ASFINAG: Auch Autobahnen leiden unter den hohen Temperaturen

Vor allem alte Strecken sind durch Oberflächentemperaturen von bis zu 80 Grad gefährdet Wien (OTS) - Länger anhaltende hohe Temperaturen, aber auch plötzlich auftretende Hitze, kann zu ernsten Hitzeschäden auf Straßen führen. Beton- und Asphaltoberflächen leiden unter den Oberflächentemperaturen von 80 Grad Celsius und mehr. Wenn die Prognosen stimmen und die Hitzewelle noch länger anhält sind weitere Aufbrüche nicht auszuschließen. Vor allem auf der Süd und West Autobahn, die aufgrund ihres Alters von bis zu 40 Jahren besonders gefährdet sind, kann es deshalb noch in den nächsten 2 Tagen zu Behinderungen aufgrund von unbedingt notwendigen Sanierungsarbeiten kommen.

Bei Betondecken sind die Auswirkungen der Hitze oftmals sehr dramatisch. Betondecken sind 2-lagig aufgebaut, wobei die obere Betonschicht auf Griffigkeit und Komfort bzw. Lärmreduktion ausgelegt ist. Die untere Schicht hingegen muss qualitativ eine hohe Tragfähigkeit gewährleisten. Durch extreme Hitze und die Schubkräfte der Fahrzeuge kann sich bei der dadurch bedingten Ausdehnung die obere von der unteren Betonschicht lösen. Dabei kann sich die obere Betonschicht aufwölben und in Brüche gehen. Dieser Vorgang wird in der Fachsprache "Blow up" genannt. Die abgesprengten Platten können dann weit über das Fahrbahnniveau hinausragen und dadurch zu einem sofort zu behebenden Problem werden.

Bei Asphalt sind die Auswirkungen der Hitze vor allem durch die Bildung von Spurrinnen erkennbar. Durch die starke Belastung der obersten Schicht durch den Schwerverkehr entstehen Vertiefungen, die vor allem bei Regen Konsequenzen haben können und zu Aquaplaning führen. Hier sind Sanierungen nicht sofort notwendig, mittelfristig muss die ASFINAG jedoch mit Millionenaufwand die Asphaltdecken erneuern.

Verstärkt treten derartige Schäden entweder bei kurzfristig auftretender Hitze oder langanhaltenden hohen Temperaturen und nach feuchten Wetterperioden. Die Autobahnmeistereien überprüfen bei ihren Kontrollfahrten sorgfältig die Fahrbahnoberfläche nach möglichen Anzeichen für neuerliche Aufbrüche. In Extremfällen wird halbstündig eine Kontrollfahrt durchgeführt. Behoben werden können diese Schäden meist recht rasch durch die Autobahnmeistereien selbst. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass Sperren durch Sanierungen von Hitzeschäden im Regelfall innerhalb weniger Stunden wieder aufgehoben werden können. Teilweise können derartige Schäden sogar in den Nachtstunden behoben werden.

Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen sind vor allem durch die hohen Temperaturunterschiede (Winter bis minus 20 Grad, Sommer bis plus 40 Grad), aber auch den hohen Anteil des Schwerverkehrs enormen Belastungen ausgesetzt. Die ASFINAG muss daher jährlich über 10 Mio. Euro in Deckensanierungen investieren.

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