GEFAHR EISENBAHNKREUZUNG

Wie verhält man sich vor Bahnübergängen? Zahlreiche Unfälle im letzten Monat forderten Schwerverletzte und ein Todesopfer. KfV warnt: Augen und Ohren auf - Gefahr nicht unterschätzen

Wien (OTS) - Das Sprichwort "Da fährt der Zug drüber" kommt nicht von ungefähr - die Eisenbahn hat nämlich immer Vorrang und sie ist in jedem Fall die Stärkere unter den Verkehrsteilnehmern. Von Menschen mit motorisiertem Untersatz, aber auch von Fußgängern und Radfahrern wird leider die Gefahr oft falsch eingeschätzt. Im letzten Monat gab es allein fünf Zusammenstöße zwischen Schienenfahrzeug und Pkw. In allen Fällen wurde der Bahnübergang ganz einfach übersehen bzw. Schranken oder Lichtanlagen nicht ernst genommen. Die tragische Abfolge: Zug riss Pkw 150 Meter mit, für den 42-jährigen kam jede Hilfe zu spät; Pkw von Zug erfasst, Zehnjährige schwer verletzt; Pkw von Güterzug erfasst, der 23-jährige Lenker wurde schwer verletzt; Pkw von Lok erfasst und zur Seite geschleudert, 30-jährige wird verletzt; Auto von Zug mitgeschleift, 18-jähriger erlitt schwere Verletzungen. Diese tragischen Unfälle machen deutlich, dass das richtige Verhalten bei Eisenbahnkreuzungen für viele offenbar ein Rätsel ist. Neben den erwähnten Gründen, sind es vielfach die Wartezeiten, die als zu lang empfunden werden oder weil man den Fahrplan ohnehin (scheinbar) in und auswendig kennt.

Wie es ausgehen kann wenn man den Zug missachtet, zeigen die Unfallzahlen: Im Jahr 2001 gab es 84 Unfälle zwischen Straßenverkehrsteilnehmern und Zügen auf Eisenbahnkreuzungen. 114 Menschen wurden dabei zum Teil schwer verletzt, 22 wurden getötet. Zwei Drittel (53) der Unfälle passierten auf technisch nicht gesicherten Bahnübergängen.

Hinhören nicht vergessen!

Eisenbahnkreuzungen können zum Problem für ungeschützte Verkehrsteilnehmer und Kfz werden. Verlaufen die Gleise schräg über die Fahrbahn kann es auch für Radfahrer, Inline Skater oder Mopedfahrer gefährlich werden, da sich diese in den Schienen verfangen könnten. "Vielfach wird von den Verkehrsteilnehmern nicht beachtet, dass ein herannahender Zug nicht nur gesehen, sondern auch gehört werden muss. Die Pfeifsignale des Zuges ersetzen mangelnde Sichtweiten. Grundsätzlich gilt - und das betrifft den gesamten Straßenverkehr - Augen und Ohren offen halten! Es muss den Straßenverkehrsteilnehmern immer wieder bewusst gemacht werden, wie gefährlich eine Missachtung der Sicherungsanlagen bzw. zu wenig Vorsicht beim Queren der Schienen sein kann", rät Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) zu mehr Vorsicht.

Vorsicht: Schranken schließen unterschiedlich

Die zeitliche Dauer der Schrankenschließzeiten ist nicht bei jeder Eisenbahnkreuzung gleich. Während an manchen Bahnübergängen der Zug erst nach ein paar Minuten nach Sicherung der Kreuzung einfährt, fährt eine Garnitur an einer anderen Stelle unmittelbar danach ein. "Vor allem bei Halbschranken oder Lichtzeichenanlagen fühlen sich manche Verkehrsteilnehmer verleitet noch schnell die Kreuzung zu queren, weil sie mit einer längeren Wartezeit rechnen. Das ist nicht nur strengstens verboten, sondern kann dramatisch enden", warnt Thann.

Keine freie Fahrt an Eisenbahnkreuzungen!

Laut KfV-Rechtsabteilung muss vor einem Bahnübergang auf jeden Fall gewährleistet sein, dass eine gefahrlose Überquerung möglich ist. Eine Querung ist nur möglich, wenn kein Licht aufleuchtet, die Schranken vollständig geöffnet sind und sich kein Schienenfahrzeug nähert. Für alle Eisenbahnkreuzungen, gleich ob gesichert oder nicht gesichert, gilt: Es gibt keine freie Fahrt! In jedem Fall muss man sich selbst davon überzeugen, dass sich kein Zug nähert - am besten durch genaues Schauen und Hören! Grundsätzlich muss die Geschwindigkeit bei der Annäherung an eine Eisenbahnkreuzung so gewählt werden, dass jederzeit angehalten werden kann. In einem Bereich von 80 Meter vor bis unmittelbar nach dem Bahnübergang und auf dem Übergang selbst gilt ein absolutes Überholverbot. Auch das Parken, Halten und Umkehren ist - verständlicherweise - verboten. Wenn ein gefahrloses Überqueren der Eisenbahnkreuzung möglich und erlaubt ist, muss eine Überquerung ohne Verzögerung und so rasch wie möglich erfolgen.

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Gabriele Hinterkörner
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/161
http://www.kfv.at

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