• 24.07.2002, 11:20:15
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Vana: "Wir fordern einen Wiener Frauenarmutsbericht, ähnlich dem Salzburger Modell"

Wiener Grüne kritisieren den drastischen Anstieg der Frauenarmut.

Wien (Grüne) - Einen Wiener Frauenarmutsbericht ähnlich dem der
Stadt Salzburg fordert die Frauensprecherin der Wiener Grünen, Monika
Vana. "Die Wiener SPÖ könnte sich an ihren KollegInnen in Salzburg
ein Beispiel nehmen und statt ständigen Schönredens und
Selbstbeweihreucherungen endlich Fakten über die tatsächliche
Situation der Frauen in Wien auf den Tisch legen", so Vana. "Die
Armut und Armutsgefährdung von Frauen steigt auch in Wien dramatisch,
daran ändert auch die von der SPÖ ständig ins Treffen geführte
vergleichsweise hohe Frauenerwebsquote und höhere
Durchschnittseinkommen nichts."

Die Wiener Grüne schlagen seit längerer Zeit vor allem wegen der
mangelnden Existenzsicherung von Arbeitsplätzen Alarm, die mit der
rapide steigenden Atypisierung von Beschäftigungsverhältnissen und
der radikalen Flexibilisierung des Arbeitsmarktes einhergehe.
Insgesamt habe nur mehr jede dritte Frau in Österreich einen
eigenständig existenzsichernden Arbeitsplatz, jede vierte habe keinen
eigenen Pensionsanspruch. Allein die Zahl der Geringfügig
Beschäftigten habe im Juni einen neuen Rekordwert erreicht: 153.409
Frauen (im Gegensatz zu 62.031 Männern) sind Österreichweit bereits
nur mehr geringfügig beschäftigt, das heißt ohne ausreichenden
sozialen Schutz, ohne Aufstiegsmöglichkeiten im Betrieb und ohne
Arbeitslosenversicherung. Auch am Anstieg der Zahl der Freien
DienstnehmerInnen (Frauen und Männer sind hier mit jeweils über
12.000 in etwa gleichverteilt) zeige sich nach Ansicht Vanas die
bewusste Flucht der Unternehmen aus dem Arbeitsrecht: Freie
DienstnehmerInnen haben weder Urlaubs- noch Abfertigungsanspruch,
noch Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

"Zur Armutsfalle Kinder ist in den letzten Jahren die Armutsfalle
Teilzeitarbeit hinzugekommen", konstatiert Vana. "Selbst sehr gut
ausgebildete Frauen sind oft trotz Erwerbsarbeit armutsgefährdet,
weil sie zugunsten der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie
einen nicht existenzsichernden Teilzeitjob annehmen und so
langfristig auf das Partnereinkommen angewiesen sind. Das
schrittweise Aussteigen aus dem Arbeitsmarkt bedeutet das
schrittweise Abrutschen in die Armut."

Die Wiener Grünen fordern die qualitative und quantitative
Untersuchung der Situation der Frauen in einem jährlich zu
veröffentlichenden Wiener Frauenarmutsbericht. "Die Stadt Wien solle
endlich mit dem Schönreden aufhören und auf die steigende Frauenarmut
reagieren", so Vana. "Einzelaktionen wie die kürzlich vorgestellte
WAFF-Initiative ‚FRECH - Frauen ergreifen Chancen' seien zu begrüßen,
aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Auch wenn die
frauenfeindliche Politik der Bundesregierung viel zur
Verschlechterung der Lage der Frauen beiträgt: Konzepte gegen die
Frauenarmut sind im roten Wien längst überfällig", so Vana
abschließend.

Rückfragehinweis: Pressereferat des Grünen Klubs im Rathaus
Tel.: 4000-81814
http://wien.gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GKR/Grüne

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