Standpunkt Geschichte - Ein Mahnmal für Hietzing

Wien, (OTS) In der Eitelbergergasse in Hietzing stand bis zum Novemberpogrom 1938 die von Arthur Gruenberger 1928 geplante Synagoge. Da die seit 1988 dort angebrachte Gedenktafel schwer lesbar ist und kein würdiges Gedenken garantiert, hat sich die Kulturkommission des Bezirkes in zwei Sitzungen mit dem Vorschlag eines zeitgemäßen Mahnmals auseinandergesetzt. Die Idee für ein Denkmal unter dem Arbeitstitel "Standpunkt Geschichte" stammt vom Bildhauer Prof. Hans Kupelwieser und dem Direktor der Volkshochschule Hietzing, Dr. Robert Streibel. Drei Parteien (VP, SP und Grüne) sind in der Kulturkommission zur Überzeugung gelangt, dass ein zeitgemäßes Denkmal errichtet werden soll, während die FP jeden Euro aus Steuermittel für dieses Denkmal als Verschwendung ansieht.

"Standpunkt Geschichte" ist der Arbeitstitel für einen möglichen Entwurf: Nur wer einen Standpunkt einnimmt, kann die Vergangenheit erkennen. Eine Glas-Plexiglas-Stele an der Ecke Eitelbergergasse/ Neue Weltgasse soll errichtet werden. Die Vorbeigehenden können auf den ersten Blick keine Spur von Vergangenheit erkennen, der Blick auf Bäume, Häuser ist ungetrübt: Nichts ist geschehen. Nur wer einen Standpunkt einnimmt, kann die Vergangenheit sehen, nur wer vor diese Stele tritt, kann das Bild der Synagoge erkennen.

Mit diesem Entwurf wird ein ungewöhnlicher Zugang zur Geschichte ermöglicht, ohne erhobenen Zeigefinger und daher besonders eindringlich. Auf dieser Stele wird aber auch der Hinweis auf die homepage der Volkshochschule Hietzing zu finden sein, wo alle Namen und Wohnorte der Hietzinger Juden abgerufen werden können. (dieses Projekt wird vom Nationalfonds der Republik Österreich unterstützt). Die BetrachterInnen können selbst aktiv werden und zu Hause im Internet sehen, wer wo gewohnt hat, was mit den NachbarInnen passiert ist, wo heute die aus Hietzing vertriebenen oder geflohenen Juden leben und wer ermordet wurde.

Nur wer einen Standpunkt einnimmt, kann die Vergangenheit erkennen.

Es bedarf eines Standpunktes und engagierter Personen, die diesen einnehmen wollen. Zu den ersten Unterzeichnern gehören:
Nationalratspräsident Dr. Heinz Fischer, Bezirksvorsteher Heinrich Gerstbach, Bezirksvorsteher-Stellvertreter Reinhard Feistritzer, LAbg. Dr. Alois Mayer, BR Mag. Dr. Gerhard Schmid, Dir. Mag. Andreas Paseka (Bundesgymnasium Wenzgasse), Dir. Mag. Elisabeth Glatt (Bundesgymnasium Fichtnergasse), Andrea Hruby, Mag. Dr. Karl Mlacnik, Dr. Avshalom Hodik (Israelitische Kultusgemeinde), Mag. Franz Kos (Don Bosco Haus), Pater Wolfgang Dolzer (Jesuitenkommunität Lainz), Pater Leo Wallner (Jesuitenkommunität Lainz), Pater Peter Ritzer (Jesuitenkommunität Lainz), Pater Martin Ramsauer (Jesuitenkommunität Lainz), Pater Richarch Plaickner (Jesuitenkommunität Lainz), Pater Alois Riedelsperger (Jesuitenkommunität Lainz), Pater Stefan Hofer (Jesuitenkommunität Lainz), Pater Johannes Herz (Jesuitenkommunität Lainz), BR Mag. Gerhard Jordan (Grüner Klub), Ingrid Risha, Grin Susanne Jerusalem (Grüner Klub). Mag.a Barbara Pfaffenwimmer (Kardinal König Haus), Karl Peter, BR Walter Wipp.

Wer die Initiative "Standpunkt Geschichte" unterstützen will, wendet sich an die Volkshochschule Hietzing (Dr. Robert Streibel) 1130 Wien Hofwiesengasse 48; Tel. 804 55 24-12;
e-mail: office@vhs-hietzing.at; http://www.vhs-hietzing.at

rk-Fotoservice: www.wien.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) vhs

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