• 10.07.2002, 10:33:49
  • /
  • OTS0053 OTW0053

Kossina: Stopp der Abfallflut mit Pflicht-Pfand

Appell an Molterer und Handel- Pfand in Österreich soll Chance bekommen

Wien (OTS) - "Es ist höchste Zeit, endlich ein verpflichtendes
Pfand auf Getränkeverpackungen einzuführen", betonte Mittwoch die
Wiener Umweltstadträtin Dipl. Ing. Isabella Kossina. Wie schon bei
der Landesumweltkonferenz forderte Kossina Umweltminister Mag.
Wilhelm Molterer neuerlich auf, die Einführung des verpflichtendes
Pfandes auf Getränkeverpackungen in Österreich so rasch wie möglich
umzusetzen.

Vorbild dafür sei Deutschland, denn hier wird ab Jänner ein
Pfand auf Dosen und Einwegflaschen umgesetzt, um der steigenden
Abfallflut und der Straßenverschmutzung effizient entgegenzuwirken.
In skandinavischen Ländern gibt es die erfolgreiche Pfandregelung
schon seit Jahren.****

Kossina: "Gerade im Getränkebereich manifestiert sich die Ex-
und Hopp-Gesellschaft besonders. Statt Umweltressourcen zu nützen und
Flaschen zurück in den Handel zu bringen und damit einer
Wiederverwertung zuzuführen, setzen sich Einweg-Flaschen, die nach
einmaligen Gebrauch im Müll landen seit Jahren verstärkt durch. Ein
Pfand macht das Wegwerfen von Einweg-Verpackungen finanziell
unattraktiv. Denn wer schmeißt schon gerne Geld weg?"

Aktuelle Zahlen bestätigen den Trend: Während in Wien im Mai
2001 der Einweganteil bei 76,1 Prozent lag, stieg er 2002 auf 83,5
Prozent (Lebensmittelhandel laut Nielsen).

Die Vorteile des Pfandes: Schonung vorhandener Ressourcen, die
Erhöhung der Rücklaufquote, die Verringerung von Straßenmüll, sowie
die Reduktion des Müllaufkommens insgesamt.

Mehrweg-Flaschen, die schon heute mit einem Pfand belegt sind,
gelten für den Konsumenten wegen des Pfandeinsatzes oft als weniger
attraktiv. Wenn nun Einwegprodukte ebenfalls mit einem Pfand belegt
werden, so werde dieser scheinbare Nachteil egalisiert, so Kossina.

Tatsache sei, dass Mehrwegflaschen bis zu 40 Mal wiederbefüllt
werden, Einweg landet nach dem Konsum sofort im Müll. Kossina:
"Gemeinsame Anstrengungen mit dem Handel sind notwendig.
Mehrwegflaschen sollen in Zukunft wieder verstärkt im Supermarktregal
zu finden sein. In den vergangenen Jahren nahm der Marktanteil von
PET-Einwegverpackungen massiv zu und liegt zur Zeit bei 74 Prozent."

Auch die Bevölkerung erkenne die Problematik von Einwegflaschen,
denn fast 80 Prozent der WienerInnen haben bei einer Umfrage das
Pfand auf Getränkeverpackungen befürwortet.

Argumente des Handels, die Einführung des Pfandes wäre technisch
nicht umsetzbar, lässt Kossina nicht gelten: Zahlreiche positive
internationale Erfahrungen des Leergutrücknahmeautomaten Herstellers
Tomra beweisen das Gegenteil.

Kossina: "Es liegt nun an Umweltminister Molterer ein Pfand in
Österreich einzuführen. Österreich sollte sich rasch dazu
entschießen, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden." (Schluss) bfm

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Birgit Flenreiss-Mäder
Tel.: 4000/81 353, Handy: 0664/32 69 753
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/OTS

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel