• 16.07.2002, 11:56:35
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Pirklhuber: Molterer am Gängelband des Bauernbundes

Boykott der Agrarreform ist skandalös

OTS (Wien) - "Es ist unfassbar, dass Landwirtschaftsminister vulgo
Umweltminister Molterer ökologische Reformschritte derartig
boykottiert und sich mit dem französischen Landwirtschaftsminister
verbündet, der gänzlich andere Interessen vertritt", kritisiert der
Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber. Denn während
die österreichische Landwirtschaft klein strukturiert ist und dadurch
nie mit den klassischen EU-Großbetrieben konkurrieren kann, sicherten
sich die französischen Großbetriebe bisher einen Riesenanteil am
Förderungskuchen der EU-Agrarpolitik.

Dass Fischler nun endlich Reformschritte setzt, bedeutet eine große
Chance gerade für die relativ kleinbetriebliche Landwirtschaft
Österreichs, mehr vom EU-Förderkuchen abzubekommen - vorausgesetzt
natürlich, die Produktion wird ökologisiert und Tierschutzauflagen
werden eingehalten. "Genau das will Molterer gemeinsam mit den
ÖVP-Bauernfunktionären verhindern und boykottiert damit die
Interessen der Mehrheit der österreichischen Bäuerinnen und Bauern,
KonsumentInnen und tierschutzbewegten Menschen", so Pirklhuber.

Nun gelte es, die Vorschläge der Kommission dahingehend mit Leben zu
erfüllen, so dass die freiwerdenden Mittel in weitere Umweltprogramme
und Maßnahmen für den ländlichen Raum fließen, schlägt Pirklhuber
vor. "Wenn wir den viel zierten "österreichischen Feinkostladen"
schaffen wollen, dann sind jetzt Kreativität und Innovation gefragt,
nicht das Blockieren und Mauern der Agrarlobby.

Pirklhuber fordert eine Weiterentwicklung des
Fischler-Reformvorschlages dahingehend, dass die Grünlandbetriebe
mehr als bisher begünstigt werden, damit in den Berggebieten die
Landwirtschaft erhalten bleibt. Ferner fordern die Grünen, dass mit
dem Ende der Förderung der Überproduktion auch die
EU-Exportsubventionen abgeschafft werden zugunsten eines qualitativen
Aussenschutzes. "Damit könnte Fischler auch bei den
WTO-Agrarverhandlungen punkten und Qualitätsstandards durchsetzen",
schließt Pirklhuber.

Rückfragehinweis: Pressebüro der Grünen im Parlament
Tel.: (++43-1) 40110-6697
http://www.gruene.at
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB/Wien

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