- 28.06.2002, 12:54:02
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100 Jahre Landesnervenklinik Mauer
Über 10.000 Patienten pro Jahr
St.Pölten (NLK) - Die Landesnervenklinik Mauer (Bezirk Amstetten)
ist die größte und modernste psychiatrische Einrichtung des Landes
Niederösterreich. Sie hat 425 Betten, davon 50 auf Langzeitplätze,
und ein Landes-Pensionisten- und Pflegeheim mit 180 Betten. An der
Landesnervenklinik werden jährlich 5.900 stationäre und 5.060
ambulante Patienten durch 46 ÄrztInnen, weitere 66 medizinische
Kräfte und über 300 Personen aus dem Gesundheits- und
Krankenpflegebereich betreut. Heute wurde das 100-jährige Bestehen
der Klinik gefeiert.
Man habe in den 100 Jahren des Bestehens der ;Landesnervenklinik
Mauer immer auch eine Verantwortung im Gesetz vorgefunden, besonders
aber in den letzten Jahren, in denen Spezialisierungen Platz
gegriffen haben, wie Abteilungen für Drogenentzug oder
Alkoholentwöhnung, betonte Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria
Onodi. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten trotz
anfänglicher Diskussionen eifrig mitgearbeitet. Gerade die
psychiatrische Ausbildung verlange von den jungen Menschen ein
Bekenntnis zum Betreuen, meinte Onodi. Wir wissen, dass wir uns nicht
alles leisten können, aber wir können Prioritäten setzen, bekannte
sich Onodi zum Spannungsfeld in der Gesundheits- und Krankenpflege.
Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka - der in Vertretung des
Landeshauptmannes Dr. Erwin Pröll sprach - meinte, dass in 100 Jahre
Krankenanstalt in Mauer auch Geschichte gemacht worden sei. Wie
vielen Krankenhäusern, so Sobotka, sei es schon gelungen, in
kunsthistorische Bände Eingang zu finden. Die Spezialisierung der
Psychiatrie, vom Drogeninstitut bis zur Gerontopsychiatrie, müsse
weiter betrieben werden, meinte Sobotka. Der Psychiatrieplan werde
weiterhin in Mauer eine bedeutende Rolle spielen.
Nachdem der Gastwirt Johann Kirchweger aus Öhling dem Kaiser 20
Hektar Grund schenkte, wurde 1898 mit dem Bau der Landes-Heil- und
Pflegeanstalt in Mauer-Öhling begonnen. Sie wurde am 2. Juli 1902 von
Kaiser Franz Josef I. eröffnet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden
rund 1.000 Patienten betreut. 1938 wurde ein Höchststand von 2.000
Betreuten erreicht. Während der Terrorherrschaft der
Nationalsozialisten wurden mindestens 350 Patienten ermordet, eine
möglicherweise noch größere Anzahl von Menschen durch inadäquate
"Behandlungsmaßnahmen" vor Ort. Nach 10 Jahren sowjetrussischer
Besatzung, in der Teile der Anstalt in eine Kaserne umgewandelt
wurden, begann zwischen 1956 und 1966 der Wiederaufbau.
Derzeit umfasst die Klinik Einrichtungen wie zum Beispiel ein
Psychotherapieinstitut, eine psychosomatische Therapie, eine Kinder-
und Jugendneuropsychiatrie, Programme für die Alkoholentwöhnung und
den Drogenentzug, eine psychiatrische Rehabilitation für Patienten
mit Schizophrenie und Borderline, eine psychiatrische Carestation für
jene, die medikamentös wenig zugängige psychotische Störungen haben,
eine regionale Akut- und Subakutpsychiatrie sowie eine
Gerontopsychiatrie, die derzeit aufgebaut wird.
In Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Amstetten wird 2003 eine
zusätzliche, mit der Neurologie Mauer ärztlich-personell verbundene
Neurologiestation mit 24 Akutbetten und 6 Rehab-Betten geschaffen.
1988 wurde zudem ein Computertomograph installiert, 1993 auch ein
Kernspintomographiegerät. Derzeit wird die Radiologie erneuert, so
dass in nächster Zukunft eine volldigitalisierte Einrichtung für die
Bildgebung zur Verfügung steht und die Telekommunikation mit anderen
Krankenhäusern voll Wirklichkeit werden wird. Die neurologische
Schmerztherapie ist weit über die Landesgrenzen bekannt.
Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung
Pressestelle
Tel.: 02742/9005-12312
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