- 17.06.2002, 13:46:17
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Bosnien als Absatzmarkt und Investitionsstandort für Österreich im Aufwind
Politischer und wirtschaftlicher Konsolidierungs- und Reformprozess macht rasche Fortschritte - Österreichs Exporte überschreiten 2002 bereist 200 Mio Euro
Wien (PWK433) "Die positive Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen
zwischen Österreich und Bosnien-Herzegowina setzt sich auch 2002
fort", berichtet Michael Scherz, österreichischer Handelsdelegierter
in Sarajewo. "War die Dynamik der österreichischen Ausfuhren im
vergangenen Jahr angesichts weniger international finanzierter
Projekte und einer gedämpften Wirtschaftsentwicklung schwach, legten
sie in den vergangenen Monaten deutlich zu", so Scherz. Im Zeitraum
Jänner bis Februar 2002 erhöhten sich die österreichischen Exporte um
23,5% auf 32 Mio Euro, das bedeutet 2002 erstmals das Überschreiten
der 200 Mio-Euro", ist Scherz überzeugt. 2001 lagen die
österreichischen Exporte bei 179 Mio Euro.
Bosnien-Herzegowina wird als Absatzmarkt und als Investitionsstandort
für die österreichische Wirtschaft immer interessanter. Scherz: "Nach
der Übernahme der Regierungsgewalt durch nichtnationale Parteien hat
der politische und wirtschaftliche Konsolidierungs- und Reformprozess
unter internationaler Aufsicht deutlich an Fahrt gewonnen".
Bosnien-Herzegowina verfügt über eine stabile Währung, eine sehr
geringe Inflation und günstige Investitionsbedingungen. Der Markt ist
zwar relativ klein, aber als Sprungbrett in die Nachbarländer bestens
geeignet. Freihandelsabkommen mit Slowenien, Kroatien und
Jugoslawien, gut ausgebildete Arbeitskräfte, umfangreiche
internationale Programme für die Modernisierung der Infrastrukur im
Bereich Straßenbau, E-Wirtschaft und Umwelt machen
Bosnien-Herzegowina für österreichische Unternehmen attraktiv. Die
wichtigsten Wirtschaftssektoren sind die Bauwirtschaft, der
holzverarbeitende Bereich, die Grundstoffindustrie, die E-Wirtschaft
und die Nahrungsmittel- und Textilindustrie.
Hauptaugenmerk wird auf den Aufbau einer klein- und
mittelbetrieblichen Struktur, eine umfassende Privatisierung,
Entbürokratisierung, Einführung eines Mehrwertsteuersystems,
Modernisierung der Verwaltung und Rechtssprechung, sowie die
Mitarbeit in regionalen und internationalen Organisationen gelegt.
Der Bankensektor gilt angesichts des Engagements vor allem
österreichischer Banken, wie Volksbank, Raiffeisen, Hypo-Alpe-Adria
Bank und Bank Austria als einer der modernsten in Südosteuropa.
"Derzeit sind knapp 80 österreichische Unternehmen aus den
unterschiedlichsten Branchen durch eigene Niederlassungen in
Bosnien-Herzegowina präsent", beschreibt Scherz die aktuelle
Entwicklung. Im vergangen Jahr stiegen erstmals auch die
industriell-gewerblichen Investitionen deutlich. Die Alas
International GmbH übernahm die Mehrheit an der Zementfabrik in
Lukavac, die Firma Paholz aus Hermagor in Kärnten erwarb das größte
bosnische Sägewerk Impregnatia, Vitez, der Horizonte Venture
Management Fonds hält Mehrheitsbeteiligungen an den Ziegelfabriken in
Sanski Most und Busovaca, dem Fischverarbeiter Fratello, dem
Styroporerzeuger Syrotherm und an einem Immobilienprojekt. Weitere
österreichische Investitionen bzw. Übernahmen in der Privatisierung
stehen vor allem in den Sektoren Nahrungsmittelerzeugung, in der
Baustoffindustrie, der Telekombranche und dem Immobiliensektor in
Verhandlung. "Österreichs Wirtschaft profitiert vom hervorragenden
Ruf, den Österreich in Bosnien-Herzegowina allgemein genießt", ist
der Handelsdelegierte sicher. (pt)
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
Dkfm. Christine Pont
Tel.: 01/50105/4464
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