Bosnien als Absatzmarkt und Investitionsstandort für Österreich im Aufwind

Politischer und wirtschaftlicher Konsolidierungs- und Reformprozess macht rasche Fortschritte - Österreichs Exporte überschreiten 2002 bereist 200 Mio Euro

Wien (PWK433) "Die positive Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Bosnien-Herzegowina setzt sich auch 2002 fort", berichtet Michael Scherz, österreichischer Handelsdelegierter in Sarajewo. "War die Dynamik der österreichischen Ausfuhren im vergangenen Jahr angesichts weniger international finanzierter Projekte und einer gedämpften Wirtschaftsentwicklung schwach, legten sie in den vergangenen Monaten deutlich zu", so Scherz. Im Zeitraum Jänner bis Februar 2002 erhöhten sich die österreichischen Exporte um 23,5% auf 32 Mio Euro, das bedeutet 2002 erstmals das Überschreiten der 200 Mio-Euro", ist Scherz überzeugt. 2001 lagen die österreichischen Exporte bei 179 Mio Euro.

Bosnien-Herzegowina wird als Absatzmarkt und als Investitionsstandort für die österreichische Wirtschaft immer interessanter. Scherz: "Nach der Übernahme der Regierungsgewalt durch nichtnationale Parteien hat der politische und wirtschaftliche Konsolidierungs- und Reformprozess unter internationaler Aufsicht deutlich an Fahrt gewonnen". Bosnien-Herzegowina verfügt über eine stabile Währung, eine sehr geringe Inflation und günstige Investitionsbedingungen. Der Markt ist zwar relativ klein, aber als Sprungbrett in die Nachbarländer bestens geeignet. Freihandelsabkommen mit Slowenien, Kroatien und Jugoslawien, gut ausgebildete Arbeitskräfte, umfangreiche internationale Programme für die Modernisierung der Infrastrukur im Bereich Straßenbau, E-Wirtschaft und Umwelt machen Bosnien-Herzegowina für österreichische Unternehmen attraktiv. Die wichtigsten Wirtschaftssektoren sind die Bauwirtschaft, der holzverarbeitende Bereich, die Grundstoffindustrie, die E-Wirtschaft und die Nahrungsmittel- und Textilindustrie.

Hauptaugenmerk wird auf den Aufbau einer klein- und mittelbetrieblichen Struktur, eine umfassende Privatisierung, Entbürokratisierung, Einführung eines Mehrwertsteuersystems, Modernisierung der Verwaltung und Rechtssprechung, sowie die Mitarbeit in regionalen und internationalen Organisationen gelegt. Der Bankensektor gilt angesichts des Engagements vor allem österreichischer Banken, wie Volksbank, Raiffeisen, Hypo-Alpe-Adria Bank und Bank Austria als einer der modernsten in Südosteuropa. "Derzeit sind knapp 80 österreichische Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen durch eigene Niederlassungen in Bosnien-Herzegowina präsent", beschreibt Scherz die aktuelle Entwicklung. Im vergangen Jahr stiegen erstmals auch die industriell-gewerblichen Investitionen deutlich. Die Alas International GmbH übernahm die Mehrheit an der Zementfabrik in Lukavac, die Firma Paholz aus Hermagor in Kärnten erwarb das größte bosnische Sägewerk Impregnatia, Vitez, der Horizonte Venture Management Fonds hält Mehrheitsbeteiligungen an den Ziegelfabriken in Sanski Most und Busovaca, dem Fischverarbeiter Fratello, dem Styroporerzeuger Syrotherm und an einem Immobilienprojekt. Weitere österreichische Investitionen bzw. Übernahmen in der Privatisierung stehen vor allem in den Sektoren Nahrungsmittelerzeugung, in der Baustoffindustrie, der Telekombranche und dem Immobiliensektor in Verhandlung. "Österreichs Wirtschaft profitiert vom hervorragenden Ruf, den Österreich in Bosnien-Herzegowina allgemein genießt", ist der Handelsdelegierte sicher. (pt)

Rückfragen & Kontakt:

Dkfm. Christine Pont
Tel.: 01/50105/4464

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK