• 12.07.2002, 18:58:48
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LH Haider: Nachkriegsgeschichte wird erstmals durch Landesarchiv erforscht und öffentlich gemacht

Zudem eine Wanderausstellung für Kärntens Schulen in Vorbereitung - Feierliche Denkmalenthüllung für von Partisanen verschleppte und ermordete Kärntnerinnen und Kärntner

Klagenfurt (LPD) - Am Klagenfurter Domplatz ist heute ein Mahnmal
"zum Gedenken an die während und nach dem Weltkrieg von Partisanen
verschleppten und ermordeten Kinder, Frauen und Männer" mit einem
Festakt und einer anschließend von Bischof Alois Schwarz im Dom
zelebrierten Gedenkmesse feierlich seiner Bestimmung übergeben
worden.

Landeshauptmann Jörg Haider betonte die Wichtigkeit der Errichtung
dieser Gedenkstätte. Es gehe darum, das Gedenken an eine Zeit zu
bewahren, die Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Frage
gestellt hat und daraus seien die richtigen Schlussfolgerungen für
heute und morgen zu ziehen, damit sich Gleiches nicht mehr
wiederhole, unterstrich der Landeshauptmann.

Auch die Nachkriegszeit sei in Teilen Österreichs, darunter auch in
Kärnten, fürchterlich gewesen, sagte Haider, auch wenn dies manche
nicht wahrhaben möchten. Hunderte Kärntnerinnen und Kärntner wurden
damals verschleppt und vernichtet. Kärnten wolle mit seiner
Geschichte jedenfalls redlich umgehen, es sei bedauerlich, dass noch
immer Informationen aus der damaligen Zeit unter Verschluss gehalten
werden. Dies solle sich aber künftig ändern.

Nun erhalte das Kärntner Landesarchiv die wichtige Aufgabe, neue
und bislang unbekannte Dokumente aus der Nachkriegsgeschichte
aufzuarbeiten und sie der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.
In diesem Zusammenhang kritisierte Haider auch den vom ORF unlängst
ausgestrahlten falschen Beitrag über die Partisanen. Weiters kündigte
der Landeshauptmann eine Wanderausstellung für Kärntens Schulen an,
die vom Landesarchiv und Kärntner Geschichtsverein erarbeitet wird.
Damit sollen die jungen Menschen über die damalige Zeit umfassend
informiert werden. Junge Menschen sollten dahin geführt werden, ihre
besondere Verantwortung gegenüber ihrer Heimat und ihrem Lebensraum
wahrzunehmen. Es brauche die objektive geschichtliche Aufarbeitung
und es soll der Lebensraum so gestaltet werden, um Freiheit und
Demokratie auch über die Grenzen hinweg zu gewähren und nachhaltig zu
sichern.

Heinz Stritzl, Sprecher der Plattform Kärnten (eine Vereinigung
von Österr. Kameradschaftsbund - Kärnten, Ulrichsberggemeinschaft,
Abwehrkämpferbund, Kärntner Landsmannschaft, Kärntner Heimatdienst,
Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften mit Sudetendeutscher
Landsmannschaft und Kanaltaler Kulturverein sowie studentischen
Verbindungen) sagte vor zahlreichem Publikum, dass mit dem Mahnmal
eine Ehrenpflicht erfüllt werde. Er dankte für die Initiative zum
Mahnmal insbesondere dem Kärntner Abwehrkämpferbund mit Obmann Fritz
Schretter an der Spitze und der Landeshauptstadt Klagenfurt. Es möge
auch an jene erinnern, die später noch in den Konzentrationslagern
von Tito umgekommen sind, sowie an die ermordeten Gottscheer und
Untersteirer, ergänzte Stritzl.

Der Bürgermeister der Landeshauptstadt Klagenfurt, Harald
Scheucher, sprach von einem wichtigen Tag für Klagenfurt. Das
Mahnmal soll beitragen, dass sich solche schrecklichen Ereignisse nie
mehr wiederholen. Er dankte Stadtrat Walter Gassner und Vizebgm.
Ewald Wiedenbauer für deren Unterstützung.

Der Festakt wurde von der Militärmusik Kärnten musikalisch
mitgestaltet. Einbegleitet wurde er durch einen Aufmarsch von
Traditionsverbänden und Fahnenabordnungen. Die Segnung der
Gedenkstätte am Domplatz nahm Militärpfarrer Emanuel Longin vor.
Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich auch Landesrat Georg
Wurmitzer, Landesrat a. D. Rudolf Gallob, Landesamtsdirektor Reinhard
Sladko, Kärntens Militärkommandant Gerd Ebner, Klagenfurts
Altbürgermeister Leopold Guggenberger, Vizebürgermeister Mario
Canori, Stadtrat Dieter Jandl, Abwehrkämpferbund-Obmann Fritz
Schretter und Heimatdienst-Obmann Josef Feldner. (Schluss)

Rückfragehinweis: Kärntner Landesregierung
Landespressedienst
Tel.: (0463) 536-2852
http://www.ktn.gv.at/index.html

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