadt wird besonders
deutlich, wenn man die Situation der Arbeitslosen in Wien
betrachtet: In keinem anderen Bundesland bleiben Arbeitslose so
lange ohne neuen Job wie in Wien, wo die Vermittlungsgeschwindigkeit
um bis zu 50 Prozent geringer ist als im übrigen Österreich,
kritisierte heute, Sonntag, ÖAAB – Generalsekretär Mag. Walter
Tancsits. Der Obmann des AAB – Wien, Dr. Matthias Tschirf, sieht
diesen Umstand als besonders beschämend für die Bundeshauptstadt an,
da "hier die besten Möglichkeiten zur Vermittlung Arbeitsloser
bestehen, weil alle Branchen mehr oder weniger an einem Punkt
versammelt und leicht zu erreichen sind". ****
Generell sei die Vermittlungsgeschwindigkeit ein Erfolg der
Arbeitsmarktpolitik , betonen Tancsits und Tschirf. In Österreich
sei die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit mit durchschnittlich
116 Tagen mittlerweile geringer als es sich die sogenannte Hartz –
Kommission in unserem Nachbarland Deutschland zum Ziel gesetzt hat.
Einziger Ausreisser in dieser erfolgreichen Bilanz sei Wien.
Vergleiche man die Verweildauer der Arbeitslosen in den
Bundesländern mit jener in Wien, so zeigten die Daten von Juni
dieses Jahres diesen Umstand sehr deutlich: In Wien betrug die
durchschnittliche Verweildauer 172 Tage, in Salzburg dagegen nur 69
Tage.
"Selbst im Burgenland, das nicht gerade als Paradies am Arbeitsmarkt
bekannt ist, war die Vermittlung der Arbeitslosen schneller. Die
Verweildauer beträgt dort im Durchschnitt 116 Tage", erläutert
Tancsits. Dabei müsse man bedenken, dass im Burgenland auch jene
Arbeitslosen erfasst werden, die ihren Job ursprünglich in Wien
hatten. Verliere ein Pendler seine Arbeit, so sei das AMS jenes
Bundeslandes, in dem er seinen Hauptwohnsitz habe, für ihn
zuständig. "Im Burgenland finden also sogar jene Arbeitslosen
schneller einen Job, die ursprünglich in Wien gearbeitet haben".
Gehe man von den Möglichkeiten aus, die sich in der Bundeshauptstadt
böten, so müsste Wien von allen die höchste
Vermittlungsgeschwindigkeit bei Arbeitslosen haben. "Hier sind die
meisten Branchen versammelt, die Arbeitsplätze sind in der Regel
leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Das Argument
der Unzumutbarkeit wegen eines zu weiten Anfahrtsweges falle hier
generell nicht ins Gewicht. An sich besteht ein Erklärungsbedarf der
Verantwortlichen, warum Wien nicht die geringste Verweildauer hat,
da ja das wesentlichste Zumutbarkeitshindernis, das des
Anfahrtsweges, in Wien entfällt", sagte Tancsits. Heute rächt es
sich, dass auf Grund SPÖ-interner Streitigkeiten jahrelang die
Reform des Wiener AMS verschleppt wurde und dass die rote Wiener
Landesregierung die an Arbeitsplatzfragen wohl am wenigsten
interessierte von allen Bundesländern ist, meinten Tschirf und
Tancsits.
(Schluss)
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