• 21.06.2002, 10:57:07
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Ungarn - Geheimtip der Woche

Arboreten in Ungarn

Wien (OTS) - Ein Arboretum ist ein historischer botanischer Garten
in dessen Mittelpunkt der Baum steht. Vor allem im 18. und 19.
Jahrhundert war es in Adelskreisen Mode, sich großflächig solche
Gärten anzulegen, wobei heimische Gehölze ebenso Verwendung fanden
wie exotische Arten, die von Weltreisenden mitgebracht wurden. Manche
Adelshäuser übertrafen einander im Bemühen, möglichst viele
verschiedene Baumarten zu sammeln und anzupflanzen.

Abgesehen von diesem "Wettbewerb" dienten diese prächtigen Gärten
und Parks jedoch damals wie heute der Erholung, auch wenn sie
seinerzeit dem Adel vorbehalten waren. Heute finden sich in Ungarn 28
solcher Arboreten, die nicht nur Botaniker, sondern auch Naturfreunde
mit ihrer Artenvielfalt und teilweise besonders wertvollen Exemplaren
beeindrucken und erfreuen.

Zu den bedeutendsten ungarischen Arboreten zählt unter anderen der
Pepi-Garten von Szarvas in der Nördlichen Tiefebene im Augebiet von
Theiß, Miersch und Kriesch. An einem toten Altarm des letzteren
Flusses liegt eines der schönsten und größten Arboreten Ungarns,
angelegt von der Familie Bolza, die auch das gleichnamige Schloß
errichtete. Anfang des 18. Jahrhunderts ließ József Bolza im
sogenannten Anna-Hain, heute liebevoll nach seinem Begründer
Pepi-Garten genannt, unzählige Bäume pflanzen. Heute umfaßt das
Arboretum über 1000 Arten, darunter uralte Stieleichen, Arten
tropischer Moorlandschaften ebenso wie jene des Hochgebirges.

Eine exotische Besonderheit weist der Botanische Garten von
Vácrátót unweit von Budapest auf. Mit über 28 Hektar ist er nicht nur
der größte, sondern auch der eindrucksvollste Park. Er wurde Mitte
des 19. Jahrhunderts von Vilmos Jámbor, dem damals bekanntesten
ungarischen Gartenbauarchitekten angelegt und zeigt neben einer über
120 Jahre alten ungarischen Esche und einem prächtigen Rosengarten
über 15000 verschiedene Baumarten, darunter Europas höchste
Sumpfzypresse, sowie einen kompletten Mangrovewald.

Das Arboretum von Zirc im mittelungarischen Bakonygebirge ist Teil
der großartigen Zisterzienserabtei, das ab dem beginnenden 19.
Jahrhundert im ehemaligen Jagdrevier des Klosters gezielt angelegt
wurde. Etwa zwei Drittel der Arten sind einheimische Bäume. Kernstück
ist eine 350 m lange Lindenallee mit exakt 111 Bäumen, der älteste
Baum ist eine 350 Jahre alte Stieleiche, deren Stammdurchmesser 120
cm beträgt. Daneben gibt es vor allem asiatische Baumarten, darunter
Ungarns einziger Mandschurischer Ahornbaum.

Prachtstücke des Arboretums vom Alcsút, ebenfalls in
Mitteltransdanubien, mit seinen über 500 Arten, darunter Schwarze
Nußbäume, mächtige Platanen und Blutbuchen, sind der älteste
Akazienbaum Ungarns mit einer Stammdicke von 5,5 Metern, sowie eine
1830 gepflanzte Libanonzeder mit einem Umfang von 3 Metern und einer
Höhe von ca. 30 Metern.

Obwohl wir hier nur vier der schönsten Botanischen Gärten
vorstellen, so sind auch die anderen, etwa jener im westungarischen
Sárvár oder Dutzende andere ebenso sehenswert, denn sie sind
unvergleichliche "Schatzkästchen der Natur", liebevoll angelegt durch
Menschenhand.

Rückfragehinweis:

Ungarisches Tourismusamt
A-1010 Wien, Opernring 5
Tel. 01/585 20 12-13
Fax 01/585 20 12-15
mailto:[email protected]
Internet: http://www.hungarytourism.hu
http://www.travelport.hu

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HUN/HUN/OTS

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