- 12.07.2002, 14:35:06
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Studie über Kinderwunsch und Betreuungspraxis
74 Prozent zufrieden mit der Familienpolitik des Landes
St.Pölten (NLK) - 93 Prozent der Frauen und 78 Prozent der Männer
sind Kinder wichtig bzw. wünschen sich eigene Kinder. Das ist eine
der Zentralaussagen einer NÖ Familienstudie über Kinderwunsch und
Betreuungspraxis, die von Dr. Erich Brunmayer vom Institut für
Sozialtechnologie erstellt wurde. Grundlage dafür bildeten 540
auswertbare Fragebögen von 20- bis 40-jährigen Niederösterreichern,
die verheiratet (53 Prozent), in fester Partnerschaft (29), lockerer
Partnerschaft (4) und allein lebend (14) sind.
Ein differenzierteres Bild ergibt sich bei der Altergruppe: Der
Kinderwunsch ist bei den 30- bis 40-jährigen deutlich höher als etwa
bei den unter 25-jährigen. Das zeigt auch die gesellschaftliche
Realität: Bekam eine Frau 1985 noch mit 24 Jahren ihr erstes Kind, so
ist dieses Alter heute auf 27 Jahren gestiegen. Begründet wird dies
u.a. mit der längeren Berufsausbildung und dem Wunsch, zunächst im
Berufsleben Fuß zu fassen. Ein wichtige Rolle beim Kinderwunsch
spielt auch die religiöse Einstellung. Oft liegt jedoch die
erwünschte Kinderzahl über der Zahl der erwarteten Kinder. So wünscht
sich beispielsweise fast ein Drittel der Befragten drei oder mehr
Kinder, aber nur 20 Prozent erwarten eine solche Kinderzahl.
Die Studie beschäftigte sich auch mit den Gründen des Sinkens der
Geburtenrate. Immerhin ist in Niederösterreich im Zeitraum von 1997
bis 2001 die Zahl der Geburten von 15.305 auf 13.525 pro Jahr
zurückgegangen. Als Gründe werden in erster Linie das Einkommen
genannt, gefolgt von "zu teuer" und das Karriere- und
Sicherheitsargument ("kein Pensionsanspruch der Frau" und "Frauen
müssen auf Karriere verzichten").
Als Anreiz für mehr Kinder steht an erster Stelle der Wunsch nach
familienähnlichen Einrichtungen. Auch "mehr Geld pro Kind" - vor
allem von den Männern - und die Sicherheit der Partnerschaft werden
als gewichtige Pro-Argumente für Kinder gesehen. Eine hohe
Zufriedenheit gibt es bei den Kinderbetreuungseinrichtungen in
Niederösterreich. 90 Prozent der Eltern von Vorschulkindern sind mit
dem Angebot zufrieden, bei den Kindergärten wünschen sich 15 Prozent
längere Öffnungszeiten. Darüber hinaus sprechen sich 19 Prozent von
schulpflichtigen Kindern für Nachmittagsbetreuungs-Einrichtungen aus.
Bemerkenswert ist auch, dass Eltern auf die Hilfe von den eigenen
Eltern oder Verwandten zählen können. Nur 15 Prozent der befragten
Eltern haben keine solche Hilfe innerhalb der Familie, rund einem
Viertel helfen die eigenen Eltern täglich bei der Kinderbetreuung.
Für Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop liefert die
Studie auf jeden Fall wichtige Informationen über Zukunftswünsche der
Jugend und jungen Familien. Die Politik habe diesen Wünschen Rechnung
zu tragen. Dazu sei es notwendig, diese Ergebnisse immer wieder zu
überprüfen und die Erkenntnisse weiterer Studien einfließen zu
lassen. Eine wichtige positive Erkenntnis sei die hohe Zufriedenheit
mit der Familienpolitik des Landes, die bei 74 Prozent der Befragten
liegt. Große Zuspruch erhält auch das Kinderbetreuungsgeld. Sogar 82
Prozent der Befragten, die keine Kinder haben, bzw. 80 Prozent der
Eltern von schulpflichtigen Kindern beurteilen das
Kinderbetreuungsgeld als "sehr gut" bzw. eher gut".
Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung
Pressestelle
Tel.: 02742/9005-12163
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