Erfreulicher Großauftrag Maltas für Österreich wird Exporte weiter beflügeln

Malta derzeit Schlusslicht bei den EU-Beitrittsverhandlungen

Wien (PWK532) - "Österreich zählte wie auch andere kleinere EU-Staaten (Finnland, Griechenland, Portugal) zu den Gewinnern des maltesischen Nachfrageeinbruches und zeigte damit seine relative Unabhängigkeit von der stark elektroniklastigen maltesischen Exportindustrie", stellt der für Malta zuständige Handelsdelegierte Michael Pötscher fest. Durch ein Projekt im Bereich der Nachrichtentechnik im Jahr 2000 kam es zu einer Exportsteigerung um 29,3 % auf 22,6 Mio. Euro. Dank einer weiteren Ausbaustufe dieses Projektes 2001 im Ausmaß von 9,96 Mio. Euro (37 % der österreichischen Gesamtexporte) kam es auch im Vorjahr zu einem Exportplus von 18,2 % auf 26,72 Mio. Euro. Ohne dieses Projekt verzeichneten die österreichischen Lieferungen immerhin noch eine Steigerung um 8,2 %, so Pötscher zur erfreulichen Entwicklung.

Am 26. April 2002 erfolgte die offizielle Mitteilung über den Zuschlag an den Flughafen Wien zur 40%-igen Teilprivatisierung des "Malta International Airport" (MIA). Die formelle Unterzeichnung wird am 23. Juli 2002 erfolgen. Der Flughafen Wien AG als Mehrheitsgesellschafter im "Malta Mediterranean Link"-Konsortium setzte sich gegen namhafte internationale Bietergemeinschaften durch. Der Zuschlag erfolgte auch im Hinblick darauf, dass der Flughafen Wien über eine ausgezeichnete Erfahrung in der Entwicklung und im Betrieb eines Flughafens mit Drehscheibenfunktion verfügt. Ähnlich wie der Flughafen Wien als Plattform im Verkehr mit Osteuropa fungiert, soll auch der Flughafen Malta diese Funktion für den mediterranen Raum übernehmen.
Derzeit fertigt MIA ca. 3 Millionen Passagiere ab und beschäftigt etwa 450 Mitarbeiter.

Es handelt sich in Malta um das bisher größte Privatisierungsprojekt und um einen bedeutenden Großauftrag für die österreichische Wirtschaft, der den bilateralen Beziehungen beider Länder zusätzlichen Aufwind geben wird. Die österreichischen Lieferungen nach Malta bestehen hauptsächlich aus Maschinen und Fahrzeugen, Nachrichtentechnik, Lebensmitteln, Holz und Papier. Malta lieferte im Vorjahr Waren im Wert von 8,97 Mio. Euro (+ 10,1 %) und stellte damit die immer enger werdende Handelsverflechtung beider Länder unter Beweis. Die maltesischen Lieferungen nach Österreich bestehen überwiegend aus chemische Erzeugnissen, Bekleidung, integrierten Schaltungen, Brillenfassungen und Unterhaltungsartikeln.

Die im Mittelmeer gelegene Inselgruppe Malta mit ihren rund 385.000 Einwohnern erlangte 1964 die Unabhängigkeit von Großbritannien, gehört jedoch nach wie vor dem Commonwealth an. 1990 wurde ein Antrag auf Vollmitgliedschaft in der EU gestellt. Trotz optimistischer Prognosen konnten bis jetzt erst 21 von 31 Kapiteln der Beitrittsverhandlungen provisorisch abgeschlossen werden. Malta ist damit wider Erwarten zum Schlusslicht unter den Beitrittskandidaten der nächsten Runde geworden.
Dennoch sprechen Optimisten von der Möglichkeit eines EU-Beitritts im Jahr 2004. Knapp vorher finden allerdings noch Parlamentswahlen statt, wobei die sozialdemokratische Partei bis 2003 weiterhin ihrem "Nein zur EU" treu bleiben wird. Hinter sich weiß sie die Gewerkschaften der Malta Drydocks und anderer Unternehmen der öffentlichen Verwaltung. Im Falle eines Wahlsieges gilt der Abbruch der Beitrittsverhandlungen daher als sicher. Die Regierung rechnet jedoch mit der psychologischen Wirkung einer weltweiten Wirtschaftskrise, die den Wunsch in der Bevölkerung bestärken könnte, in den schützenden Hafen des großen Binnenmarktes EU einlaufen zu dürfen. (pt)

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171125 Jul 02

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