• 18.06.2002, 17:26:24
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ASFINAG: Auch Autobahnen leiden unter den hohen Temperaturen

Vor allem alte Strecken sind durch Oberflächentemperaturen von bis zu 80 Grad gefährdet Wien (OTS) - Länger anhaltende hohe Temperaturen, aber auch plötzlich auftretende Hitze, kann zu ernsten Hitzeschäden auf Straßen führen. Beton- und Asphaltoberflächen leiden unter den Oberflächentemperaturen von 80 Grad Celsius und mehr. Wenn die Prognosen stimmen und die Hitzewelle noch länger anhält sind weitere Aufbrüche nicht auszuschließen. Vor allem auf der Süd und West Autobahn, die aufgrund ihres Alters von bis zu 40 Jahren besonders gefährdet sind, kann es deshalb noch in den nächsten 2 Tagen zu Behinderungen aufgrund von unbedingt notwendigen Sanierungsarbeiten kommen.

Bei Betondecken sind die Auswirkungen der Hitze oftmals sehr
dramatisch. Betondecken sind 2-lagig aufgebaut, wobei die obere
Betonschicht auf Griffigkeit und Komfort bzw. Lärmreduktion ausgelegt
ist. Die untere Schicht hingegen muss qualitativ eine hohe
Tragfähigkeit gewährleisten. Durch extreme Hitze und die Schubkräfte
der Fahrzeuge kann sich bei der dadurch bedingten Ausdehnung die
obere von der unteren Betonschicht lösen. Dabei kann sich die obere
Betonschicht aufwölben und in Brüche gehen. Dieser Vorgang wird in
der Fachsprache "Blow up" genannt. Die abgesprengten Platten können
dann weit über das Fahrbahnniveau hinausragen und dadurch zu einem
sofort zu behebenden Problem werden.

Bei Asphalt sind die Auswirkungen der Hitze vor allem durch die
Bildung von Spurrinnen erkennbar. Durch die starke Belastung der
obersten Schicht durch den Schwerverkehr entstehen Vertiefungen, die
vor allem bei Regen Konsequenzen haben können und zu Aquaplaning
führen. Hier sind Sanierungen nicht sofort notwendig, mittelfristig
muss die ASFINAG jedoch mit Millionenaufwand die Asphaltdecken
erneuern.

Verstärkt treten derartige Schäden entweder bei kurzfristig
auftretender Hitze oder langanhaltenden hohen Temperaturen und nach
feuchten Wetterperioden. Die Autobahnmeistereien überprüfen bei
ihren Kontrollfahrten sorgfältig die Fahrbahnoberfläche nach
möglichen Anzeichen für neuerliche Aufbrüche. In Extremfällen wird
halbstündig eine Kontrollfahrt durchgeführt. Behoben werden können
diese Schäden meist recht rasch durch die Autobahnmeistereien selbst.
Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass Sperren durch Sanierungen
von Hitzeschäden im Regelfall innerhalb weniger Stunden wieder
aufgehoben werden können. Teilweise können derartige Schäden sogar in
den Nachtstunden behoben werden.

Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen sind vor allem durch die
hohen Temperaturunterschiede (Winter bis minus 20 Grad, Sommer bis
plus 40 Grad), aber auch den hohen Anteil des Schwerverkehrs enormen
Belastungen ausgesetzt. Die ASFINAG muss daher jährlich über 10 Mio.
Euro in Deckensanierungen investieren.

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ASF/ASF/OTS

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