SCOPE-Studie beweist es! Candesartan schützt vor Schlaganfall

Wien (OTS) - Hoher Blutdruck hat sich als wichtigster Risikofaktor für den Schlaganfall erwiesen. Ihn zu senken schützt auch ältere Menschen vor diesem verheerenden Ereignis. Besonders erfolgreich war eine Therapie mit dem Angiotensin-2-Antagonisten Candesartan in der SCOPE-Studie. Sie senkte das Risiko für nicht tödliche Schlaganfälle um 28% gegenüber anderen blutdrucksenkenden Medikamenten. Und noch eine gute Nachricht brachte die SCOPE-Studie: Das Senken des Blutdrucks verschlechtert nicht, wie oft befürchtet, die Gehirnfunktion der älteren Patienten.

Ein hoher Blutdruck steigert das Schlaganfall-Risiko um das vier-bis sechsfache. Den Blutdruck zu normalisieren vermindert das Schlaganfall-Risiko um 40%, wie mehrere große Studien gezeigt haben, bei denen verschiedene blutdrucksenkende Medikamente mit Placebo verglichen wurden. "Seit man diese Erkenntnis besitzt, ist es ethisch nicht mehr vertretbar, Hypertonikern in Studien über lange Zeit Placebo zu geben. Neuere Studien haben deshalb immer aktive Therapien miteinander verglichen", erklärte Prof. Lennart Hansson, Uppsala.

Dies war auch in der SCOPE-Studie (Study on Cognition and Prognosis in the Elderly) der Fall, in der der Angiotensin-2-Antagonist Candesartan (Atacand(R)) eingesetzt wurde. Wie Prof. Hansson anlässlich der ersten Präsentation der Ergebnisse auf dem ISH/ESH-Kongress in Prag betonte, haben in der SCOPE-Studie 84% der Patienten in der so genannten Placebo-Gruppe andere Medikamente erhalten, um den Blutdruck zu normalisieren. Auch in der Candesartan-Gruppe war dies bei einem Teil der Patienten notwendig. Insgesamt lief die Therapie über drei bis fünf Jahre. Von den 4.937 Patienten gehörten 2.477 Patienten der Candesartan-Gruppe und 2.460 der "Placebo"-Gruppe an. Das durchschnittliche Alter der Patienten betrug in beiden Gruppen 76 Jahre. Zwei Drittel waren Frauen. Die Patienten begannen die Studie mit einem durchschnittlichen Blutdruck von 166/90 mmHg. Er nahm in beiden Gruppen vergleichbar ab.

28% weniger Schlaganfälle!

Der geringfügige Gruppenunterschied von 3,2/1,6 mmHg in der Blutdruckreduktion zugunsten der Candesartan-Gruppe kann allein nicht erklären, dass das Risiko für das Auftreten eines nicht tödlichen Schlaganfalls in der Candesartan-Gruppe um 28% (p = 0,041) geringer war als in der Vergleichsgruppe. "Der nicht tödliche Schlaganfall besitzt wegen seiner schweren Konsequenzen für die Betroffenen und die Gesellschaft besonders große Bedeutung", kommentierte Hansson in einer offiziellen Pressekonferenz die Bedeutung dieses Ergebnisses. Ein positiver Trend ergab sich im Einfluss auf das Risiko für ein größeres kardiovaskuläres Ereignis (kardiovaskulärer Tod, nicht tödlicher Myokardinfarkt oder nicht tödlicher Schlaganfall). Dieses Risiko verminderte Candesartan relativ zur Kontrollgruppe um 10,9% (p = 0,19).

Nicht schädlich für die Gehirnfunktion

Die Ergebnisse der SCOPE-Studie konnten auch die Befürchtung zerstreuen, eine zu starke Blutdrucksenkung könnte schädlich sein für die Gehirnfunktion des älteren Menschen. Das Gegenteil ist der Fall:
Ein hoher Blutdruck, der nicht gesenkt wird, steigert das Risiko für eine Demenz. "Das Gehirn arbeitet bei niedrigen Drücken einfach besser", so Prof. Hans Lithell, Uppsala. Doch erstmals in der SCOPE-Studie wurde prospektiv untersucht, wie eine blutdrucksenkende Therapie das Risiko für eine Abnahme der Gehirnfunktion beeinflusst. Alle Patienten hatten zu Beginn normale Werte in der Mini Mental State Examination (MMSE), einem üblichen Screening-Test für die kognitive Funktion, bei dem maximal 30 Punkte erreichbar sind. Etwa 15% der Patienten in beiden Gruppen verloren mehr als vier Punkte auf der MMSE-Skala oder entwickelten eine Demenz. In dieser Größenordnung war dies angesichts des Alters der Patienten durchaus zu erwarten. Ein Vorteil zugunsten der Candesartan-Gruppe ergab sich für Patienten, die sich zu Beginn der Studie im unteren Teil des MMSE-Normalbereichs, das heißt, zwischen 24 und 28 befanden. In dieser Gruppe blieb die kognitive Funktion unter Candesartan signifikant besser erhalten als in der Kontrollgruppe. (ISH/ESH-Kongress, 23. bis 27. Juni 2002, Prag)

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