Vana: "Wir fordern einen Wiener Frauenarmutsbericht, ähnlich dem Salzburger Modell"

Wiener Grüne kritisieren den drastischen Anstieg der Frauenarmut.

Wien (Grüne) - Einen Wiener Frauenarmutsbericht ähnlich dem der Stadt Salzburg fordert die Frauensprecherin der Wiener Grünen, Monika Vana. "Die Wiener SPÖ könnte sich an ihren KollegInnen in Salzburg ein Beispiel nehmen und statt ständigen Schönredens und Selbstbeweihreucherungen endlich Fakten über die tatsächliche Situation der Frauen in Wien auf den Tisch legen", so Vana. "Die Armut und Armutsgefährdung von Frauen steigt auch in Wien dramatisch, daran ändert auch die von der SPÖ ständig ins Treffen geführte vergleichsweise hohe Frauenerwebsquote und höhere Durchschnittseinkommen nichts."

Die Wiener Grüne schlagen seit längerer Zeit vor allem wegen der mangelnden Existenzsicherung von Arbeitsplätzen Alarm, die mit der rapide steigenden Atypisierung von Beschäftigungsverhältnissen und der radikalen Flexibilisierung des Arbeitsmarktes einhergehe. Insgesamt habe nur mehr jede dritte Frau in Österreich einen eigenständig existenzsichernden Arbeitsplatz, jede vierte habe keinen eigenen Pensionsanspruch. Allein die Zahl der Geringfügig Beschäftigten habe im Juni einen neuen Rekordwert erreicht: 153.409 Frauen (im Gegensatz zu 62.031 Männern) sind Österreichweit bereits nur mehr geringfügig beschäftigt, das heißt ohne ausreichenden sozialen Schutz, ohne Aufstiegsmöglichkeiten im Betrieb und ohne Arbeitslosenversicherung. Auch am Anstieg der Zahl der Freien DienstnehmerInnen (Frauen und Männer sind hier mit jeweils über 12.000 in etwa gleichverteilt) zeige sich nach Ansicht Vanas die bewusste Flucht der Unternehmen aus dem Arbeitsrecht: Freie DienstnehmerInnen haben weder Urlaubs- noch Abfertigungsanspruch, noch Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

"Zur Armutsfalle Kinder ist in den letzten Jahren die Armutsfalle Teilzeitarbeit hinzugekommen", konstatiert Vana. "Selbst sehr gut ausgebildete Frauen sind oft trotz Erwerbsarbeit armutsgefährdet, weil sie zugunsten der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen nicht existenzsichernden Teilzeitjob annehmen und so langfristig auf das Partnereinkommen angewiesen sind. Das schrittweise Aussteigen aus dem Arbeitsmarkt bedeutet das schrittweise Abrutschen in die Armut."

Die Wiener Grünen fordern die qualitative und quantitative Untersuchung der Situation der Frauen in einem jährlich zu veröffentlichenden Wiener Frauenarmutsbericht. "Die Stadt Wien solle endlich mit dem Schönreden aufhören und auf die steigende Frauenarmut reagieren", so Vana. "Einzelaktionen wie die kürzlich vorgestellte WAFF-Initiative ‚FRECH - Frauen ergreifen Chancen' seien zu begrüßen, aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Auch wenn die frauenfeindliche Politik der Bundesregierung viel zur Verschlechterung der Lage der Frauen beiträgt: Konzepte gegen die Frauenarmut sind im roten Wien längst überfällig", so Vana abschließend.

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