- 17.07.2002, 16:21:59
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Aut Idem: günstiges Medikament - gleiche Wirkung - AUDIO
Köln (OTS) - "Aut Idem" ist lateinisch und heißt "oder das
gleiche". Seit dem ersten Juli gibt es ein Gesetz mit diesem Namen,
das im deutschen Gesundheitssystem Kosten sparen soll. Es
verpflichtet Apotheken, günstige Arzneimittel auszugeben, wenn der
Arzt nichts anderes verfügt hat. Dabei müssen sich die Apotheke nach
einer Liste richten, die ständig aktualisiert wird. Dr. Leonhard
Hansen von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung erklärt, für welche
Medikamente das neue Gesetz gilt:
0-Ton: (ors06911) Hansen 24 sec.
"Die Präparate müssen identisch sein, was den Wirkstoff angeht,
was die Wirkstärke angeht, was die Darreichungsform angeht und was
die Packungsgröße angeht. Und wenn jetzt ein entsprechender Wirkstoff
aufgeschrieben wird und der Arzt das Austauschen nicht ausdrücklich
verbietet, ist der Apotheker verpflichtet, ein Präparat des unteren
Preisdrittels an den Patienten abzugeben."
Das kann bedeuten, dass der Kunde in der Apotheke ein anderes
Medikament bekommt, als auf seinem Rezept steht. Bedeutet das eine
Verschlechterung für kranke Menschen?
0-Ton: (ors06912) Hansen 19 sec.
"Also, der Patient braucht "Aut Idem" nicht zu fürchten. Der Arzt
macht die Diagnose und bestimmt die Therapie. Und er bestimmt auch
den Wirkstoff, die Dosierung, die Einnahme, die Darreichungsform. Der
Apotheker hat nur die Aufgabe, ein Präparat aus dem unteren
Preisdrittel dann auszusuchen."
Medizinisch gesehen sind die Arzneimittel identisch. Aber das neue
Gesetz spart Kosten:
0-Ton: (ors06913) Hansen 21 sec.
"Der Sinn von "Aut Idem" liegt rein in dem Versuch,
Wirtschaftlichkeitsreserven bei den Arzneimittelausgaben zu
erschließen. Und das kommt ja auch Patienten zugute, weil, wenn an
der Stelle gespart werden kann - ohne Qualitätsverlust - dann ist das
für jeden gut, im Zweifelsfall auch für den Beitragssatz, dass er
nicht so schnell steigt, wie er in den letzten Jahren immer wieder
gestiegen ist."
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung empfiehlt Patienten, die
sich näher informieren wollen, mit dem behandelnden Arzt zu sprechen.
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ors Originaltext: Kassenärztliche Bundesvereinigung
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Kassenärztliche Bundesvereinigung,
Dr. Roland Stahl,
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