"Kleine Zeitung" Kommentar: "Hasard" (von Johannes Kübeck)

Ausgabe vom 17.07.2002

Graz (OTS) - =

Das Wort Sparpaket fürchten die Politiker wie der
sprichwortliche Teufel das Weihwasser. Denn die Bürger wissen, dass sie jedes vermeintliche Geschenk des Staates auf diese Weise aus der eigenen Tasche teuer bezahlen müssen. Deshalb sind sie es leid, von den Volksvertretern immer nur Schönwetterreden zu hören, als Steuer-und Beitragszahler oder als Leistungsempfänger aber vorwiegend Schattenseiten zu erleben.

Die Festlegung der schwarz-blauen Koalition, die Wähler mit einer Steuerreform zu locken, bedeutet die Fortsetzung dieser sattsam bekannten Vorgänge.

Denn die Finanzpolitik ist nicht so blendend, wie Karl-Heinz Grasser beredt zu verkündigen weiß. Für 2003 wird ein Wachstum von stolzen 2,8 Prozent erwartet und trotzdem dürfte das Nulldefizit kaum zu schaffen sein. Da drängt sich die Frage auf, wie er dann Steuerzuckerl verteilen und gleichzeitig das Nulldefizit schaffen will.

Mit dem Auftrag an die Ökonomen, gewissermaßen Wege zur Realisierung der Steuerreform zu weisen, hat die Regierung ihre Karten aufgedeckt. Sie will die Steuerreform und nimmt ein Sparpaket in Kauf. Mit solchen Karten spielen sonst nur Hasardeure. ****

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161906 Jul 02

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