Grüne/Spekulationsfall 4: Wiener Wohnen lässt Häuser verfallen

Problemhaus Turnergasse 33 im 15. Bezirk wird zwangsversteigert.

Grüne (Wien) - "Zuerst sieht Wiener Wohnen 20 Jahre lang zu, wie das Haus Turnergasse 33 in der Äußeren Mariahilfer Straße verfällt. Dann verkauft der zuständige Stadtrat Faymann das Problemhaus mit einer Sanierungsverpflichtung für den neuen Eigentümer. Der neue Eigentümer macht rein gar nichts, das Haus gerät in Zwangsverwaltung, wird jetzt versteigert und Wiener Wohnen nimmt das vertraglich abgesicherte Rückkaufsrecht nicht wahr. So schafft Stadtrat Faymann sich seine eigenen Problemhäuser" ärgert sich David Ellensohn, Wohnbausprecher der Wiener Grünen.

Die Liegenschaft Turnergasse 33 (Mariahilfer Straße 165) im 15. Bezirk wurde 1978 von der Stadt Wien erworben. Anfang 1999 wurde das Haus mit einer Sanierungsverpflichtung binnen drei Jahren an die "A. Frauwallner GmbH" verkauft. Ein im Grundbuch eingetragenes Wieder-und Vorkaufsrecht im Nicht-Sanierungsfalle sollte sicherstellen, dass die Käuferin nicht bei wirtschaftlicher Abbruchreife des Hauses aus dem Verkauf des unbebauten Grundstücks Gewinn schlagen kann.

Hinter der "A. Frauwallner GmbH" steht unter anderem Frau Ulrike F., die früher 98%-Gesellschafterin bei der "Volker Tausend GmbH" war. Diese Gesellschaft taucht in den Problem- und Spekulationshauslisten der Mobilen Gebietsbetreuung wegen falscher Abrechnungen auf und ist damit auch Wiener Wohnen ein Begriff.

Das Objekt Turnergasse 33 ist mittlerweile vollkommen verwahrlost. Eine Sanierung erscheint - ohne eingehende Prüfung - vorerst nicht mehr sinnvoll. Derzeit sind von den 15 Wohnungen des Hauses nur mehr zwei bewohnt, eine davon durch die langjährige Hausbesorgerin, die seit über einem Jahr kein Gehalt mehr bekommen hat.

Als die Schuldenlast auf dem Haus zu hoch wurde, wurde es unter Zwangsverwaltung gestellt. Vor mehr als 3 Monaten wurde nun ein Zwangsversteigerungsverfahren für die Turnergasse 33 eingeleitet. Die Stadt Wien hätte bis zu 4 Wochen nach Veröffentlichung des Versteigerungsedikts Zeit gehabt, dagegen Einspruch zu erheben und von ihrem Vorkaufs- bzw. Wiederkaufsrecht Gebrauch zu machen. Dies ist aber laut Auskunft des Zwangsverwalter nicht geschehen.

"Im Sinne einer verantwortungsvollen Wohn- und Stadtentwicklungspolitik gerade in sensiblen Gegenden, wie rund um den Westbahnhof außerhalb des Gürtels, ist es untragbar, dass die öffentliche Hand sich aus einem derartigen Objekt zurückzieht und nicht gewillt ist, Verantwortung zu übernehmen," stellt Ellensohn klar.

"Die Stadt Wien hätte die Möglichkeit gehabt, ein verfallendes Althaus zu sanieren, Impulse in der Umgebung des Objekts zu geben und neu renovierte Gemeindewohnungen der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Statt dessen verschenkt Wiener Wohnen und der zuständige SP-Stadtrat Faymann diese Chance, das Haus und die letzten BewohnerInnen werden einer ungewissen Zukunft überlassen," schließt der Grüne Wohnbausprecher.

(Weitere Spekulationsfälle können Sie der Grünen Homepage http://wien.gruene.at entnehmen.)

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