Telearbeit-Abkommen für Leitl ein Meilenstein in der Europäischen Sozialpartnerschaft

Umsetzung des Rahmenabkommens erfolgt zukunftsweisend: erstmals autonom durch nationale Sozialpartner und nicht durch EU-Richtlinie

Wien (PWK531) - Mit der heutigen Unterzeichnung des Europäischen Rahmenabkommens zur Telearbeit in Brüssel, haben die europäischen Sozialpartnerverbände UEAPME, UNICE, CEEP und EGB einen historischen Schritt gesetzt. Das seit September 2001 verhandelte Abkommen ist das erste, durch das sich die Sozialpartner zur autonomen Umsetzung verpflichten. Die Kommission wurde erstmals nicht um die Vorlage eines europäischen Gesetzesvorschlags ersucht, wie dies bei früheren Sozialpartnerabkommen wie zB zum Elternurlaub oder zur Teilzeitarbeit der Fall war. "Die europäischen Sozialpartner haben das Abkommen in wechselseitiger Abstimmung zustande gebracht und damit Innovationskraft und Lösungskompetenz bewiesen, da sie mit der Wahl dieses Instruments erstmals die volle Palette der ihnen durch den EU-Vertrag zur Verfügung gestellten Instrumente ausgeschöpft haben", freut sich WKÖ- und Eurochambres-Präsident Christoph Leitl über das Zustandekommen des Abkommens. Die Wirtschaftskammer Österreich begrüßte dieses Abkommen ausdrücklich bereits bei der Generalversammlung der UEAPME im April dieses Jahres. Die Umsetzung soll innerhalb von drei Jahren gemäß den nationalen Gepflogenheiten erfolgen.

"Das Abkommen, in dem es vor allem um die Gleichbehandlung von Teleworkern und vergleichbaren Arbeitnehmern im Betrieb geht, wahrt die nötige Flexibilität, womit vermieden wird, ein relativ neues Gebiet wie die Telearbeit zu Tode zu regulieren", so Leitl. Entscheidend sei, dass Beginn und Ende der Aufnahme von Telearbeit des gegenseitigen Einvernehmens zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber bedürfen. Behandelt werden in dem Abkommen außerdem die Bereiche Datenschutz, Sicherheit und Gesundheitsschutz sowie die Weiterbildung von Telearbeitern.

"Durch ein entsprechendes follow-up auf nationaler Ebene muss sichergestellt werden, dass das Instrument eines rechtlich nicht verbindlichen Abkommens auch in Zukunft sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer attraktiv bleibt", merkt Leitl an. "Die nationale Umsetzung innerhalb der nächsten drei Jahre wird ebenfalls eng sozialpartnerschaftlich durchgeführt werden und dabei auch Österreichs Industrie voll miteinbeziehen." Die Wirtschaftskammer Österreich erachtet diese Art flexibler Abkommen auf europäischer Ebene als zukunftsweisend und spricht sich auch für eine Ausweitung dieser Instrumente auf andere Politikbereiche im EU-Vertrag im Rahmen des Konvents aus. (ae)

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