• 21.06.2002, 10:09:08
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Anton Wildgans-Preis 2001 an Vladimir Vertlib=

Wien (PdI) Der Präsident der Industriellenvereinigung, Dr. Peter
Mitterbauer, überreichte gestern, Donnerstag, im Haus der Industrie
den Anton Wildgans-Preis an den österreichischen Autor Vladimir
Vertlib.

Vladimir Vertlib wurde am 2. Juli 1966 in Leningrad, UdSSR, geboren.
Die Familie emigrierte 1971 nach Israel, übersiedelte 1972 nach
Österreich und nach weiteren Stationen in den Niederlanden, den USA
im Jahr 1981 endgültig wieder nach Wien. Vertlib ist seit 1986
österreichischer Staatsbürger und lebt in Salzburg. Der studierte
Volkswirtschafte ist seit 1993 als freiberuflicher Schriftsteller,
Sozialwissenschafter und Übersetzer tätig. Er ist auch
Redaktionsmitglied der Literaturzeitschrift "Zwischenwelt". In seinen
zahlreichen Publikationen, wie z.B. "Abschiebung" (1995),
"Zwischenstationen" (1999) und seiner im letzten Jahr erschienenen
Emigrantengeschichte "Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur" setzt
sich Vertlib intensiv mit den Themen Exil, Heimat, Fremdsein
auseinander. Seine schriftstellerische Arbeit zeigt meist
autobiografische Züge. Vertlib erhielt bisher u.a. den
Förderungspreis für Literatur 1999 und den Förderpreis zum
Adalbert-von Chamisso-Preis 2001.

"Vladimir Vertlib ist mit seiner Lebensgeschichte und seinen
Publikationen eine Persönlichkeit, die lehrt, staatliche und
kulturelle Grenzen zu überwinden", betonte Mitterbauer bei der
Verleihung des Preises. Wir alle stünden vor großen
Herausforderungen, die Chance der Migration zu erkennen, aber auch
ihre Probleme zu lösen. Vor allem aber gelte es auch zu erkennen, was
Menschen in der Fremde, im Exil empfinden, denken und erleben. "Jeder
positive Beitrag, der uns hilft, einander besser zu verstehen, ist
daher ungemein bedeutsam", so Mitterbauer in seiner Rede.

Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert und wurde im Jahr 1962 das erste
Mal vergeben. Die Auszeichnung wird jährlich an einen
österreichischen Schriftsteller oder Schriftstellerin der jüngeren
oder mittleren Generation, "dessen Schaffen die abschließende Krönung
noch erwarten lässt", verliehen. Die unabhängige Jury setzt sich aus
Dr. Brigitte Hamann, DDDr. Peter Marginter sowie Univ.-Prof.Dr.
Wendelin Schmidt-Dengler zusammen.

Der Anton-Wildganspreis wurde u.a. an Thomas Bernhard, Ilse
Aichinger, Ingeborg Bachmann, Ernst Jandl, Christoph Ransmayr,
Brigitte Hamann, Michael Köhlmeier und Peter Rosei verliehen.

Rückfragehinweis: IV-Newsroom

Tel.: (++43-1) 711 35-2306
Fax: (++43-1) 711 35-2313
mailto:[email protected]
http://www.iv-net.at

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