Pirklhuber: Molterer am Gängelband des Bauernbundes

Boykott der Agrarreform ist skandalös

OTS (Wien) - "Es ist unfassbar, dass Landwirtschaftsminister vulgo Umweltminister Molterer ökologische Reformschritte derartig boykottiert und sich mit dem französischen Landwirtschaftsminister verbündet, der gänzlich andere Interessen vertritt", kritisiert der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber. Denn während die österreichische Landwirtschaft klein strukturiert ist und dadurch nie mit den klassischen EU-Großbetrieben konkurrieren kann, sicherten sich die französischen Großbetriebe bisher einen Riesenanteil am Förderungskuchen der EU-Agrarpolitik.

Dass Fischler nun endlich Reformschritte setzt, bedeutet eine große Chance gerade für die relativ kleinbetriebliche Landwirtschaft Österreichs, mehr vom EU-Förderkuchen abzubekommen - vorausgesetzt natürlich, die Produktion wird ökologisiert und Tierschutzauflagen werden eingehalten. "Genau das will Molterer gemeinsam mit den ÖVP-Bauernfunktionären verhindern und boykottiert damit die Interessen der Mehrheit der österreichischen Bäuerinnen und Bauern, KonsumentInnen und tierschutzbewegten Menschen", so Pirklhuber.

Nun gelte es, die Vorschläge der Kommission dahingehend mit Leben zu erfüllen, so dass die freiwerdenden Mittel in weitere Umweltprogramme und Maßnahmen für den ländlichen Raum fließen, schlägt Pirklhuber vor. "Wenn wir den viel zierten "österreichischen Feinkostladen" schaffen wollen, dann sind jetzt Kreativität und Innovation gefragt, nicht das Blockieren und Mauern der Agrarlobby.

Pirklhuber fordert eine Weiterentwicklung des Fischler-Reformvorschlages dahingehend, dass die Grünlandbetriebe mehr als bisher begünstigt werden, damit in den Berggebieten die Landwirtschaft erhalten bleibt. Ferner fordern die Grünen, dass mit dem Ende der Förderung der Überproduktion auch die EU-Exportsubventionen abgeschafft werden zugunsten eines qualitativen Aussenschutzes. "Damit könnte Fischler auch bei den WTO-Agrarverhandlungen punkten und Qualitätsstandards durchsetzen", schließt Pirklhuber.

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