Zwischenbilanz der AK-Aktion "Diskriminierungsfall des Monats"

Linz (AKO) Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat es sich im "Jahr der Chancengleichheit" zum Ziel gesetzt, mit dem "Diskriminierungsfall des Monats" den Blick der Öffentlichkeit auf die alltäglichen Diskriminierungen zu lenken, denen Frauen im Berufsleben ausgesetzt sind.

Eine von vielen Ursachen für die scheinbare Toleranz von Ungleichbehandlung ortet die AK in der gesellschaftlich tief verwurzelten Überzeugung, dass Männer mehr verdienen müssen, weil sie Familienerhalter sind. Tatsächlich sind in Oberösterreich rund 15 Prozent der unselbstständig erwerbstätigen Frauen mit Kindern allein erziehend, bei fast zwei Dritteln der Ehepaare mit Kindern ist die Frau erwerbstätig.

Der Arbeiterkammer ist es wichtig, dass Diskriminierungen von vornherein verhindert werden. Daher unterstützt sie Unternehmen bei der Installierung von betrieblichen Frauenförderungsprojekten. Betriebsräte/-rätinnen bietet sie im Herbst ein Seminar zur Sensibilisierung für geschlechtsspezifische Diskriminierungen an.

Für berufstätige Frauen ist ein Training zum Aushandeln von Arbeitsbedingungen geplant. Die AK-Broschüre "Gleichbehandlung im Betrieb" zeigt Betroffenen, wie sie sich zur Wehr setzen können. Und für Fragen zur sexuellen Belästigung steht eine eigene Rechtsberaterin zur Verfügung.

Im Zusammenhang mit sexueller Belästigung fordert die Arbeiterkammer übrigens einen Kündigungsschutz für die Dauer des Beschwerdeverfahrens. Dieser soll verhindern, dass Betriebe das Problem durch den Hinauswurf des Opfers "lösen".

Diskriminierungsfall des Monats Juli: Gebügelt wird nur für Männer Der Jahreszeit entsprechend wurde für den Diskriminierungsfall des Monats Juli ein heißes Eisen gewählt: nämlich das Bügeleisen, dessen Verwendung Männern im Gastgewerbe offenbar nicht zugemutet werden kann.

Eine Arbeitsrechts-Expertin der AK-Bezirksstelle Steyr stolperte bei der Beratung eines Arbeitnehmers über folgende Passage in dessen Dienstvertrag mit einem Tiroler Hotel: "Das Bügeln der Wäsche übernehmen wir nur für männliche Mitarbeiter und dafür verrechnen wir pro Monat S 350,--. Bei Paaren hoffen wir sehr, dass die Frau das Bügeln übernimmt."

Bei der Anfrage des Arbeitnehmers ging es übrigens nicht um diesen Passus, sondern um eine Kündigung im Krankenstand.

Schlussfolgerung:
Solange keine Betroffene gegen diese Art der Diskriminierung Einspruch erhebt, solange wird sich nichts ändern. Aber welche weibliche Saisonkraft, die nur kurz im betreffenden Betrieb arbeitet, wird dieses heiße Eisen wohl anfassen?

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171058 Jul 02

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