• 25.06.2002, 09:13:23
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  • OTS0034 OTW0034

Grüne/Spekulationsfall 4: Wiener Wohnen lässt Häuser verfallen=

Problemhaus Turnergasse 33 im 15. Bezirk wird zwangsversteigert.

Grüne (Wien) - "Zuerst sieht Wiener Wohnen 20 Jahre lang zu, wie
das Haus Turnergasse 33 in der Äußeren Mariahilfer Straße verfällt.
Dann verkauft der zuständige Stadtrat Faymann das Problemhaus mit
einer Sanierungsverpflichtung für den neuen Eigentümer. Der neue
Eigentümer macht rein gar nichts, das Haus gerät in Zwangsverwaltung,
wird jetzt versteigert und Wiener Wohnen nimmt das vertraglich
abgesicherte Rückkaufsrecht nicht wahr. So schafft Stadtrat Faymann
sich seine eigenen Problemhäuser" ärgert sich David Ellensohn,
Wohnbausprecher der Wiener Grünen.

Die Liegenschaft Turnergasse 33 (Mariahilfer Straße 165) im 15.
Bezirk wurde 1978 von der Stadt Wien erworben. Anfang 1999 wurde das
Haus mit einer Sanierungsverpflichtung binnen drei Jahren an die "A.
Frauwallner GmbH" verkauft. Ein im Grundbuch eingetragenes Wieder-
und Vorkaufsrecht im Nicht-Sanierungsfalle sollte sicherstellen, dass
die Käuferin nicht bei wirtschaftlicher Abbruchreife des Hauses aus
dem Verkauf des unbebauten Grundstücks Gewinn schlagen kann.

Hinter der "A. Frauwallner GmbH" steht unter anderem Frau Ulrike
F., die früher 98%-Gesellschafterin bei der "Volker Tausend GmbH"
war. Diese Gesellschaft taucht in den Problem- und
Spekulationshauslisten der Mobilen Gebietsbetreuung wegen falscher
Abrechnungen auf und ist damit auch Wiener Wohnen ein Begriff.

Das Objekt Turnergasse 33 ist mittlerweile vollkommen verwahrlost.
Eine Sanierung erscheint - ohne eingehende Prüfung - vorerst nicht
mehr sinnvoll. Derzeit sind von den 15 Wohnungen des Hauses nur mehr
zwei bewohnt, eine davon durch die langjährige Hausbesorgerin, die
seit über einem Jahr kein Gehalt mehr bekommen hat.

Als die Schuldenlast auf dem Haus zu hoch wurde, wurde es unter
Zwangsverwaltung gestellt. Vor mehr als 3 Monaten wurde nun ein
Zwangsversteigerungsverfahren für die Turnergasse 33 eingeleitet. Die
Stadt Wien hätte bis zu 4 Wochen nach Veröffentlichung des
Versteigerungsedikts Zeit gehabt, dagegen Einspruch zu erheben und
von ihrem Vorkaufs- bzw. Wiederkaufsrecht Gebrauch zu machen. Dies
ist aber laut Auskunft des Zwangsverwalter nicht geschehen.

"Im Sinne einer verantwortungsvollen Wohn- und
Stadtentwicklungspolitik gerade in sensiblen Gegenden, wie rund um
den Westbahnhof außerhalb des Gürtels, ist es untragbar, dass die
öffentliche Hand sich aus einem derartigen Objekt zurückzieht und
nicht gewillt ist, Verantwortung zu übernehmen," stellt Ellensohn
klar.

"Die Stadt Wien hätte die Möglichkeit gehabt, ein verfallendes
Althaus zu sanieren, Impulse in der Umgebung des Objekts zu geben und
neu renovierte Gemeindewohnungen der Bevölkerung zur Verfügung zu
stellen. Statt dessen verschenkt Wiener Wohnen und der zuständige
SP-Stadtrat Faymann diese Chance, das Haus und die letzten
BewohnerInnen werden einer ungewissen Zukunft überlassen," schließt
der Grüne Wohnbausprecher.

(Weitere Spekulationsfälle können Sie der Grünen Homepage
http://wien.gruene.at entnehmen.)

Rückfragehinweis: Rudi Leo, Pressereferat, Tel: 4000-81821

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GKR/GKR

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