- 21.06.2002, 09:00:00
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Endlich neue Chancen für Rheumapatienten! Die Anti-TNF-Therapie
Wien (OTS) - Die Therapie der rheumatoiden Arthritis zielt nicht
nur auf Schmerzlinderung und Entzündungshemmung ab, sondern will auch
die fortschreitende Zerstörung der Gelenke zum Stillstand bringen.
Treibende Kraft dieser Zerstörung ist das Zytokin TNF-alpha. "Mit
Medikamenten, die TNF-alpha hemmen, ist dieses Ziel erstmals wirklich
realisierbar geworden", erklärte Prof. Ferdinand C. Breedveld,
Leiden. Neue Daten zu D2E7 (Adalimumab), dem ersten monoklonalen
Anti-TNF-Antikörper rein menschlichen Ursprungs, wurden auf dem EULAR
in Stockholm präsentiert.
Gezielt angreifen
Bei der rheumatoiden Arthritis kommt es zu einer überschießenden
Abwehrreaktion des Körpers, die sich irrtümlicherweise gegen eigene
Strukturen richtet, in diesem Fall gegen die Gelenkinnenhaut. Es
entwickelt sich eine Entzündungsreaktion, die sich in Form von
Schmerzen, Schwellung und Steifigkeit zeigt und allmählich die
Gelenke und den umgebenden Knochen zerstört. Eine zentrale Rolle als
Vermittler des Entzündungsprozesses spielt TNF-alpha. Um dieses
Zytokin auszuschalten, wurden unter anderem dagegen wirksame
Antikörper entwickelt. Der erste vollständig humane Antikörper, der
ohne Hilfe von Mäusen produziert wird, ist Adalimumab (D2E7).
Anhaltende und schnelle Wirkung
Klinische Studien belegen, dass D2E7 über eine Zeitspanne von bis zu
2,5 Jahren sowohl allein als auch in Kombination mit anderen gegen
Rheuma gerichteten Medikamenten wirksam gegen die klinischen Symptome
der rheumatoiden Arthritis ist. Das Medikament wird wöchentlich oder
alle zwei Wochen unter die Haut gespritzt. Als Maß für die
Wirksamkeit dienen in klinischen Studien meist die ACR-Kriterien
(American College of Rheumatology). Aus der Zahl schmerzhafter und
geschwollener Gelenke sowie aus zahlreichen anderen klinischen
Symptomen wird ein Score ermittelt. Die Wirksamkeit wird daran
bemessen, ob sich dieser Score um mehr als 20, 50 oder 70 Prozent
vermindert. In der offenen Verlängerung einer Phase-I-Studie (DE010)
erfüllten 35% von den 54 Patienten, die 2,5 Jahre Therapie mit D2E7
beendet hatten, das ACR-50-Kriterium. Selbst bei Problempatienten mit
langdauernder Erkrankung, bei denen schon mehrere Basistherapeutika
versagt hatten, bewirkte D2E7 als Monotherapie innerhalb von 26
Wochen signifikante Verbesserungen.
STAR-Studie: Gute Sicherheit
Die ausgezeichnete Sicherheit und Verträglichkeit von D2E7
bestätigte sich jetzt in der STAR-Studie (Safety Trial of Adalimumab
in Rheumatoid Arthritis), die auch die gute klinische Wirksamkeit
untermauerte. 636 Patienten erhielten D2E7 oder Placebo zusätzlich zu
ihrer laufenden Basistherapie. Hautreaktionen an der Einstichstelle,
Ausschläge und Rückenschmerzen waren die einzigen Nebeneffekte, die
unter D2E7 häufiger als unter Placebo auftraten. In allen Studien
wurde eine rasche Wirkung innerhalb weniger Wochen beobachtet. Die
Zulassung für den neuen humanen monoklonalen Antikörper ist bei der
amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA und der europäischen EMEA
eingereicht. "Mit Daten von 23 Studien an mehr als 2.300 Patienten
mit rheumatoider Arthritis aus Nordamerika, Europa und Australien ist
D2E7 der am umfangreichsten in klinischen Studien untersuchte
Anti-TNF-Wirkstoff", versicherte Emery.
(Quelle: EULAR 2002, Stockholm, 12. bis 15 Juni)
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