• 07.07.2002, 13:59:19
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Fischer (4): Gusenbauer als SPÖ-Spitzenkandidat "bei weitem der Beste"

Nationalratswahlen: Fischer schließt weder rot-schwarz noch rot-grün aus - rot-blau keine realistische Konstellation

Wien (SK) In der Pressestunde am Sonntag auf mögliche
Koalitionspräferenzen angesprochen, wollte der stellvertretende
SPÖ-Vorsitzende, Nationalratspräsident Heinz Fischer eine Koalition
weder mit der ÖVP noch mit den Grünen ausschließen. Die SPÖ habe seit
den letzten Wahlen eindeutig zugelegt, was Fischer auf die seriöse
und langfristige Politik unter der Parteiführung von SPÖ-Vorsitzendem
Alfred Gusenbauer zurückführt - der Vorsprung der blau-schwarzen
Koalition sei mittlerweile "hauchdünn" geworden. Als
SPÖ-Spitzenkandidat sei Gusenbauer "bei weitem der Beste", er sei
sehr belastbar und gebildet, verfüge über internationale Erfahrung
und spreche mehrere Sprachen - Gusenbauer verdiene es, "dass man ihn
voll und ganz unterstützt", betonte Fischer. ****

Befragt zu mögliche Koalitionsoptionen sagte Fischer, dass die Wähler
entscheiden werden. Er, Fischer, finde, dass man die Grünen als eine
politische Kraft ernst nehmen müsse. Grünen-Bundessprecher Van der
Bellen sei ein Politiker, "der auch als Gesprächspartner wirklich
interessant", sei. Fischer hob hervor, dass Österreich mit der großen
Koalition von SPÖ und ÖVP in der Vergangenheit aber "gar nicht
schlecht gefahren" sei. Eine SPÖ-FPÖ Koalition ist für Fischer
hingegen "keine realistische Konstellation" und "derzeit keine
Option".

Zur FPÖ erklärte Fischer, dass er bis zur Übernahme dieser Partei
durch Jörg Haider mit der FPÖ keine größeren Probleme als wie mit den
anderen Parteien gehabt habe. Die Art wie Haider die FPÖ geführt, wie
er "Menschen angegriffen und wie er sich artikuliert hat, hat aber
eine ziemliche Distanz geschaffen". Schon bei den
Sondierungsgesprächen 1999/2000 habe die SPÖ einer SPÖ-FPÖ-Regierung
"keine Perspektive" gegeben.

Fischer geht davon aus, dass die SPÖ bei den kommenden
Nationalratswahlen dazugewinnen und sie mit der Regierungsbildung
beauftragt werde. "Wenn das nicht so ist, werde ich mir die Argumente
anhören", so Fischer zur Ankündigung Bundespräsident Klestils, dass
nicht automatisch die stärkste Partei mit der Regierungsbildung
beauftragt werden müsste. Fischer stellte zudem klar, dass sich alle
vier demokratisch gewählten Parteien innerhalb des Verfassungsbogens
befinden.

Zum Auftreten der SPÖ erklärte Fischer, es würden sich zwar viele
Funktionäre eine härtere Gangart wünschen, Politik sei aber eine
"Kunst des Optimierens". Die SPÖ könne sich nicht radikalisiert
darstellen - auf der anderen Seite müsse sie aber die Fehler der
blau-schwarzen Koalition aufzeigen. In den Gremien der Partei auf
jeden zu hören sei die eine Seite. Auf der anderen müsse die SPÖ aber
auch auf die Bürger hören, die bei keiner Partei sind.

Auf die Frage, ob er für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren
wolle, antwortetet Fischer, dass dies derzeit "nicht aktuell" sei. Im
Vordergrund stehe für ihn, dass die SPÖ bei der kommenden
Nationalratswahl "ein für Österreich gutes Ziel" erreiche. Fischer
ist stolz darauf, dass die SPÖ offenbar über mehrere Persönlichkeiten
verfüge, "die ausgezeichnete Kandidaten wären" - Ex-Bundeskanzler
Franz Vranitzky hält der stellvertretende SPÖ-Vorsitzende für einen
"hervorragenden Kandidaten" für die Hofburg. (Schluss) hm

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

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