Faymann: Sanierung und Neubau statt Mietenwucher und Spekulation

Dachgleiche des Projekts "Wohnraum Rosenstein"

Wien (OTS) - "Die Erneuerung und Aufwertung von innerstädtischen Gebieten findet in Wien nicht nur in Konzepten, sondern in der Praxis statt. Qualitätsverbesserung der Wohnungen, Schaffung von Infrastruktur und die Verbesserung des öffentlichen Raums sind für uns die wichtigsten Ansatzpunkte im Kampf gegen Spekulation und damit zur Verbesserung der Lebensqualität der Schwächsten in unserer Stadt. Der Wohnraum Rosensteingasse ist zwar nur eines von vielen Projekten, aber dafür eines mit hohem Symbolgehalt, weil es sich um ein klassisches Spekulationsgebiet gehandelt hat. Seit 1996 hat die Stadt die Errichtung von mehr als 140 Projekten mit insgesamt fast 10.000 Wohnungen in den erneuerungsbedürftigen Gebieten Wiens gefördert. In diesen Gebieten wurden in den letzten fünf Jahren bzw. werden gerade 1.100 Objekte mit fast 58.000 Wohnungen gefördert saniert", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann anlässlich der Dachgleichenfeier des Wohnraums Rosenstein.

Das Areal zwischen Rosensteingasse, Lobenhauerngasse, Gschwandnergasse und Geblergasse hat in der Vergangenheit als "Langer Block" durch Spekulation und Mietenwucher traurige Berühmtheit erlangt. Nun soll dieser Block als "Wohnraum Rosensteingasse" zu einem beliebten Wohngebiet des 17. Bezirks werden. Im heurigen Frühjahr haben die Sanierungs- und Bauarbeiten begonnen, im Frühjahr 2003 werden die ersten Mieter ihre neuen Wohnungen beziehen.****

Der Block selbst befand sich in katastrophalem Zustand, sodass für die Baupolizei regelmäßig Grund zum Einschreiten bestand. Die Bauaufträge der Baupolizei wurden von den privaten Hauseigentümern aber immer wieder ignoriert. Nachdem die Verstöße gegen die Bauordnung und das Mietrechtsgesetz aber immer gravierender und massiver wurden, konnte die Stadt diese Aktivitäten letztendlich stoppen. Eine Gruppe gemeinnütziger Bauvereinigungen erwarb die Liegenschaften. Acht Liegenschaften sind nun im Besitz der "Neue Heimat/Gewog". Sieben davon werden neu bebaut, das Althaus an der Ecke Lobenhauerngasse/Gschwandnergasse wird revitalisiert.

Die beiden Bauträger "Österreichisches Siedlungswerk" und "Familienhilfe" erwarben insgesamt drei Liegenschaften. Zwei davon werden nach den Plänen von Architekt Hermann Czech neu bebaut, eine Liegenschaft an der Rosensteingasse wird saniert.

Das sehr komplexe Einreichungsverfahren, das umfangreiche flächenübergreifende Durchwegungskonzept sowie die Tatsache, dass der Grundwasserspiegel in diesem Gebiet sehr hoch liegt und die Grundfundierungen deshalb sehr problematisch waren, haben zu beträchtlichen Verzögerungen geführt. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass die Wohnungen im Jahr 2003 bezogen werden können.

179 Wohnungen, Büros, Geschäfte und Heime

Insgesamt wird der "Wohnraum Rosensteingasse" rund 16.300 m² Nutzfläche umfassen, davon rund 12.600 m² Wohnraum. 179 Wohnungen entstehen, wobei ein Mix von Miete mit oder ohne Eigentumsoption sowie von gefördertem und frei finanziertem Eigentum angeboten wird.

Die Stadt fördert dieses Projekt mit 6,9 Mio. Euro, die Gesamtbaukosten liegen bei etwa 19 Mio. Euro. Der Eigenmittelanteil für die zukünftigen Mieter liegt bei durchschnittlich 460 Euro pro m², die Bruttomiete inklusive Betriebskosten liegt bei durchschnittlich 6,10 Euro pro m².

