- 11.07.2002, 10:39:33
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ARA zu Kündigung des Entsorgungsvertrags mit der ÖKK: DIE INTERESSEN DER LIZENZPARTNER MÜSSEN GEWAHRT BLEIBEN!
Wien (OTS) - Die ARA Altstoff Recycling Austria AG hat den
Entsorgungsvertrag mit der ÖKK Österreichischer Kunststoff Kreislauf
AG termingerecht per 31.12.2003 gekündigt. Derzeit laufen allerdings
noch Verhandlungen zwischen Vertretern der Lizenzzahler im ARA System
und den Eigentümern der ÖKK. Inhalt dieser Verhandlungen ist vor
allem die Forderung der Wirtschaft nach einer angemessenen Vertretung
der Interessen der Lizenzzahler in der ÖKK. Das ARA System wurde 1993
gezielt als Treuhand-Modell aufgebaut, bei dem Lizenzierung sowie
Sammlung und Verwertung voneinander getrennt sind. So wird
gewährleistet, dass die Interessen jener, die das System der
Verpackungssammlung und -verwertung finanzieren, ausreichend
repräsentiert sind und die Preise für Sammlung und Verwertung nicht
von den direkten Nutznießern bestimmt werden.
Bei der ÖKK ist dies aus Sicht der Wirtschaft derzeit nicht
ausreichend gegeben. Vielmehr besteht ein Mangel an Kontrolle in den
Organen der ÖKK und es existiert die Gefahr von In-sich-Geschäften.
Namhafte Lizenzzahler und die ARA drängen daher auf eine effektivere
Kontrolle.
Weiters kritisiert die ARA, dass von der ÖKK laufend
materialorientierte Maßnahmen realisiert werden, die nur am Rande mit
Kunststoffverpackungsverwertung zu tun haben und nicht Aufgabe der
ÖKK sind. "Derartige Aktivitäten", so Dkfm. Christian Stiglitz,
Vorstand der ARA, "dürfen keinesfalls aus Lizenzgeldern finanziert
werden, die von der heimischen Wirtschaft für die Verwertung ihrer
Kunststoffverpackungen entrichtet wurden."
Die ARA hat eine Reihe von Gesprächen zur Korrektur dieser
Fehlentwicklungen initiiert. Leider haben diese jedoch bisher zu
keinem positiven Ergebnis geführt. Daher sieht sich die ARA als
Treuhänder ihrer Lizenzpartner zur fristgerechten Kündigung
gezwungen, bemüht sich aber nach wie vor um eine konstruktive Lösung.
"In jedem Fall werden wir die Entpflichtung der ARA Lizenzpartner
kontinuierlich sicherstellen und gewährleisten, dass die von den
ÖsterreicherInnen getrennten und von der ARGEV gesammelten
Kunststoffverpackungen ordnungsgemäß und kostengünstig verwertet
werden."
Die Verwertung von Kunststoffverpackungen in Österreich läuft auch
ohne ÖKK problemlos weiter: In Österreich führen ca. 15-20
Unternehmen Kunststoffrecycling durch, von Kunststofffolien bis PET
Flaschen. Diese Verwerter stehen bereits Gewehr bei Fuß um mit einer
neuen Organisation im ARA System entsprechende Verträge
abzuschließen, die die bisherigen Funktionen der ÖKK, nämlich
Logistik, Kontrolle und Verwaltung übernehmen wird. Außer Zweifel
steht für Stiglitz, dass die Verwertung von Kunststoffverpackungen im
ARA System stets in Zusammenarbeit mit der Kunststoffwirtschaft
erfolgen wird, weil diese Zugang zu den besten Technologien und
großes Interesse an möglichst geringen Kosten hat. Von einer
möglichen neuen Partnerorganisation erwartet sich die ARA stärkere
Synergieeffekte und damit eine Tarifentlastung.
Einer ÖKK als Konkurrenzsystem zum ARA System sieht die ARA
gelassen entgegen. Dkfm. Christian Stiglitz, Vorstand der ARA: "Wir
begrüßen jeden weiteren Wettbewerber. Wir haben schon in den letzten
Jahren angesichts des Markteintritts anderer Sammel- und
Verwertungssysteme bewiesen, dass wir uns einem fairen Wettbewerb
gerne stellen. Wir sind überzeugt, dass sich unsere bestehenden
Lizenzpartner weiterhin für unser attraktives Preis-Leistungsangebot
entscheiden werden und wir wie bisher auch laufend zusätzliche
Unternehmen für uns gewinnen werden."
"Mit allem Nachdruck halten wir allerdings fest, dass die auf
ÖKK-Konten liegenden Gelder von ARA-Lizenzpartnern in Höhe von über
14,5 Mio. Euro/200 Mio. ATS keinesfalls der ÖKK gehören, sondern
ordnungsgemäß an die ARA-Lizenzzahler zurückfließen müssen. Es
handelt sich dabei um Überschüsse von Entgelten, die die
ARA-Lizenzpartner geleistet haben und daher über Tarifsenkungen an
diese wieder zurückgegeben werden müssen - und zwar ohne jeden Abzug.
Jede anderweitige Verwendung wäre rechts- und vertragswidrig sowie
mit schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen für die Geschäftsführung
der ÖKK AG verbunden."
Rückfragehinweis:
Dkfm. Christian Stiglitz
Vorstand der ARA AG
Tel.: 01/599 97-201
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