- 19.06.2002, 13:08:13
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Finanzbehörde fordert von der Bundesliga Geld zurück - wegen unerlaubt überwiesener Gelder an FC-Tirol-Manager Hochstaffl
Liga-Geschäftsführer Nachbagauer überwies für den Klub Millionen nach Florida
Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner morgen
erscheinenden Ausgabe berichtet, weitet sich der Wirtschaftsthriller
um den FC Tirol jetzt auch auf die Österreichische Bundesliga aus.
Bundesliga-Vorstand Reinhard Nachbagauer bekam von der
Finanzprokuratur eine so genannte Drittschuldnerklage zugestellt. Der
Vorwurf: Die Bundesliga habe Vereinsgelder überwiesen, die in
Wirklichkeit längst vom Finanzamt Innsbruck gepfändet waren. Es geht
um über eine Million Euro.
Zur Erklärung: Jeder Verein hat bei der Bundesliga ein
Verrechnungskonto, über das unter anderem die Fernsehgelder
abgerechnet werden. In einem Fax, das NEWS exklusiv vorliegt, schrieb
Reinhard Nachbagauer am 9. August 2001 an den "lieben Robert", den
mittlerweile inhaftierten Tirol-Manager Hochstaffl: "Unter Bezugnahme
auf unsere Gespräche bestätige ich Dir, dass die Bundesliga den
Betrag von USD 443.132,79 (499.023 Euro) vorfinanzieren kann, und
zwar auf das von Dir angegebene Konto in den USA." Nur einen Tag
später ordnete Nachbagauer bei der Bank Austria die Transaktion an -
"zugunsten von Parker Leasing". Jene dubiose US-Firma also, an die
der FC Tirol insgesamt 10 Millionen Schilling (726.728 Euro) verlor.
Darüber hinaus wurden von der Bundesliga an Hochstaffls Firma
"Global Marketing" 304.516,75 Euro überwiesen. Und das, obwohl seit
Monaten ein Pfändungsbescheid des Finanzamtes Innsbruck vorlag.
Bundesliga-Vorstand Nachbagauer verteidigt sich, meint aber auch:
"Vielleicht bin ich ein bisschen leichtsinnig gewesen." Ob er
fürchte, dass sich die Finanz jetzt die verlorenen Millionen von der
Bundesliga zurückhole? Nachbagauer zu NEWS: "Ich hoffe nicht, dass
die Bundesliga für etwas zum Handkuss kommt, wo der Verein
Abgabenschuldner ist."
Rückfragehinweis:
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