Greenpeace: Kein Kniefall vor EU-Atomlobby beim Energie-Grünbuch!

"EU-Kommission muss "Grünbuch"-Entscheidung nach Energieministerrat verschieben"

Wien (OTS) - Greenpeace appellierte heute an die EU-Kommission, allen voran an EU-Kommissar Franz Fischler und Umwelt-Kommissarin Margot Wallström, dem EU-Grünbuch zur Energieversorgungs-sicherheit keinesfalls zuzustimmen und die Abstimmung auf einen Zeitpunkt nach den nächsten EU-Energieministerrat zu verschieben. Die für Energiefragen zuständige Kommissarin Loyola de Palacio versucht offensichtlich mit dem heutigem Beschluss des "Grünbuchs" in der Kommission die Interessen der Atom-Industrie - am EU-Energieministerrat vorbei - rasch beim EU-Gipfel in Sevilla am Freitag zu zementieren. "Die Nuklearoption als "Notwendigkeit" zur Energieversorgung darzustellen, und das ausgerechnet im Kapitel "Klimaschutz", ist eine ein untragbarer Kniefall vor den den Interessen der EU-Atomlobby und steht im krassen Widerspruch zur Mehrheitsmeinung der EU-Bürger", kritisierte Erwin Mayer, Energieexperte von Greenpeace in Wien. "Wir erwarten uns von der EU-Kommission, diesen unverhohlenen Einmischungs-Versuchen der Atom-Industrie einen deutlichen Riegel vorzuschieben und sich von Loyola de Palacio nicht vor den Atom-Karren spannen zu lassen."

Greenpeace bemängelte auch, dass Kommissarin Loyola de Palacio 7000 persönliche Einsprüche von EU-Bürgern gegen das "Grünbuch" einfach ignoriert hat. "Kommissarin Loyola de Palacio gebärdet sich wie eine Handlangerin der Atom-Industrie," so Mayer weiter. "Sie täte besser daran, sich an die Vorgaben der EU-Umweltminister zu halten, die sich klar gegen die Förderung der Atomenergie zur Erreichung der Klimaschutzziele positioniert haben. Wir fordern die EU-Kommission auf, endlich im Sinne der Mehrheit der EU-Bürger zu agieren, die sich einen europaweiten Atomausstieg wünschen. Von Fischler erwarten wir uns im besonderen, dass er atom-kritischen Staaten wie Österreich durch eine Verschiebung der Abstimmung die Möglichkeit zubilligt, beim nächsten EU-Energieministerrat für eine Atomkraft- freie Energiezukunft in der EU einzutreten," betonte Mayer abschließend.

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Mag. Erwin Mayer,
Energieexperte Greenpeace,
Tel.: 06642700441

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