Abriß im Klimt-Ensemble in einer Nacht-und-Nebel-Aktion!

Illegaler Abbruch in Schutzzone? Das Haus Feldmühlgasse 9, ein Nachbarhaus der "Klimt-Villa" und ehemalig zum Klimt-Garten gehörig, wurde dieses Wochenende überraschend abgerissen

Wien (OTS) - Zornig und empört zeigt sich der Verein Gedenkstätte Gustav Klimt. Das für das Klimt-Ensemble so wichtige Haus Feldmühlgasse 9 wurde ab Freitag nachmittag, wohl nicht zufällig zu Wochenende- und Ferienbeginn, ohne Vorankündigung abgerissen. Das Gebäude war insofern von großer Bedeutung, als es sich um eines der letzten noch original erhaltenen Häuser im ehemaligen Klimt-Garten gehandelt hat. Das eingeschoßige Haus, erbaut um 1860, hatte fast genauso ausgesehen wie Gustav Klimt letztes Atelier vor seinem Umbau 1923. Somit galt es als Vorzeigehaus für alle Besucher, wie man sich das ursprüngliche Atelier Gustav Klimts in Bezug auf das äußere Erscheinungsbild vorzustellen hatte. Aus diesen Gründen wurde auf einstimmigem Wunsch der Bezirksvertretung die Erweiterung der Schutzzone eigens um diesen Bereich im März 2000 beschlossen. Doch jetzt folgte der Abriß, den niemand für möglich gehalten hatte. Noch letzten Mittwoch führte der Verein Gespräche mit der Politik u.a. über die Zukunft dieses Nachbarhauses, ohne vom bevorstehenden Schicksal zu ahnen - offenbar wurde auch die Politik vor ein Fait accompli gestellt. Fassungslos Dr. Heide Buschhausen vom Klimt-Verein: "Wir arbeiten gerade an einer Dokumentation über die Geschichte und Bedeutung des gesamten Ensembles, und jetzt passiert so etwas. Ich bin entsetzt."

Seit längerem war der Verein mit dem Eigentümer dieses Nachbargrundstücks in Verbindung und von beiden Seiten wurde die thematische Zusammengehörigkeit erörtert. Mit Schreiben vom Eigentümer an den Verein, 19. Juni, wurde für Anfang Juli ein neuerlicher Gesprächstermin in Aussicht gestellt.

Der Verein konnte jetzt recherchieren, dass der bei diesem Abriß in einer Schutzzone nötige Abbruchbescheid nicht aufgelegen und somit der Abbruch offenbar rechtswidrig erfolgt ist.

Nachdem auch dem benachbarten Haus Feldmühlgasse 12 (das Haus des Malerfreundes Felix A. Harta) trotz Schutzzone die Spitzhacke droht, fragt sich der Verein, wie weit eine solche Widmung, die auch die "Klimt-Villa" umfasst, noch wirklichen Schutz bieten kann.

Fotos und weitere Infos auf http://www.klimt.at

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Heide Buschhausen,
VEREIN GEDENKSTÄTTE GUSTAV KLIMT
Tel.: 877 45 93 od. 0699/10244216
Auhofstraße 43, 1130 Wien

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