- 02.07.2002, 16:49:52
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DIE UNVERZICHTBARE ROLLE DER FRAUEN ALS FRIEDENSSTIFTERINNEN Ehemalige US-Botschafterin Hunt mit Frauennetzwerk im Parlament=
Wien (PK) - Sind Frauen die besseren FriedensstifterInnen? Die
rund 40 weiblichen Mitglieder der von der ehemaligen
amerikanischen Botschafterin in Wien, Swanee Hunt, gegründeten
Initiative "Women Waging Peace", die sich derzeit in Wien
aufhalten, sind davon überzeugt und stellen ihr ganzes Engagement
in den Dienst des Friedens. Heute besuchten sie das Parlament und
wurden von Nationalratspräsident Heinz Fischer herzlich
empfangen. Anwesend war auch die ehemalige Frauenministerin
Abgeordnete Barbara Prammer. Swanee Hunt erinnerte sich auch an
ihre Zeit in Österreich und hob besonders die Tatsache hervor,
dass man in Wien vergleichsweise zu den Militärausgaben
außerordentlich viel Geld für die Förderung von Kultur bereit
stelle.
Nachdem Botschafterin Hunt von Wien nach Amerika zurückgekehrt
war, wurde sie an die Harvard University in Cambridge,
Massachusetts, berufen, wo sie vor drei Jahren die Vereinigung
"Women Waging Peace" gründete, ein weltweites Netzwerk für Frauen
als Friedensstifterinnen. Diese Initiative will neue Wege in der
Friedensarbeit gehen, indem sie die essenzielle Rolle und den
Beitrag der Frauen bei Konfliktvermeidung, bei Beendigung von
Kriegen und bei der Friedenserhaltung in Krisengebieten
hervorstreicht, so die Eigendefinition.
Wie Swanee Hunt ausführte, seien Frauen meist im Hintergrund,
ohne politische Positionen und finanzielle Ressourcen tätig.
Obwohl sie großen Einfluss auf ihre Umgebung hätten, seien sie
vom Verhandlungstisch ausgesperrt. In den Medien würden sie
lediglich in ihrer Opfer-Rolle dargestellt, während ihre wichtige
Stellung in der Gemeinschaft ignoriert werde. In Wirklichkeit
stellten sie ein unglaubliches Potenzial für die Friedensarbeit
dar, nicht nur im Hinblick auf die Erarbeitung von
Friedensstrategien, sondern sie seien auch Garant dafür, dass
politische Lösungen akzeptiert und an der Basis auch umgesetzt
würden. Ziel ist es jedenfalls, die Repräsentation von Frauen in
wichtigen politischen Positionen und internationalen
Organisationen signifikant zu erhöhen, damit diese dort an der
Friedensarbeit verstärkt gestaltend mitwirken können.
Die Initiative bringt Frauen aus 21 Krisenregionen der Welt
zusammen - darunter aus Zypern, Israel, Russland, aus den Staaten
des ehemaligen Jugoslawien, aus Armenien und Aserbaidschan - um
einen intensiven Gedankenaustausch über friedensstiftende
Strategien zu pflegen, Fachkenntnisse und Fähigkeiten zu schärfen
und Politik gestalten zu können. So hätte es zum Beispiel gestern
eine Aussprache mit Frauen aus Palästina und Israel gegeben, was
für Frauen etwa aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien,
insbesondere für den Kosovo-Konflikt, von Bedeutung sei. Die
Aktivistinnen gehören auch den unterschiedlichsten
gesellschaftlichen Gruppen an. Sie verfügen daher über einen
weiten und reichen Bogen an Erfahrungen, wodurch sie in das
Friedensnetzwerk großes Spezialwissen einbringen können.
Um die konkrete Arbeit kurz zu skizzieren, erwähnte Botschafterin
Hunt eine Frauengruppe, die sich besonders der Sorgen und
Probleme von Soldatenmüttern annimmt. "Diese Frauen stehen
wirklich an der Front", so Hunt.
Seit Samstag halten sich die Friedensaktivistinnen in Wien auf,
wo sie ein regionales Meeting für Europa und den Mittleren Osten
besuchen. Das Programm ist sehr vielfältig und umfangreich und
wird die Aufmerksamkeit der Teilnehmerinnen bis Donnerstag Abend
in Anspruch nehmen. (Schluss)
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