- 14.07.2002, 08:00:04
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"profil": Fischler: "Verstehe Aufregung Molterers nicht"
EU-Kommissar Franz Fischler prognostiziert künftig höhere Agrarbeihilfen für Österreich - fordert bessere Kontrolle bäuerlicher Leistung
Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" weist EU-Kommissar Franz
Fischler die Kritik von Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer an
seinen Plänen zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik zurück.
Fischler: "Ich verstehe Molterers Aufregung nicht. Es ist unrichtig
zu behaupten, es würde den mittleren und größeren Betrieben 20
Prozent Förderung weggenommen." Die österreichischen Bauern würden
nach seinen Vorschlägen, so der EU-Kommissar, künftig sogar mehr Geld
aus Brüssel erhalten, weil der Anteil der Förderungen für die
Entwicklung des ländlichen Raums steigen werde.
Der EU-Kommissar verteidigt seinen Plan, die direkten Beihilfen
von der Menge der erzeugten Agrarprodukte zu entkoppeln und Landwirte
mit pauschalen Beträgen auch für Leistungen als Landschaftspfleger zu
entschädigen. Fischler: "Ich trete dafür ein, dass die Bauern
ordentlich bezahlt werden, und zwar für alle ihre Leistungen, auch
jene für die Umwelt. Da müssen die Leistungen aber auch ausgewiesen
und kontrolliert werden."
Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer bleibt - ebenfalls in
einem "profil"-Interview - bei seiner Ablehnung der Fischler-Pläne,
die er am Montag beim Rat der EU-Agrarminister wiederholen werde.
Molterer: "Ich erkenne den ökosozialen Reformschub in Fischlers
Plänen nicht." Die geplanten Kürzungen der Direktzahlungen würden in
Österreich bei Ackerbaubetrieben schon bei einer Fläche von 14,4
Hektar einsetzen, bei einem Stiermastbetrieb schon bei 5,5 Hektar.
Molterer: "Daher trifft diese Kürzung genau in das Mark der
österreichischen Vollerwerbsbetriebe."
Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502
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