- 17.07.2002, 11:25:59
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Erfreulicher Großauftrag Maltas für Österreich wird Exporte weiter beflügeln
Malta derzeit Schlusslicht bei den EU-Beitrittsverhandlungen
Wien (PWK532) - "Österreich zählte wie auch andere kleinere
EU-Staaten (Finnland, Griechenland, Portugal) zu den Gewinnern des
maltesischen Nachfrageeinbruches und zeigte damit seine relative
Unabhängigkeit von der stark elektroniklastigen maltesischen
Exportindustrie", stellt der für Malta zuständige Handelsdelegierte
Michael Pötscher fest. Durch ein Projekt im Bereich der
Nachrichtentechnik im Jahr 2000 kam es zu einer Exportsteigerung um
29,3 % auf 22,6 Mio. Euro. Dank einer weiteren Ausbaustufe dieses
Projektes 2001 im Ausmaß von 9,96 Mio. Euro (37 % der
österreichischen Gesamtexporte) kam es auch im Vorjahr zu einem
Exportplus von 18,2 % auf 26,72 Mio. Euro. Ohne dieses Projekt
verzeichneten die österreichischen Lieferungen immerhin noch eine
Steigerung um 8,2 %, so Pötscher zur erfreulichen Entwicklung.
Am 26. April 2002 erfolgte die offizielle Mitteilung über den
Zuschlag an den Flughafen Wien zur 40%-igen Teilprivatisierung des
"Malta International Airport" (MIA). Die formelle Unterzeichnung wird
am 23. Juli 2002 erfolgen. Der Flughafen Wien AG als
Mehrheitsgesellschafter im "Malta Mediterranean Link"-Konsortium
setzte sich gegen namhafte internationale Bietergemeinschaften durch.
Der Zuschlag erfolgte auch im Hinblick darauf, dass der Flughafen
Wien über eine ausgezeichnete Erfahrung in der Entwicklung und im
Betrieb eines Flughafens mit Drehscheibenfunktion verfügt. Ähnlich
wie der Flughafen Wien als Plattform im Verkehr mit Osteuropa
fungiert, soll auch der Flughafen Malta diese Funktion für den
mediterranen Raum übernehmen.
Derzeit fertigt MIA ca. 3 Millionen Passagiere ab und beschäftigt
etwa 450 Mitarbeiter.
Es handelt sich in Malta um das bisher größte Privatisierungsprojekt
und um einen bedeutenden Großauftrag für die österreichische
Wirtschaft, der den bilateralen Beziehungen beider Länder
zusätzlichen Aufwind geben wird. Die österreichischen Lieferungen
nach Malta bestehen hauptsächlich aus Maschinen und Fahrzeugen,
Nachrichtentechnik, Lebensmitteln, Holz und Papier. Malta lieferte
im Vorjahr Waren im Wert von 8,97 Mio. Euro (+ 10,1 %) und stellte
damit die immer enger werdende Handelsverflechtung beider Länder
unter Beweis. Die maltesischen Lieferungen nach Österreich bestehen
überwiegend aus chemische Erzeugnissen, Bekleidung, integrierten
Schaltungen, Brillenfassungen und Unterhaltungsartikeln.
Die im Mittelmeer gelegene Inselgruppe Malta mit ihren rund 385.000
Einwohnern erlangte 1964 die Unabhängigkeit von Großbritannien,
gehört jedoch nach wie vor dem Commonwealth an. 1990 wurde ein Antrag
auf Vollmitgliedschaft in der EU gestellt. Trotz optimistischer
Prognosen konnten bis jetzt erst 21 von 31 Kapiteln der
Beitrittsverhandlungen provisorisch abgeschlossen werden. Malta ist
damit wider Erwarten zum Schlusslicht unter den Beitrittskandidaten
der nächsten Runde geworden.
Dennoch sprechen Optimisten von der Möglichkeit eines EU-Beitritts im
Jahr 2004. Knapp vorher finden allerdings noch Parlamentswahlen
statt, wobei die sozialdemokratische Partei bis 2003 weiterhin ihrem
"Nein zur EU" treu bleiben wird. Hinter sich weiß sie die
Gewerkschaften der Malta Drydocks und anderer Unternehmen der
öffentlichen Verwaltung. Im Falle eines Wahlsieges gilt der Abbruch
der Beitrittsverhandlungen daher als sicher. Die Regierung rechnet
jedoch mit der psychologischen Wirkung einer weltweiten
Wirtschaftskrise, die den Wunsch in der Bevölkerung bestärken könnte,
in den schützenden Hafen des großen Binnenmarktes EU einlaufen zu
dürfen. (pt)
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