• 09.07.2002, 13:29:48
  • /
  • OTS0145 OTW0145

Weitgehende Beruhigung der Lage im südlichen Balkan kommt auch Albanien zugute

Handelsdelegierter Krauchenberg: "Wirtschaftliche Normalisierung geht weiter, politische Kontinuität wird derzeit als unsicher erachtet"

Wien (PWK513) - "Die wirtschaftliche Normalisierung in Albanien
geht weiter, wenn auch die politische Kontinuität derzeit als
unsicher erachtet wird", fasst Handelsdelegierter Georg Krauchenberg,
der Albanien betreut, die aktuelle Situation zusammen. Die EU ist
zunehmend bereit, Infrastrukturprojekte, wie z.B. Straßenprojekte
oder Hafenausbau zu fördern. Italien finanziert Straßenbau- und
andere Infrastrukturprojekte auf bilateraler Basis.
Flughafenausbauten werden von der NATO finanziert, der
Telekommunikationssektor durch Mittel der EBRD. Ferner stellten sich
der IMF und die Weltbank mit Fördermitteln und Wiederaufbaukrediten
ein. Monetärer Zufluss kommt zudem von den im Ausland lebenden
Albanern.

"Für alle Wirtschaftszweige belastend wirkten sich die umfassenden
und lange anhaltenden täglichen Stromabschaltungen aus. Diese
Entwicklung hatte
einen negativen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum des Landes",
stellt Krauchenberg fest. Etwa seit einem Monat kommt es zu
italienischen Stromhilfslieferungen, die die Situation entschärfen.
Gemäß albanischer Energieexperten sollen zudem etwa 40 % der Abnehmer
für den Strom nicht bezahlen. Die Situation auf dem Strommarkt ist
ein deutliches Beispiel für noch bestehende Mängel in der
öffentlichen Ordnung, die sich generell in den letzten Jahren
allerdings deutlich verbessert hat.

Die österreichischen Exporte nach Albanien sind im Jahr 2001 im
Vergleich zum vorangegangenen Jahr um 7,6 % auf 9,2 Mio. EUR
gesunken. Diese Entwicklung geht hauptsächlich auf den starken
Rückgang bei der Position Straßenfahrzeuge zurück, deren Exportwert
sich um 67,4 % von 1,7 Mio. EUR auf 0,57 Mio. EUR verminderte. Auch
die Maschinenlieferungen waren teils stark rückläufig, sodass die
wichtigste Exportwarengruppe Maschinen und Fahrzeuge insgesamt um
48,3 % von 4,8 Mio. EUR auf 2,5 Mio. EUR abnahm. Einfuhrseitig ergab
sich 2001 ein Rückgang um 16,5 % von 3,0 Mio. EUR auf 2,5 Mio. EUR.
Die albanischen Lieferungen von pflanzlichen Rohstoffen für
medizinische Zwecke und Schnittblumen nach Österreich verzeichneten
mit +157,9 % auf 0,19 Mio. EUR den größten Anstieg.

"Das Potential eines steigenden Warenaustausches zwischen Österreich
und Albanien ist zweifelsohne gegeben", ist Krauchenberg überzeugt,
allerdings ist ein verstärktes Engagement der österreichischen
Unternehmen auf diesem Zukunftsmarkt erforderlich. Die
Wirtschaftskammer Österreich plant eine weitere Wirtschaftsmission im
November 2002 mit den Schwerpunkten Infrastruktur-, Bau- und
Bauzulieferungs- und Energiemarkt. Im erstgenannten Bereich gibt es
großen Nachholbedarf, wobei Projekte auch mit ausländischer Hilfe
finanziert werden. Der beachtliche Bauboom ist nicht zuletzt auf die
Überweisungen der mehr als eine Million Albaner im Ausland
zurückzuführen. Dringlicher Modernisierungsbedarf besteht zur Zeit im
Sektor Energie, da die Wasserkraftwerke veraltet sind und die
Kapazitäten dem rasch steigenden Stromverbrauch nicht gewachsen sind.
"Eine längerfristige Perspektive bietet der Tourismus. Mit
anhaltender Stabilität im Lande und Eindämmung der Korruption und
Willkür könnten entsprechende Investitionen für österreichische
Unternehmen durchaus interessant sein", so Krauchenberg abschließend.
(pt)

Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
Presseabteilung
Tel.: (++43-1) 50105-4464
Fax: (++43-1) 50105-263
mailto:presse@wko.at
http://www.wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK513

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel