• 19.06.2002, 11:15:34
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  • OTS0089 OTW0089

Greenpeace: Kein Kniefall vor EU-Atomlobby beim Energie-Grünbuch!

"EU-Kommission muss "Grünbuch"-Entscheidung nach Energieministerrat verschieben"

Wien (OTS) - Greenpeace appellierte heute an die EU-Kommission,
allen voran an EU-Kommissar Franz Fischler und Umwelt-Kommissarin
Margot Wallström, dem EU-Grünbuch zur Energieversorgungs-sicherheit
keinesfalls zuzustimmen und die Abstimmung auf einen Zeitpunkt nach
den nächsten EU-Energieministerrat zu verschieben. Die für
Energiefragen zuständige Kommissarin Loyola de Palacio versucht
offensichtlich mit dem heutigem Beschluss des "Grünbuchs" in der
Kommission die Interessen der Atom-Industrie - am EU-
Energieministerrat vorbei - rasch beim EU-Gipfel in Sevilla am
Freitag zu zementieren. "Die Nuklearoption als "Notwendigkeit" zur
Energieversorgung darzustellen, und das ausgerechnet im Kapitel
"Klimaschutz", ist eine ein untragbarer Kniefall vor den den
Interessen der EU-Atomlobby und steht im krassen Widerspruch zur
Mehrheitsmeinung der EU-Bürger", kritisierte Erwin Mayer,
Energieexperte von Greenpeace in Wien. "Wir erwarten uns von der EU-
Kommission, diesen unverhohlenen Einmischungs-Versuchen der Atom-
Industrie einen deutlichen Riegel vorzuschieben und sich von Loyola
de Palacio nicht vor den Atom-Karren spannen zu lassen."

Greenpeace bemängelte auch, dass Kommissarin Loyola de Palacio
7000 persönliche Einsprüche von EU-Bürgern gegen das "Grünbuch"
einfach ignoriert hat. "Kommissarin Loyola de Palacio gebärdet sich
wie eine Handlangerin der Atom-Industrie," so Mayer weiter. "Sie täte
besser daran, sich an die Vorgaben der EU-Umweltminister zu halten,
die sich klar gegen die Förderung der Atomenergie zur Erreichung der
Klimaschutzziele positioniert haben. Wir fordern die EU-Kommission
auf, endlich im Sinne der Mehrheit der EU-Bürger zu agieren, die sich
einen europaweiten Atomausstieg wünschen. Von Fischler erwarten wir
uns im besonderen, dass er atom-kritischen Staaten wie Österreich
durch eine Verschiebung der Abstimmung die Möglichkeit zubilligt,
beim nächsten EU-Energieministerrat für eine Atomkraft- freie
Energiezukunft in der EU einzutreten," betonte Mayer abschließend.

Rückfragehinweis:

Mag. Erwin Mayer,
Energieexperte Greenpeace,
Tel.: 06642700441

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP/GRP/OTS

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