Die Infrastruktur des Wohnraums Rosensteingasse ist sehr gut. Die Hernalser Hauptstraße in der Nähe bietet eine Reihe verschiedener Nahversorgungsgeschäfte, die Straßenbahnlinien 9 und 43 sind in , Apotheken, Ärzte und Schulen sind zu Fuß leicht erreichbar.

Sozialpädagogische Wohngemeinschaften - Eine "Familie" für Kinder und Jugendliche

Im "WohnRaum Rosensteingasse" werden auch zwei sozialpädagogische Jugendwohngemeinschaften der Magistratsabteilung 11 (Amt für Jugend und Familie) Platz finden.

In einer Sozialpädagogischen Wohngemeinschaft(WG) leben 8 Kinder/Jugendliche als Familiengruppe. Sie werden von SozialpädagogInnen rund um die Uhr betreut. Grundsätzlich kommen die Kinder in eine Wohngemeinschaft, wenn die Situation in einer Familie so schwierig geworden ist, dass es nicht mehr weitergeht, oder Eltern ihre Kinder nicht mehr versorgen können. Das Leben in der Wohngemeinschaft entspricht dem Zusammenleben in einer großen Familie mit mehreren Geschwistern.

Basales Tageszentrum des Institutes Haus der Barmherzigkeit

Auf 700 m² Fläche wird im Frühjahr 2003 im Wohnprojekt "WohnRaum Rosensteingasse" ein Tageszentrum für Klienten mit basalem Unterstützungsbedarf eröffnet. Sieben Gruppenräume und drei Therapieräume werden zur Verfügung stehen. Ein kleiner Gartenbereich ist ebenfalls geplant. Die gesamte bauliche Ausführung nimmt Rücksicht auf den hohen Platzbedarf sowie die behindertengerechte Ausstattung.

Die Projekte im einzelnen:

o A. Bauteil Neue Heimat - Neubau - Gschwandnergasse 20-24
34 Wohnungen u.a. mit Home-Office, Laubengangerschließung mit erweitetem Eingangsbereich, Erkerfenstern, einem Geschäftslokal
o B. Bauteil Gewog - Sanierung - Lobenhauerngasse 19
22 Wohnungen und zwei Büros mit Loftcharakter und variabler Grundrissgestaltung, u.a. mit Terrassen im Dachgeschoß, Mehrzweckraum mit 97m²
o C. Bauteil Gewog Neubau - Lobenhauerngasse 11-17
73 Wohnungen, u.a. mit Terrassen am Dachgeschoß,
Kinderspielraum, Fitnessraum
o D. Bauteil ÖSW - Neubau - Geblergasse 98-100
38 Wohnungen, jede Wohnung hat einen individuellen Freibereich, u.a. mit Gemeinschaftsterrasse, Kinderspielraum,
Kinderspielplatz
o E. Bauteil Familienhilfe - Sanierung und Neubau -
Rosensteingasse 41
12 Wohnungen, Büroflächen und ein Jugendzentrum, u.a. mit Kinderspielraum, Solaranlage am Dach zur Warmwasserbereitung, Erdgeschosswohnungen mit Eigengarten, Terrassenwohnungen

Die Homepage http://www.wohnraum-rosensteingasse.at/
bietet einen anschaulich gestalteten Überblick über Pläne, Konzepte und Geschichte des Projekts. Gleichzeitig besteht ab sofort die Möglichkeit, sich gleich dort per Internet für eine Wohnung anzumelden.

Bauträger:
o Gewog/Neue Heimat, 1080 Wien, Bennoplatz 3,
Tel.: 40 - 109/72, http://www.gewog-wohnen.at/
o Familienhilfe, 1010 Wien, Schmerlingplatz 3
Tel.: 403 - 41 - 81, http://www.familienhilfe.at/
o Österreichisches Siedlungswerk, 1080 Wien, Feldgasse 6-8,
Tel.: 40 - 157/0, http://www.oesw.co.at/page.asp/index.htm

Ansprechpartner ist auch das Wohnservice-Wien. Dort erhält man auf der Homepage http://www.wohnservice-wien.at/ Informationen zum Projekt Wohnraum Rosteingasse. (Schluss) gmp

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170936 Jul 02

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