Morak eröffnet Schönberg-Symposion im Rahmen der Initiative "Kunst gegen Gewalt"

Wien (OTS) - "Den heute historisch gewordenen Verdiensten des musikalischen Revolutionärs Schönberg haben die Zeitgenossen in vielfacher Weise die Anerkennung verweigert. Arnold Schönberg hat "Gewalt" erlebt: die Gewalt eines neuerungsfeindlichen Publikums, das den Abbruch der Erstaufführung eines seiner Werke erzwungen hat und vor allem die Gewalt des Antisemitismus. Die beiden Themen -"Schönberg und sein Gott" und "Kunst gegen Gewalt" - sind also in einer intensiven Weise miteinander verflochten" so Kunststaatssekretär Franz Morak, heute, anlässlich der Eröffnung des Symposions "Arnold Schönberg und sein Gott" im Arnold Schönberg Center in Wien.

Ausgehend vom "Mattseeer Erlebnis" Schönbergs 1921, als die Verwaltung der Salzburger Fremdenverkehrsgemeinde an die Zimmervermieter den Aufruf erlassen hatte, den Ort "judenfrei" zu halten, erinnerte Morak daran, dass das Leben der jüdischen Existenz schon Jahrzehnte zuvor permanent von solchen Ausgrenzungsversuchen bedroht war. "In diesem alltäglichen Antisemitismus steckt das, was Soziologen "strukturelle Gewalt" nennen und was sich im "besten" Fall als tägliche, zermürbende Attacke auf das Selbstwertgefühl der Betroffenen erweist".

Arnold Schönberg, der - wie auch seine malerischen Leistungen zeigen, - über äußerst vielfältige Begabungen verfügte, dachte unmittelbar in seinen Reflexionen und mittelbar in seinem musikalischen Werk über zahlreiche Fragen der jüdischen Identität nach, so Morak. "Alle diese Arbeiten gehören zu jenem weitem Feld, wo sich Kunst mit dem Erlebnis der Gewalt auseinandersetzt", so Morak abschließend.

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